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Blackout Tuesday

„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres 2016

Wenn gefühlte Wahrheiten mehr zählen als Fakten, und damit Handlungen, ja das Weltgeschehen beeinflussen – dann sind wir in „postfaktischen“ Zeiten angelangt. Ein Jahr mit Brexit, Donald Trump, Pegida, AfD, Marine Le Pen, Norbert Hofer zeugt davon. Aufgrund eines „tiefgreifenden politischen Wandels“ hat die Gesellschaft der Deutschen Sprache (GfdS) daher „postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016 gewählt.

Die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt, wählte auch diesmal aus rund 2000 Belegen jene zehn Wörter und Wendungen, die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben.

Auf ihrer Internetseite schreibt die GfdS über die Entscheidungsfindung: „Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern seine Signifikanz bzw. Popularität stehen bei der Wahl im Vordergrund: Auf diese Weise stellen die Wörter eine sprachliche Jahreschronik dar, sind dabei jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.“

Einer hat die Bedeutung des Begriffes schon vor Monaten erkannt: Satiriker Jan Böhmermann.

Die Wörter des Jahres 2016 im Überblick:

1. postfaktisch

2. Brexit

3. Silvesternacht

4. Schmähkritik

5. Trump-Effekt

6. Social Bots

7. schlechtes Blut

8. Gruselclown

9. Burkiniverbot

10. Oh, wie schön ist Panama

Die Gesellschaft der deutschen Sprache wählt das Wort des Jahres seit 1977 alljährlich. Eine ehrenamtliche Jury aus Linguisten und Journalisten kürt zudem jedes Jahr ein „Unwort“. Die kritische Aktion möchte damit einen sensibleren Umgang mit Sprache fördern. Bis zum 31. Dezember kann jede Bürgerin und jeder Bürger schriftlich Vorschläge einreichen mit kurzer Begründung und Quellenangaben.

2015 entschied sich die GfdS für „Flüchtlinge“ als Wort des Jahres: In der Begründung hieß es damals, dass das Wort sprachlich von Interesse sei, da es mit dem Suffix „-ling“ gebildet wird, das „für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig“ klinge.



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