Neu im Plattenregal: Die Alben vom 16. März 2012


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In unserem beliebten Überblick der Alben der Woche reisen wir weiterhin durch die Plattenläden des Landes. Heute empfehlen wir einen Besuch bei Rock Store, Grendplatz 7 in 45276 Essen-Steele.

The Civil Wars – „Barton Hollow“ (Columbia/Sony)
Die Review dazu gibt es bereits hier online. Den Titelsong kann man hier for free downloaden.
>>>> Clip zu „Barton Hollow“

The Decemberists – „We All Raise Our Voices To The Air-Live 4.11-8.11“ (Rough Trade/Beggars Group/Indigo)
„Bevor es losgeht möchte ich sagen, das hier ist nicht das Keith Urban Konzert. Wenn ihr zu einem Keith Urban Konzert möchtet, werdet ihr von diesem mit Sicherheit enttäuscht sein“ – warnt Colin Meloy zu Beginn des Albums, aber, keine Sorge, für alle anderen Fälle gilt dieser einleitende Hinweis nicht. „We All Raise Our Voice To The Air“ ist eine Doppel-Liveplatte, aufgenommen während der Welttournee 2011, und gleichzeitig ein Best Of Album, das zwar nicht viel Neues bringt, aber einen abwechslungsreichen Rundumblick über das bisherige Schaffen der Band gibt. Die Songauswahl verteilt sich gleichmäßig über die bisher erschienenen LPs und EPs, wurde um die ein oder andere amüsante Ansage oder Anekdote ergänzt und verzichtet auch nicht auf selten gespielte Stücke wie „Oceanside“ oder ausufernde Versionen wie das über zehnminütige „I Was Meant For The Stage“. Sicher lässt sich so nicht das wahre Live-Erlebenis ersetzen, aber doch deutlich erahnen, wie dringlich man einmal ein The Decemberists Konzert erleben sollte. (Miriam Mentz)
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Holly Golightly feat. The Brokeoffs – „Long Distance“ (Damaged Goods/Cargo)   
Schade, dass der Ruhm, den ihre Mitarbeit an „Elephant“ von den White Stripes mit sich brachte, ein wenig verblasst zu sein scheint. Denn Holly Golightly ist nicht nur eine wundervolle Frau und Musikerin, ihre vom Geist des alten und echten Rock’n’Roll durchwehten Live-Shows sind auch immer wieder ein Fest. Seit 2006 gewannen sie zudem an Energie, weil sie seitdem mit Lawyer Dave alias The Brokeoffs auf der Bühne zusammenarbeitet. Diese Songsammlung ist nun ein Verneigung vor den Brokeoffs, denn Golightly versammelt hier ihre bewährten Live-Songs mit diversen Cover-Versionen, die sich ebenfalls bei den Konzerten bewährt haben. „‚Long Distance‘ is a collection of my good-time-foot-tappers and sing-along-tear-jerkers. It’s my top ten tracks prepared from scratch and served up fresh“, sagt Miss Golightly selbst. Das trifft die Sache.
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Miike Snow – „Happy To You“ (Columbia/Sony Music)
Als das schwedisch-amerikanische Trio vor drei Jahren sein Debüt veröffentlichte, sahen viele einen neuen Stern am Dance-Pop-Himmel aufgehen. Tatsächlich gesellten sie sich mit Hits wie „Animal“ schnell an die Seite von Hot Chip und Co., obwohl Miike Snow noch ein wenig offensiver dem Pop frönten. Auf „Happy To You“ gönnen sie Miike Snow ein paar Experimente mehr, wie das zwischen nervig und wundervoll changierende Eröffnungsstück „Enter The Jokers Lair“. Aber Songs wie „Paddling Out“ machen dann wieder deutlich, dass sie ein Händchen für intelligenten Pop besitzen. Großartiger Ausreißer ist „God Help This Divorce“, bei dem sie das Tempo ein wenig drosseln aber dabei muntere Haken schlagen.
>>>> Clip zu „Paddling Out“

Robert Pollard, – „Mouseman Cloud“ (Fire/Cargo)
Hey, nur weil es eine Guided By Voices Reunion und eine Tournee dazu gab, heißt das doch nicht, dass Workaholic Robert Pollard nicht seine Tonträger-Schlagzahl drosseln muss. Hier also wieder neue Songs von Mr. Pollard, diesmal sind es 17, die wieder aus dem breiten Lo-Fi-Spektrum des Robert Pollard stammen. Mal psychedelisch rumpelnd und hallend („Picnic Drum“), mal shoegazig schleppend („Lizard Ladder“), mal klassisch rockend („Aspirin Moon“), mal mit verstimmten Gitarren auf der Jagd nach der einen, simplen Melodie, die alles sagt („Chief Meteorologist“). Kurz gesagt: Alles beim alten – in gewohnter Qualität.

Lee Ranaldo – „Between The Times & The Tides“ (Matador/Beggars Group)
Nur einen halben Stern ist der Sonic Youth-Mann an unserer Höchstwertung vorbeigeschrammt. Warum, erfährt man
in der Review von Maik Brüggemeyer.
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Olli Schulz – „SOS – Save Olli Schulz“ (Trocadero/Indigo)
Nein, retten muss man an diesem Album relativ wenig, wie unser Rezensent hier feststellt – eher kommt Freude auf, dass Olli Schulz nicht mehr nur durchs Fernsehen geistert, sondern wieder Musik macht.
>>>> Videotrailer zum Album und Verlosung

The Shins – „Port Of Morrow“ (Columbia/Sony Music)
Mr. Mercer entdeckt den Pop für sich, was Sebastian Dalkowski nicht komplett überzeugt, wie man hier lesen kann.
>>>> Clip zu „Simple Song“
>>>> Studiobericht

Esperanza Spalding – „Radio Music Society“ (Universal)
Miss Spalding, Bassistin und Sängerin zugleich, hat einen guten Lauf: Auf den Oscars vor einigen Wochen durfte sie „What A Wonderful World“ singen und schon bei den Grammys 2011 zogen viele die Augenbrauen hoch, als sie plötzlich als „Best New Artist“ im Scheinwerferlicht stand. So wundert es nicht, dass Esperanza Spalding hier zum großen Wurf ausholt und hörbar wenig Angst verspürt, es zu überreißen. Der Sound ist üppig, mal jazzig, mal soulig,mal funky, aber immer mit einem Retroflair, das echter klingt, als das, was ein Mark Ronson sonst so zimmert. Ein Album, das viel will und kann, was auch ein Grund ist, warum wir in der kommenden Woche noch ein paar Deluxe-Editionen verlosen werden.
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Unheilig – „Lichter der Stadt“ (Interstar/Fansation/Vertigo/Universal)
Für die kommende Ausgabe traf unser Autor Max Gösche den Graf höchstselbst. Und der hatte eine erstaunlich treffende Einschätzung für sein neues Album zur Hand: „Musikalisch ist das wie eine große Dönerpizza. Alles, was du gern isst, kannst du da drauflegen. Das sieht ein bisschen seltsam aus, aber wenn du da reinbeißt, ist das trotzdem richtig lecker“, verspricht der Graf. Kitsch und Pathos sind dafür nicht nur unvermeidbare, sondern essenzielle Zutaten. „Ich liebe große Gefühle, und ich liebe Happy-Ends. Bei mir muss der Held am Ende des Films immer in den Sonnenaufgang reiten.“. All das bietet auch „Lichter der Stadt“.
>>>> Videotrailer zur Tour

Caetano Veloso & David Byrne – „Live At Carnegie Hall“ (Nonesuch/Warner)
Auch hier gibt’s die Review bereits online zu lesen – und zwar hier.
 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Plattenkauf!