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Review: „The Walking Dead“, Staffel 7, Folge 11: Smartypants Eugene spielt Atari


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Am Ende der siebten Staffel (noch fünf Episoden) dürfte genügend Material vorhanden sein: Dann gibt’s ein Buzzword-Bingo, auch bekannt als Bullshit-Bingo, aus den besten Phrasen des Negan.

Der „Savior“-Boss schießt seine bewährten Sprüche auch gegenüber dem Neu-Gefangenen Eugene stets wie aus der Hüfte. „L-O-O-K.  A-T.  Y-O-U“, „Badass“, „If That Ain’t The Coolest Thing I Heard In My Life“, „Here He Is, The Man Of The Hour!“, und, extra für den klugen Eugene – „Dr. Smartypants!“ Apropos Hüfte: Negan-Darsteller Jeffrey Dean Morgan wippt wieder, als gäbe es keinen Morgen. Wann immer sein Oberkörper nach hinten und vorne schießt, steht ja irgendwas Schlimmes an…

Nicht ohne meine Lucille

Negan und Dr. Eugene Porter jedenfalls haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind beide große Kinder. Negan erkennt das, Am Ende der Folge wird sein neuer Wissenschaftler einige Vollmachten genießen und einen Teddybären mit sich herumtragen. Negans Spielzeug dagegen bleibt der Baseballschläger Lucille. Den wiederum schleppt er überall mit hin. Man stelle sich mal vor, Norman Bates liefe ständig mit Messer herum, Jack Torrance mit seiner Axt oder Darth Vader mit angeschaltetem Laserschwert. Und sie würden auch noch in jeder freien Minute darüber reden, so wie der „Savior“ über sein Sportgerät.

The Walking Dead: In der Ruhe liegt die Kraft

„Hostile and Calamities“ ist alles andere als eine perfekte Folge. Die Suche nach dem entflohenen Daryl „Bremsspur“ Dixon wirkt in ihrer Hektik etwas erzwungen – in der vergangenen Episode lief er längst seelenruhig, nicht viele Kilometer entfernt vom „Savior“-Camp, durch die Gegend. Man hatte schon geglaubt, Negan ist mit der Sache durch. Zumal Daryl, im Gegensatz zu Eugene, nie einen Wert für die Schurken hatte. Keine spezielle Eigenschaft, keine Manpower. Seine Gefangenschaft war reine Strafe.

Und auch Eugene, der auf halbem Weg war sich zu einem mutigen Charakter zu entwickeln – er tötete Zombies, er rettete Freunde – wird wieder von den „Walking Dead“-Machern so zurechtgebogen, dass er in die 45-minütige Episodenhandlung passt. Dies bleibt das allergrößte Problem der Serie – die Figur des Daryl leidet genauso unter unglaubwürdigen Charakter-Facetten, ebenso Rick. Eugene ist, zumindest zu Beginn der Folge, leider wieder ganz der alte Feigling. Wie zu den Zeiten, als er Abraham hinterhertrottete. Also: Alles zurück auf Anfang?

Dwight wird sympathisch

Nicht ganz. Insgesamt ist Episode elf, abgesehen vom Season-Auftakt, in dem Negan und Lucille ihre blutige Runde drehten, die wohl gelungenste der Staffel sieben.

Es gibt einen Mord, zwar mit Ankündigung, aber in seiner Ausführung überraschend (der Ofen). Und die zwei diesmal zentralen Figuren erhalten genug Luft zum Atmen. Dwight, der seine Ehefrau aufgeben musste, geht in Richtung Memory Lane und betrauert den Verlust; gleichzeitig wird uns versichert, dass er eigentlich mal ein Guter war. Dwights Rolle könnte die eines Anführers der Revolte gegen Negan sein. Er ist der erste Anti-Held seit Shane, und der starb vor langer Zeit, in Staffel zwei.

Eugene wiederum erhält ein paar One-Liner, die als Gags zwar nicht zünden (einmal dreht es sich um seine exquisiten Wünsche zum Abendessen, das andere Mal will er in der Fabrik-eigenen New-Heritage-Garage shoppen gehen und stiehlt stattdessen). Aber eine intensivere Auseinandersetzung mit ihm war längst wieder fällig. Mit gelungenen Aktionen: Den Sex mit Negans Ehefrauen lehnt er geekig ab, spielt stattdessen lieber „Yar’s Revenge“ auf dem Atari 2600.

„Ich bin Negan“

Anders als Carol Peletier mit ihrer affektierten Verschlossenheit oder Morgan Jones mit seiner leeren Poesie muss Eugene den Zuschauer beschäftigen, weil er den meisten von uns so ähnlich ist. Er greift zu allen Mitteln um am Leben zu bleiben. Eugene markierte in der Zombiewelt nie den Macker. Das ist die Wirklichkeit, so würden die meisten handeln. „Ich bin Negan“, ruft er aus, noch bevor Negan ihn dazu auffordern kann. Es ist das Ritual um Zugehörigkeit zum Stamm zu demonstrieren. Gib dem Hund einen Knochen, und er ist glücklich.

Am Ende steht Eugene auf der Brüstung, erteilt Kommandos. Das Lied, das er zuvor gehört hatte, war von They Might Be Giants, es hieß „Everything Right Is Wrong Again“. Er beißt in eine Gurke, er erklärt der Arbeitern, wie sie die verschimmelnden Untoten wieder fit kriegen. Damit die Festung verteidigt werden kann.

Und Eugene hat natürlich ein Kuscheltier dabei.

https://www.rollingstone.de/ranking-die-10-besten-the-walking-dead-charaktere-1202607/

AMC

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