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NEWS: Udo Lindenberg beim IMA – Panikrocker mit Haltung

Als Kind in kleinbürgerlichen Verhältnissen im westfälischen Gronau träumte Udo Lindenberg sich in die Ferne: von Hollywood und von großen Schiffen, auf denen er die Welt bereisen wollte. Mit 15 trommelte er auf Ölfässern, mit 17 ging er als Musiker nach Frankreich und nach Libyen, wo er auf einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt auftrat.

Desillusioniert kehrte er heim, studierte an der Musikschule in Münster, leistete seinen Wehrdienst und zog 1969 nach Hamburg, also in die Nähe der großen Schiffe. Dort spielte er Schlagzeug bei Peter Herbolzheimer und der Folk-Rock-Band City Preachers, etablierte sich im Onkel Pö – Epizentrum der Hamburger Musikszene –, spielte mit Klaus Doldingers Jazz-Rock-Band Passport in München und nahm 1971 seine erste Platte (mit englischen Texten) auf.

Sein drittes Album, „Andrea Doria“ (1973), revolutionierte die deutsche Rockmusik, ja erfand sie erst: In einem Idiom aus Kneipensprache und Gossenpoesie, Sponti-Sprüchen und Nonsens. Die um ihn versammelten Musiker taufte Lindenberg „Panikorchester“ – mit einigen von ihnen tritt er bis heute auf. Mit Chuzpe und Nonchalance forderte er von der Plattenfirma eine Million Mark für weitere Alben – und bekam sie. Die Investition amortisierte sich in den 70er-Jahren.

Nachdem Lindenberg mit der Ballade „Mädchen aus Ost-Berlin“ nicht nur ein Liebeslied gesungen hatte, provozierte er 1983 mit „Sonderzug nach Pankow“, seiner Version von „Chattanooga Choo-Choo“, das SED-Regime. Seit den späten 70er-Jahren hatte Lindenberg sich um Auftritte in der DDR bemüht, die verweigert wurden – nun durfte er im Palast der Republik auftreten. Die Karten für das Konzert waren an konforme Parteileute vergeben worden, die Stasi überwachte den Auftritt, der schließlich nur eine Viertelstunde dauerte.

Vor dem Konzert aber war Lindenberg vor die Halle gegangen, wo Tausende von Fans auf ihn warteten, und hatte mit ihnen gesprochen und Autogramme geschrieben. Die Erlaubnis für eine schon geplante DDR-Tournee im Jahr 1984 wurde zurückgezogen – die bürokratischen Vorgänge sind in einem später veröffentlichten Dossier der Staatssicherheit dokumentiert.



„Lindenberg! Mach dein Ding“ startet am 8. April in Autokinos

Kinobesuche sind, hinsichtlich weltweit geschlossener Filmstätten, momentan eher die Ausnahme als die Regel. Und doch gibt es noch Hoffnung für Filmliebhaber, dass sie nicht ganz auf die große Leinwand verzichten zu müssen. Der Lichtblick kommt in der Form der guten, alten Autokinos. In genau diesen soll ab 8. April der Film „Lindenberg! Mach dein Ding“ starten. Zunächst nur in Düsseldorf, andere Städte sollen aber nachziehen. Der Film, der sich dem Leben der deutschen Rocklegende Udo Lindenberg widmet, feierte bereits bei seinem bundesweiten Kinostart am 16. Januar Publikumserfolge. Auch die Kritiken fielen für die jüngste Regiearbeit von Hermine Huntgeburth überwiegend positiv…
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