Paul McCartney sorgt mit radikal stillem Anti-KI-Song für Aufsehen

Ein stiller Song als Statement: Paul McCartney richtet sich mit seinem Vinyl-„Bonus Track“ offen gegen KI und Musikklau. Warum der Protest jetzt für Wirbel sorgt.

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Abgesehen von gelegentlichen Titeln wie der Single „Give Ireland Back to the Irish” aus dem Jahr 1972 wird Paul McCartney im Allgemeinen nicht mit aktuellen Songs in Verbindung gebracht. Nun allerdings schließt er sich einem neuen Protest von Musikern gegen Urheberrechtsverletzungen durch KI-Unternehmen an.

Das ursprünglich im Februar dieses Jahres veröffentlichte Album „Is This What We Want?“ bestand ausschließlich aus in Aufnahmestudios aufgezeichneten Hintergrundgeräuschen, enthielt jedoch weder Stimmen noch Songs oder Instrumente. Das Projekt sollte darauf aufmerksam machen, wie KI-Unternehmen dank einer geplanten Änderung des britischen Urheberrechtsgesetzes aufgezeichnete Musik und andere Kunstformen als Grundlage für eigene Projekte nutzen könnten. Laut einer Erklärung der Organisatoren sollte die Stille auf der Platte „die Auswirkungen symbolisieren, die wir von den Vorschlägen der Regierung auf den Lebensunterhalt von Musikern erwarten”.

Für die bevorstehende Vinylveröffentlichung am 8. Dezember steuerte McCartney einen eigenen stillen Beitrag bei: den „Bonus Track“, der 2 Minuten und 45 Sekunden Stille umfasst.

In einem Gespräch mit der BBC Anfang dieses Jahres äußerte McCartney seine Besorgnis darüber, dass KI in sein Geschäft eindringen könnte:
„Da kommen junge Männer und Frauen, die einen wunderschönen Song schreiben, aber sie besitzen ihn nicht“, sagte er.

„Sie haben nichts damit zu tun, und jeder, der will, kann es einfach kopieren … Wenn es auf die Streaming-Plattformen kommt, bekommt jemand [das Geld], und das sollte die Person sein, die es geschaffen hat. Es sollte nicht nur irgendein Tech-Gigant irgendwo sein. Jemand wird bezahlt. Warum sollte es nicht derjenige sein, der sich hingesetzt und ‘Yesterday’ geschrieben hat?“

Albumstruktur und beteiligte Künstler

Jeder Song auf der ursprünglichen digitalen Version von „Is This What We Want?“ trug einen einwortigen Titel, der, aneinandergereiht, den Satz ergab: „Die britische Regierung darf Musikdiebstahl nicht legalisieren, um KI-Unternehmen zu begünstigen“.

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Zu den als Co-Autoren genannten Musikern gehören The Clash, Kate Bush, Annie Lennox, Tori Amos, Damon Albarn, der Komponist Hans Zimmer, Billy Ocean und Yusuf/Cat Stevens. Die Gewinne gehen an die Wohltätigkeitsorganisation Help Musicians.

David Browne schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil