Petitionen zur Abschiebung von Nicki Minaj überschreiten 120.000 Unterschriften – Tendenz steigend

Petitionen gegen Nicki Minaj sammeln über 120.000 Unterschriften. Hintergrund sind politische Aussagen und ihr Auftritt bei AmericaFest.

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Mehrere Petitionen auf Change.org, die die Abschiebung von Nicki Minaj in ihr Geburtsland Trinidad und Tobago fordern, haben zusammengerechnet inzwischen mehr als 120.000 Unterschriften erreicht. Die erfolgreichste Petition – mit über 83.000 Signaturen – wurde am 9. Juli 2025 gestartet. Und nennt unter anderem Minajs „Belästigung“ der „Carters“ als Auslöser. Zu diesem Zeitpunkt hatte Minaj Shawn „Jay-Z“ Carter wiederholt auf X attackiert.

Reaktionen auf AmericaFest-Auftritt

Daneben existieren mindestens drei weitere Petitionen, die zwischen dem 21. und 28. Dezember 2025 erstellt wurden. Sie stehen im Zusammenhang mit Minajs umstrittenem Auftritt am 21. Dezember gemeinsam mit der konservativen Aktivistin Erika Kirk bei Turning Point USA’s AmericaFest, bei dem die Rapperin die Regierung von Präsident Donald Trump lobte.

Eine der jüngeren Petitionen wurde laut Website am 27. Dezember von einem 16-Jährigen aus Chicago namens Tristan Hamilton gestartet. Sie verzeichnete zum Zeitpunkt der Berichterstattung bereits über 41.000 Unterschriften. Als Titelbild dient ein Foto, auf dem Minaj Kirk abklatscht. Hamilton schrieb, Minaj habe ihre LGBTQ-Fans „zutiefst enttäuscht“. Er verwies auf Aussagen der Rapperin bei AmericaFest. „Jungs sollen Jungs sein. Daran ist nichts falsch.“

Vorwürfe aus der LGBTQ-Community

Einige Beobachter werten Minajs Auftritt als Annäherung an die historisch transfeindliche und queerfeindliche Führung von Turning Point USA. „Nicki Minaj nach Trinidad abzuschieben, würde daran erinnern, dass öffentliche Personen für ihre Worte und deren Auswirkungen auf vielfältige Gemeinschaften verantwortlich sind“, schrieb Hamilton. „Es geht nicht nur um den Fall einer einzelnen Person. Sondern darum, alle an einem Maßstab von Mitgefühl und Konsequenz zu messen. Besonders jene mit großem Einfluss.“ Vertreter von Hamilton und Nicki Minaj reagierten nicht umgehend auf Anfragen von ROLLING STONE.

Minajs AmericaFest-Auftritt fiel zudem in eine Phase einer aggressiven Kampagne der Trump-Regierung gegen Migration. Sowie gegen mehrere schwarze, asiatische, arabische und lateinamerikanische Regionen weltweit. Darunter auch die Karibik. ProPublica berichtet, dass im Zuge der jüngsten Massenabschiebungen in den USA auch über 170 US-Bürger von Einwanderungsbehörden festgehalten wurden.

Unklare rechtliche Grundlage

Unklar ist, ob es überhaupt eine rechtliche Grundlage für eine Abschiebung Minajs gäbe. Berichten zufolge schrieb sie 2018, sie sei im Alter von fünf Jahren „als illegale Einwanderin“ in die USA gekommen. Damals teilte sie einen Instagram-Beitrag gegen die Trennung migrantischer Kinder von ihren Eltern während Trumps erster Amtszeit. „Ich kann mir den Horror nicht vorstellen, mit fünf Jahren an einem fremden Ort zu sein und von seinen Eltern getrennt zu werden“, schrieb sie. „Das ist für mich so beängstigend. Bitte hört damit auf.“

Auch Minajs aktueller Staatsbürgerschaftsstatus ist unklar. 2024 sagte sie in einem TikTok-Livestream: „Ich bin keine amerikanische Staatsbürgerin. Ist das nicht verrückt?“ Und weiter: „Man sollte meinen, dass ich nach den Millionen Dollar Steuern, die ich diesem Land gezahlt habe, schon vor Tausenden von Jahren eine Ehrenstaatsbürgerschaft bekommen hätte.“

Stimmen ehemaliger Fans

Während die Kommentarfunktion unter der größten Petition offenbar deaktiviert ist, äußerten sich unter Hamiltons Petition zahlreiche selbsternannte Ex-Fans. Eine Person schrieb: „Es ist schwer, die Rapperin der ‚Black Barbies‘, die einst über den Schrecken von Einwanderungspolitik sprach, mit dieser Version von Nicki zu vereinen, die sich an Erika Kirk schmiegt – eine Frau, deren Plattform auf Ideologien basiert, die schwarze und trans Stimmen historisch marginalisiert haben.“ Der Kommentar schloss mit der Feststellung, es gehe nicht um bloße Meinungsverschiedenheiten, sondern um den Einsatz kulturellen Kapitals für Menschen, die der eigenen Community keine gleiche Unterstützung entgegenbringen.

Einige TikTok-Nutzer führen die Petition darauf zurück, dass Minajs vermeintliche Unterstützung migrationsfeindlicher Positionen nun auf sie zurückfalle. Ohne die Petition ausdrücklich zu unterstützen, sagte @nsddahmmy: Es sei besonders ironisch, dass Minaj sowohl für politische Auftritte als auch theoretisch ebenso schnell von ICE abgeschoben werden könne.

Andere Nutzer verteidigten Minaj hingegen oder machten sich über die Petition lustig. In kurzen Videos blickten sie in die Kamera und kommentierten sinngemäß: „Moment mal, ich dachte, Liberale seien gegen Abschiebungen und ICE.“ Der politische Hintergrund der Unterzeichner ist insgesamt unklar.