Toten Hosen, Pet Shop Boys, 100.000 Fans, ein Bahnhof: Verkehrschaos?

Toten Hosen und Pet Shop Boys spielen zeitgleich in Berlin – und rund 100.000 Fans kämpfen um die letzte Bahn. Hier die Tricks, um dem Chaos zu entkommen.

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Es ist Samstagabend, 23 Uhr. Man hat gerade seine Lieblingsband live erlebt und möchte nun gemütlich nach Hause fahren. Vielleicht schafft man es sogar noch rechtzeitig zur zweiten Halbzeit von Norwegen gegen England? Der Weg aus dem Olympiastadion zur S-Bahn-Station ist nicht weit. Einmal kurz beim Seitenausgang raus, und schwupps ist man da. Einziges Problem: Zwischen einem selbst und der rettenden S-Bahn stehen rund 50.000 Menschen.

Dieses Szenario eines Verkehrssupergaus am Samstagabend, den 11. Juli, könnte für einige Besucher der Toten Hosen und der Pet Shop Boys zur Realität werden. Denn nicht nur kommt für die Bahn die Information über ein Konzert meist aus heiterem Himmel, zusätzlich werden beide Konzerte direkt nebeneinander ausgetragen: Hosen im Olympiastadion, Pet Shop Boys auf der Waldbühne. Somit dürften rund 100.000 Menschen gleichzeitig versuchen, den Konzerten zu entfliehen. Damit ihr zu den schlauen Köpfen dieser Ansammlung gehört, folgen hier ein paar lebensrettende Tipps für den Konzertabend.

Zwei Konzerte, eine Infrastruktur

Dass es nach Konzerten zu Verkehrschaos kommen kann, ist bekannt. Bilder von tausenden Menschen auf den Bahnsteigen schwirren nach solchen Abenden regelmäßig durchs Internet. Im Fall dieses Samstagabends treten jedoch sowohl die Toten Hosen im Olympiastadion als auch die Pet Shop Boys in der keine 1,5 Kilometer entfernten Waldbühne auf. Somit hängen beide Konzerte an derselben Infrastruktur und werden regelrecht um die Züge kämpfen. Passend dazu fällt die Ringbahn am Wochenende wegen Bauarbeiten aus.

Und selbst wenn die Bahn Sonderzüge einplant, scheint es kaum möglich, die Massen gleichzeitig zu bewegen. Legt man den Standardzug der Linien S3/S9 zugrunde – Baureihe 481 –, besitzt ein Vollzug mit acht Wagen eine Kapazität von rund 1.180 Personen (376 Sitz-, 800 Stehplätze). Rechnet man die Motivation der Konzertbesucher hinzu, sich eine möglichst unbefriedigende, gequetschte Bahnfahrt anzutun, könnte man eventuell auf 1.500 kommen. Eine U-Bahn schafft hingegen nur Platz für etwa 660 Fahrgäste.

Ich erspare Ihnen die genaue Rechnung, aber würden die S-Bahnen im Regelbetrieb alle zehn Minuten fahren, würden S2, S9 und U2 dafür sorgen, dass der letzte Fahrgast nach 3 Stunden und 35 Minuten in eine Bahn einsteigen kann. Bei Konzertende um 23 Uhr bedeutet das rechnerisch gegen 2:35 Uhr. Damit ihr nicht dazugehört, folgen ein paar Tipps:

Der Polnische

Möglichkeit Nummer eins wäre, ein bis zwei Lieder vor Schluss zu gehen, denn sind einem drei Minuten Gesang wirklich drei Stunden Wartezeit wert? Bei den Toten Hosen gibt es gleich dreimal eine Zugabe. Beim letzten Konzert in München gehörten „Freunde“, „Trink aus“ und „You’ll Never Walk Alone“ zu den Schlussakkorden. Wer bei den Pet Shop Boys früher die Fliege machen will, sollte bei „It’s a Sin“ noch kurz das Bier exen und während der Zugabe von „West End Girls“ und „Being Boring“ schon auf dem Weg sein.

Der Fuchs

Wer von der Waldbühne kommt, könnte einen zehnminütigen Fußmarsch in Kauf nehmen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Der S-Bahnhof Pichelsberg liegt rund zehn Minuten Fußweg von der Waldbühne entfernt. Pichelsberg ist erfahrungsgemäß der Geheimtipp, wird an diesem Abend aber die Nachbarschaft der Toten-Hosen-Fans mittragen müssen. Ansonsten könnte man sich auch antizyklisch verhalten und einfach noch ein Kaltgetränk im leeren Stadion genießen, bis sich nach zwei Stunden alles beruhigt hat.

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