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Reunion, Comeback oder ganz was Neues? Diese 5 Restarts haben es in sich

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Reunion, Comeback oder ganz was Neues? Diese 5 Restarts haben es in sich

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Zurück aus dem Ruhestand, aber wie? – Phil Collins

Als der Säger Phil Collins 2011 bekanntgab, dass er sich aus dem Musik-Geschäft zurückziehen möchte, um mehr Zeit für seine Kinder und sein Privatleben zu haben, war seine treue Anhängerschaft enttäuscht. Viele verehren den Musiker seit den 70er-Jahren, als er noch mit seiner Band Genesis unterwegs war. Auch später als Solokünstler ist Phil Collins äußerst erfolgreich. Seine Songs „Against All Odds“, „Another Day in Paradise“ oder „In the Air Tonight“ gehören zu den ganz großen der Musikgeschichte. Was seine Fans zum Zeitpunkt des öffentlichen Abschieds nicht wissen: Der Musiker hat schwere gesundheitliche Probleme. Er ist auf einem Ohr fast taub, hat eine Nervenkrankheit und ein schweres Rückenleiden. Hinzu kommen nach seinem Rückzug Alkoholprobleme, die ihn laut eigener Aussage fast umgebracht hätten.

Wer jedoch glaubt, Phil Collins sei von nun an untätig gewesen, irrt sich. Er widmet sich einem ganz neuen Feld und bringt 2012 ein Buch heraus. „The Alamo and Beyond: A Collector’s Journey“ gibt einen detaillierten Abriss über die Texanische Revolution 1835/36 sowie über die Schlacht von Alamo. Bereits seit seiner Kindheit war Collins von diesem historischen Ereignis fasziniert. Diese Leidenschaft machte ihn zum Eigentümer der umfangreichsten Sammlung an historischen Artefakten und Dokumenten jener Zeit, die er in seinem Buch präsentiert.

Doch offenbar fehlt ihm die Musik. Im Oktober 2015 gibt er dem Rolling Stone ein Interview und lässt verlauten: „Ich bin nicht mehr im Ruhestand.“ Während seiner Auszeit habe er viel Zeit gehabt, nachzudenken. Er möchte zurück auf die Bühnen dieser Welt. Unterstützung hierfür kommt vor allem aus dem privaten Umfeld. Seine Söhne haben Phil Collins gedrängt, wieder Musik zu machen – sie wollten wissen, was ihr Papa so drauf hat.

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Totgeglaubte leben länger – Rodriguez

Es gab Augenzeugen, die beteuerten, der US-amerikanische Musiker Rodriguez habe sich auf offener Bühne erschossen. Andere meinten zu wissen, er habe sich verbrannt, sei seinem exzessiven Drogenmissbrauch zum Opfer gefallen oder an seinen Depressionen zugrunde gegangen. Der einstige Musiker, der Anfang der 70er zwei erfolglose Folk-Pop-Alben in den USA veröffentlicht hatte, bekam von dem ganzen Tohuwabohu um seine Person nichts mit. Vielmehr verdingte sich Sixto Diaz Rodriguez als Hilfsarbeiter auf Baustellen und studierte Philosophie. Er wusste nicht, dass seine alten Platten ihren Weg ins von Apartheid zerfressene Südafrika und nach Neuseeland gefunden hatten und er dort eine riesige Fangemeinde besaß. Illegal kopiert und immer wieder im Radio gespielt erreichten seine Songs begeisterte Zuhörer – seine Anhängerschaft wuchs unaufhörlich.

Erst Mitte der 90er-Jahre machten sich Liebhaber seiner Musik auf Spurensuche und entdeckten den totgeglaubten Rodriguez 1998 tatsächlich. Seitdem gab er bereits mehrere Konzerte und verfolgt seine Musikkarriere. Von den Kritikern wird der mittlerweile 74-Jährige für seine einfühlsamen Gitarrensongs mit Folk- und Funk-Einflüssen über 40 Jahre nach seinen verschmähten Alben gefeiert.

Die Dokumentation „Searching for Sugar Man“, die die unglaubliche Geschichte um den Sänger, der nichts von seinem Erfolg wusste, nacherzählt, verhalf dem US-Amerikaner auch in seiner Heimat zu Berühmtheit. Grund genug für Rodriguez keine Häuser mehr zu renovieren, sondern sich diesmal vor Publikum voll und ganz der Musik zu widmen.

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Eine bewegende Reise – Journey

Als Arnel Pineda 1967 in der philippinischen Hauptstadt Manila zur Welt kommt, ist die US-amerikanische Band Journey noch nicht gegründet. Erst sechs Jahre später tun sich die ehemaligen Santana-Mitgliedern Neal Schon und Gregg Rolie zusammen, um eine neue Gruppe ins Leben zu rufen. Doch von Anfang an wechselt die Besetzung, es kommt zu zahlreichen Auseinandersetzungen und erst 1980 kann Journey ihren Status in der oberen Rock-Liga zementieren. 1981 bringen sie den Mega-Hit „Don’t Stop Belivin’“ heraus.

Von all diesen Erfolgen bekommt Arnel Pineda nichts mit. Vielmehr trifft ihn zur gleichen Zeit ein schwerer Schicksalsschlag: Der 13-Jährge verliert seine Mutter nach langer Krankheit und die Familie bleibt aufgrund der Arzt-Kosten hoch verschuldet zurück. Der junge Mann kämpft ums Überleben. Er lebt auf der Straße, singt für Essen und träumt von einer Karriere als Musiker. Um ein wenig Geld zu verdienen, musiziert er in verschiedenen Bands und nimmt an Contests teil. Im fernen Amerika gehen die Mitglieder von Journey zur gleichen Zeit getrennte Wege: 1987 löst sich die Band auf.

Rund zehn Jahre später kommt es zur Wiedervereinigung der klassischen Besetzung – Single-Gold und ein Platin-Album folgen. Doch der Restart steht unter keinem guten Stern: Sänger Steve Perry verletzt sich und muss ersetzt werden. Zehn Jahre lang versuchen die Bandmitglieder mit wechselnden Sängern, den alten Spirit wiederzufinden. Kurz, bevor sie aufgeben, stolpert Gitarrist Neal Schon über ein Video im Internet: ein junger philippinischer Sänger, dessen Stimme ihn beeindruckt. Arnel Pineda. Schon nimmt Kontakt auf, organisiert für Pineda einen Flug in die USA und Journey findet ihren neuen Lead-Sänger. Wenn Arnel Pineda die Zeilen des Mega-Hits „Don’t Stop Belivin’“ heute in ausverkauften Stadien singt, klingt es nach dem Soundtrack seines eigenen Lebens.

Bum Hack Bum Bum Hack – Stefan Raab

Wenn die Vorlesung in Rechtswissenschaft vorbei war, ging es nachmittags im elterlichen Betrieb etwas pragmatischer zur Sache: Schweinehälften zerteilen und Fleischwurst produzieren. Das Studium bricht der junge Kölner nach dem fünften Semester ab, aber die Metzgerausbildung absolviert er als Bezirksbester. Doch das sollte für Stefan Raab noch nicht alles gewesen sein. Musikalisch talentiert beginnt er, kleine Fernseh-Jingles zu produzieren und wird mehr zufällig vom Sender VIVA als Moderator entdeckt.

Mittlerweile gilt das Multitalent als einer der einflussreichsten Fernsehshow-Macher Deutschlands. Die meisten bringen ihn nach wie vor mit Sendungen wie TV Total, der WOK-WM oder Schlag den Raab in Verbindung – aber eigentlich schlug sein Herz schon immer für die Musik. Und so bringt der gelernte Metzger und umtriebige Moderator Ohrwurm-Garanten wie „Böörti Böörti Vogts“, „Hier kommt die Maus“ und „Maschen-Draht-Zaun“ auf den Markt – letzteres mit Dreifach-Gold ausgezeichnet. Nebenbei unterstütz er Künstler wie Bürger Lars Dietrich oder schreibt Lieder für Schlagersänger Guildo Horn.

Immer noch auf der Klamauk-Schiene tritt Raab im Jahr 2000 beim Eurovision Song Contest an und erreicht mit „Wadde hadde dudde da?“ Platz fünf. Nur vier Jahre später entdeckt und fördert er Max Mutzke, der beim ESC 2004 den achten Platz belegt. 2010 dann gelingt Stefan Raab mit seinem Schützling Lena Meyer-Landrut der musikalische Durchbruch: Platz Eins beim ESC in Oslo. Viele Fans werden ihm danken, dass er nicht zwischen den Schweinehälften blieb.

Immer extrem – Joey Kelly

Eine musizierende, langhaarige Großfamilie, die in einem Hausboot wohnt? Wer in den 90ern groß geworden ist, weiß sofort, von wem die Rede ist. Die Kelly Family beherrschte jahrelang die Charts. Schnulzige Balladen wie „An Angel“ oder im 90er-Rock verhaftete Gittaren-Songs wie „Why Why Why“ dudelten in den Walkmans vornehmlich weiblicher Teenager. Plötzlich standen die zehn Geschwister, die zuvor jahrelang mit ihrem Vater als Straßenmusiker unterwegs waren, im Fokus des medialen Interesses. Keine einfache Zeit, wie sie später in mehreren Interviews erzählten.

Auch für das Mitglied Joey Kelly eine extreme Herausforderung. Um einen Ausgleich zum Rummel, zu Auftritten und Interview-Terminen zu schaffen, entdeckt er schon früh den Sport für sich: Kickboxen und Marathonläufe werden zu seiner Leidenschaft. Im Nachhinein sagt Joey Kelly sogar: „Hätte ich meinen Sport nicht so aktiv betrieben, hätte ich die Kelly Family nicht überlebt.“ Was so drastisch klingt, eröffnet ihm nach dem Aus der Band Anfang der 2000er-Jahre eine neue Karrieremöglichkeit. Joey Kelly widmet sich voll und ganz dem Extremsport. Mittlerweile kann er auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Er nahm unter anderem an Marathonläufen, Ultramarathons, mehreren Triathlonveranstaltungen wie Ironman und Ultraman, am Hindernisrennen Tough-Guy-Race sowie einem Langstrecken-Radrennen quer durch Nordamerika teil.

2010 bewältigt Joey Kelly einen Wettlauf zum Südpol: in zehn Tagen legen er und sein Team bei Temperaturen von -40 Grad eine Strecke von 400 Kilometern zurück. Ein weiteres Abenteuer, bei dem er in rund 18 Tagen 900 Kilometer von Wilhelmshaven bis auf die Zugspitze wandert und sich ausschließlich von dem ernährt, was die Natur ihm bietet, hat er in dem Buch „Hysterie des Körpers“ festgehalten. Hier lässt er auch noch einmal Erinnerungen an seine Zeit als Mitglied der Kelly Family Revue passieren. Heute macht er keine Musik mehr, sondern hat den Sport zum Lebensmittelpunkt erhoben. Er sagt: „Ich habe meinen eigenen Weg gefunden.“

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