OpenAI zieht den Stecker bei Sora – nur Monate nach dem Launch
Ende 2024 stellte OpenAI Sora vor, ein Text-to-Video-KI-Modell, das aus Nutzereingaben bewegte Bilder erzeugt. Jetzt ist Schluss.
OpenAI hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen sich von Sora „verabschiedet“ – der Social-Media-Plattform, auf der ausschließlich KI-generierte Videos zu sehen waren.
„An alle, die mit Sora kreiert, es geteilt und eine Community darum aufgebaut haben: Danke“, erklärte das Unternehmen am Dienstag. „Was ihr mit Sora geschaffen habt, hatte Bedeutung, und wir wissen, dass diese Nachricht enttäuschend ist. Wir werden bald mehr mitteilen – darunter Zeitpläne für die App und die API sowie Details zur Sicherung eurer Arbeiten.“
Das ursprüngliche Sora-Modell war im Dezember 2025 für ChatGPT-Pro– und ChatGPT-Plus-Nutzer in den USA und Kanada verfügbar geworden – als Text-to-Video-KI-Modell, das aus Nutzereingaben bewegte Bilder erzeugen konnte, von stilisierten Animationen bis hin zu fotorealistischem „Filmmaterial“. Im darauffolgenden September brachte das Unternehmen eine eigenständige App auf den Markt, die Nutzern einen TikTok-ähnlichen Feed bot – bestückt ausschließlich mit künstlich generiertem Content. Videos tauchten im Feed auf und konnten von anderen Plattformnutzern geliked und remixed werden.
Sofortiger Erfolg, sofortige Probleme
Die neue App wurde schnell zur meistgeladenen im Bereich „Foto und Video“ im iOS App Store. Während Nutzer von den realistischen Bildern und der physikalischen Genauigkeit von OpenAIs neuestem KI-Videogenerierungsmodell begeistert waren, häuften sich unmittelbar Probleme mit Urheberrechtsverletzungen und Deepfakes.
Dann gab die Walt Disney Co. im Dezember bekannt, einen Dreijahresvertrag mit OpenAI abgeschlossen zu haben, um ikonische Disney-Figuren in Sora zu integrieren – über 200 Charaktere wurden für den Einsatz in KI-Videos lizenziert, und Disney erklärte sich bereit, eine Milliarde Dollar in OpenAI zu investieren.
Dieses Investment ist nun geplatzt, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. „Da sich das noch junge KI-Feld rasant weiterentwickelt, respektieren wir OpenAIs Entscheidung, das Videogenerierungsgeschäft aufzugeben und seine Prioritäten neu auszurichten“, sagte eine Disney-Sprecherin.
Forschung geht weiter
Ein OpenAI-Sprecher teilte ROLLING STONE mit, dass Sora zwar als Consumer-App und über die API eingestellt werde, das Sora-Forschungsteam jedoch weiterhin „auf die Simulation der realen Welt fokussiert bleibe, um Robotik voranzutreiben, die Menschen bei konkreten, physischen Aufgaben unterstützen soll“.