Freiwillige Filmkontrolle


A-ha Minor Earth Major Sky



von

Komponist Pal Waaktaar hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ein Stab von Produzenten über dem Comeback der Norweger brütete und ihm das nicht gefiel. Viele Köche … Das Ergebnis spiegelte die Unsi­cherheit wider, mit der das Trio im Jahr 2000 nach sieben Jahren zurückkam. Ihr letztes Album, „Memorial Beach“, war ein Misserfolg – brauchte die Welt noch A-ha?

Die gelungenen Demos machen traurig. Sie verdeutlichen, dass aus jeder kristallklaren Melodie ein High-Tech-Monster erschaffen wurde, das möglichst viele Zielgruppen erreichen sollte. Die Platte war ein Hit-and-Miss-Unterfangen. „Minor Earth Major Sky“ wurde als Bluesrock geschrieben, erhielt am Ende aber ­einen Depeche-Mode-Rhythmus, „Summer Moved On“ einen Stampf-Beat mit Streichern. Um seine Bedeutung als Vokalist zu untermauern, ­sicherte Morten Harket sich mit „20,2 Sekunden“ einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die „in einem europäischen Top‑40-Song am längsten gehaltene Note“. Dabei war Harkets Gesang das Problem: Mit diesem Album begann die Säusel­phase. Er traut sich bis heute kaum noch, seine bessere, tiefere, ­also düstere Stimme einzusetzen. Die Höhen von „Take On Me“ waren eben Maßgabe. Insgesamt also ein durchwachsenes Album, als Deluxe-­Version mit etlichen Demos aber okay.

Harket wollte sich zunehmend als Komponist einbringen, was unter Berücksichtigung aller drei Songwriter zu „Lifelines“ (2002,★½) führte, einem mit 15 Songs aufgeblähten Schrecken. Der Europop von „Did Anyone Approach You?“ war unter ihrer Würde. Mit dem Anneli-Drecker-Duett „Turn The Lights Down“ erarbeiteten sie sich ein Image als Fernsehgarten-­Band. Auch hier offenbaren die Demos („Afternoon High“), wie gut manches hätte werden können.

Die Wiederveröffentlichungen erreichen also das Gegenteil von dem, was sie bezwecken sollten: Sie dokumentieren nicht das Reifen der Songs, sondern den Druck, unter dem Musiker stehen, die ihren Platz nicht kennen. (Warner)


ÄHNLICHE KRITIKEN

A-ha :: Hunting High And Low

Deluxe-Neuauflage des Pop-Klassikers

A-ha :: Scoundrel Days

A-ha :: Memorial Beach

Ein allerletzter Versuch: Ab nach Amerika in die Paisley Park Studios. Mit "Memorial Beach" scheitern A-ha grandios. Jetzt erhältlich in...


ÄHNLICHE ARTIKEL

„Take On Me“ von A-ha knackt die Milliarden-Klicks-Marke auf YouTube

A-ha durchbrechen die Schallmauer von einer Milliarde Klicks auf YouTube. Mit „Take On Me“ dringen die Norweger in einen exklusiven Kreis vor, der nur wenigen Künstlern vorenthalten ist.

A-ha live 2020: Tickets, Termine, Vorverkauf – ZUSATZKONZERTE

„a-ha - play hunting high and low live“: Die Norweger führen ihr 1985er-Debüt in voller Länge auf, dazu weitere Hits. Jetzt auch 2020 mit weiteren Konzerten

Video: Hier zerfetzen Metallica den A-ha-Klassiker „Take On Me“

Norwegen liebt A-ha, und Metallica wohl auch: Sie coverten den Klassiker „Take On Me“.


Die besten und kürzesten Filme unter 90 Minuten

Ob ein Film Emotion erzeugen kann oder Zuschauer mit den behandelten Themen überzeugt, hängt nicht damit zusammen, wie lange die Laufzeit ist. Das beweisen natürlich Kurzfilme, wie etwa der Oscar-nominierte Streifen „Fresh Guacamole“, mit einer Dauer von nur 1 Minute und 40 Sekunden. Während Kurzfilme bereits dafür ausgelegt sind, gibt es auch fiktionale Langfilme, die die berühmte 90-Minuten-Marke unterschreiten. Diese kurzen Streifen sind aber ebenso kohärent und zufriedenstellend, wie Filme, die eine längere Aufmerksamkeitsspanne vom Zuschauer verlangen. Persona (1966): Laufzeit 85 Minuten Das Gesamtwerk des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergmann ist bis heute für jeden Filmfan eine unerwartete und oftmals gruselige Reise…
Weiterlesen
Zur Startseite