Review: „The Walking Dead“, Staffel 7, Folge 10: Trash-Rick wird zum Mad Max


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Auf den Auftritt des „Spike Zombies“ haben Fans schon gewartet, seit er im Trailer zur voran gegangenen Episode aufgetaucht war. Dieser Untote trägt einen Stachelhelm und sieht aus wie ein Soldat der neueren „Mad Max“-Generation. Zur australischen Endzeitstimmung passt auch, dass Rick Grimes gegen die wandelnde Leiche inmitten einer Müllhalden-Kulisse antreten muss. Nur, wenn er den spitzen Untoten besiegt, bekommt er die ersehnte Unterstützung von einer Armee, deren Größe noch unbekannt ist. „New Best Friends“ eben, wie Folge zehn der siebten „Walking Dead“-Staffel betitelt ist.

Seit neun Episoden dreht sich fast jede Sekunde um diese Frage: Wie können Rick und Freunde auch nur ansatzweise eine Chance gegen Oberbösewicht Negan und dessen „Saviours“ haben? Die hier dargebotene Rettung wird als ultimative verkauft, da muss man sich nur mal Ricks Dauergrinsen vergegenwärtigen – und sie enttäuscht.

Die Mitglieder der Schrottplatz-Truppe, die Freunde in spe, kommen recht schmalbrüstig daher, apathisch oder alt. Zur Begrüßung laufen sie im Kreis. Rick lacht trotzdem. Angeführt werden sie von einer Neukölln-Hipsterette mit Bicolor-Frisur, die ihre Anweisungen per Handtheater gibt. Rick kriegt sich vor Freude nicht mehr ein. Als die Garbage-Leute dann seine Leute attackieren, geschieht das derart langsam, dass man die Einzelschritte des vom Drehteam engagierten Kampfkoordinators nachzuvollziehen glaubt. Eine der am wenigsten überzeugenden, aber wirklich lustigsten Action-Szenen der gesamten Serie. Rick lacht für uns mit.

Lasst es Müll regnen

Aber: Was soll man erwarten von „neuen besten Freunden“, denen Rick ausgerechnet die gelungene Entführung von Priester Gabriel Stokes hoch anrechnet – der vielleicht tollpatschigsten Figur der ganzen Serie?

Den „Spike Zombie“ macht Rick natürlich fertig. Als Test. Die Frage ist nur, was das den Schrottplatz-Menschen beweist. Rick schafft das ja nicht per Muskelkraft – aber auch nicht wirklich mit Köpfchen. Den entscheidenden Tipp gibt Michonne, die vorschlägt Müll regnen zu lassen. Der Zombie wird mit Müllbeuteln zugedeckt, und auf einmal wird es ihm zu schwer, sich, nun ja, aus den Beuteln zu befreien. Den Umständen entsprechend wäre es jetzt leicht, von „Trash“-Action zu schreiben. Es ist aber nunmal Trash.

Nicht viel los ansonsten in dieser Folge. Daryl „Dixie-Klo“ Dixon trifft Carol nach einer gefühlten Ewigkeit wieder, er besucht sie auf ihrem Landsitz. Vorher hatte er einem Soldaten des König Ezekiel gedroht: „Wenn Carol von einem Blitz getroffen wird, bringe ich Dich um!“. So wichtig ist sie Daryl, von dem man immer noch nicht weiß, ob er sie begehrt, sie einfach seine beste Freundin oder gar doch eine Ersatzmutter für ihn ist.

Bitte geh!

Carol Peletier entwickelt sich langsam zum Ärgernis. Sie ist schweigsam, Typ „kampfesmüde“, was ihrer Figur Tiefe verleihen soll. Ihre Gemeinplätze könnten mittlerweile Bücher füllen. „Warum musstest Du gehen?“, fragt Daryl sie. „Weil ich es musste.“ Einfach herrlich.

In unserer Rezension der letzten Episode ging es um die Vorspänne, in denen zur dramatisch anschwellenden Titelmelodie Aktionen geteasert werden, die dann doch nicht das halten, was sie versprechen. Auch in der zehnten Episode werden wir diesbezüglich nicht enttäuscht. Daryl übt Armbrustschießen, visiert seine Waffe Richtung Kamera an.

Sein tatsächlicher Bodycount in dieser Folge: 0. Am Ende liegt er Carol schluchzend in den Armen.


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