Pet Shop Boys in Berlin: Dancefloor in der Waldbühne

Die Pet Shop Boys haben ihre größten Hits in die Berliner Waldbühne gebracht.

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Mit „West End Girls“, „Go West“ und „It’s a Sin“ haben die Pet Shop Boys am Samstagabend (11. Juli) ihre größten Hits in die Berliner Waldbühne gebracht. Dabei zeigte das Duo einmal mehr, wie euphorisch Melancholie klingen kann.

Es dauert nur wenige Takte von „Suburbia“, bis die Sitzordnung der Waldbühne weitgehend bedeutungslos wird. Wo eben noch rund 22.000 Menschen auf den Beginn des Konzerts gewartet haben, wird nun geklatscht, gewippt und getanzt. Neil Tennant und Chris Lowe sind in Berlin angekommen – wobei das eigentlich das falsche Wort ist. Die Pet Shop Boys sind längst tief mit der Stadt verwurzelt.

Seit Jahren besitzen die britischen Pop-Ikonen eine Wohnung in Wilmersdorf, nahmen Teile ihres Albums „Hotspot“ in den Hansa Studios auf und haben Berlin in mehreren Songs verewigt. Nun spielten sie erstmals in der Waldbühne.

Pet Shop Boys auf Tour

Das Konzert war Teil ihrer inzwischen seit 2022 laufenden „Dreamworld – The Greatest Hits Live“-Tour. Entsprechend wenig Zeit blieb für unbekannte Albumstücke. Stattdessen folgte ein Klassiker auf den nächsten: „Opportunities (Let’s Make Lots of Money)“, „Rent“, „Domino Dancing“, „Heart“ und „What Have I Done to Deserve This?“ verwandelten die malerische Freilichtbühne in einen riesigen Dancefloor.

Dabei war die Show weit mehr als eine nostalgische Hitparade. Die Pet Shop Boys haben schon immer verstanden, gesellschaftliche Beobachtungen, Einsamkeit, Begehren und Kapitalismuskritik in makellose Synthesizer-Hooks zu verpacken. Man kann bei „Rent“ über komplexe käufliche Liebesbeziehungen und Abhängigkeiten nachdenken – oder einfach im Viervierteltakt mitklatschen. Beides funktioniert.

Das Beste der Pet Shop Boys

Auf der Bühne blieb die klassische Rollenverteilung bestehen: Tennant als elegant-distanzierter Zeremonienmeister, Lowe als stoischer Elektronikarbeiter hinter seinen Geräten. Unterstützt wurden sie von zwei Schlagzeugern und einer Keyboarderin. Props wie Metallmasken, futuristische Mäntel, Straßenlaternen und große Videoprojektionen ergänzten die Show, die zwischen Pop-Art, politischer Symbolik und queerer Kulturgeschichte wechselte.

Besonders deutlich wurde das bei „Go West“. Während das Publikum den Refrain sang, erinnerten Archivbilder aus San Franciscos Castro District an die Wurzeln des Songs als Hymne auf Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben. Kurz darauf erreichte der Abend mit „It’s a Sin“ seinen dramatischen Höhepunkt.

Für die Zugabe kehrten Tennant und Lowe mit „West End Girls“ zurück. Das abschließende „Being Boring“ machte aus der Waldbühne schließlich ein Lichtermeer – und aus einer Greatest-Hits-Show für einige Minuten etwas überraschend Intimes.

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B-Seiten und Fan-Raritäten im Huxleys Neue Welt hören

Nach ihrem bisher größten Konzert in ihrer deutschen Wahlheimat bleiben die Pet Shop Boys noch etwas in Berlin: Am Sonntag und Montag (12. und 13. Juli) spielen sie im Huxleys Neue Welt zwei ausverkaufte „Obskur“-Konzerte, bei denen ausschließlich B-Seiten und nicht als Singles veröffentlichte Stücke auf dem Programm stehen.

Kristina Baum schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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