Glen Hansard Between Two Shores

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Man kann nicht gerade behaupten, Glen Hansard hätte in seiner Musikerkarriere noch nichts erreicht. Seine Bands The Swell Season und The Frames genießen Kultstatus, nach seinem Mitwirken in „Die Commitments“ spielte er in „Once“ die Hauptrolle des Straßenmusikers, gewann einen Grammy für das Album der Theaterversion. Und Keira Knightley hat auch schon mal ein Stück von ihm gesungen. Das nunmehr dritte Solowerk sollte dem Folkbarden aus Dublin nun aber den endgültigen Durchbruch bescheren – und ihn endlich ins Mainstreamradio katapultieren. Die Zeiten, in denen man nichtsahnend in einem isländischen Pub sein Bierchen trank und plötzlich schauten einem Glen und seine Gitarre über die Schulter – vorbei!

Larger than life

Waren „Rhythm And Repose“ (2012) und „Didn’t He Ramble“ (2014) eher sparsam instrumentierte Angelegenheiten, so geht Glen Hansard diesmal aufs Ganze, verlässt sich auf seine vielköpfige Live-Truppe, deren spröder Soul hier perfekt eingefangen wird, auf Bläser-Arrangements und auf den Jazz-Schlagzeuger Brian Blade. So überrascht keineswegs, dass „Roll On Slow“ keine Lichtjahre von den Kings Of Leon entfernt ist. Trotz seiner Vorliebe für Bob Dylan wird auf „Between Two -Shores“ vor allem der Einfluss von Van Morrison deutlich. Besonders bei „Why Woman“ sieht man den nordirischen Grantler vor sich. Das an David Gray erinnernde „Setting Forth“ und „Your Heart’s Not In It“ mit dem Pathos einer Joe-Cocker-Ballade, aber einem einschmeichelnden Falsett markieren weitere Höhepunkte. Alles -herrlich altmodisch – in einer bleep-freien Zone.

Wer nun denkt, ein namhafter Produzent hätte sich der Songs angenommen, um diesen Schritt zu bewerkstelligen, liegt daneben. Sie unterlagen allein Hansards eigener Geschmackskontrolle, der sich dabei anscheinend auf den Fluss des Lebens verließ. Dass er dabei keine Larger-than-life-Refrains ablieferte, tut dem Wohlgefallen keinen Abbruch. In der Welt der James Bays, James Blunts und Ed Sheerans ist das so üblich. (Anti/Indigo)

https://www.youtube.com/watch?v=WrycqAGmMPY
Exklusive Videopremiere: Vivin - „Cryptic“

Zwischenmenschliche Chemie ist immer rätselhaft - eben kryptisch. Schon seit Jahren machen Vivin aus Wien gemeinsam Musik. Wie Komplementärfarben würde man sich ergänzen. So vergleichen Vivin ihre Musik mit der Farbenlehre. Und wie bei Farben und optischen Täuschungen können wir nie sicher sein, ob wir alle das Gleiche sehen. Damit spielen Vivin in ihrer Debütsingle „Cryptic“ und dem dazugehörigen Musikvideo, das exklusiv bei ROLLING STONE Premiere feiert. Mit knalligen Farben und Boomerang-Videoeffekt stellt „Cryptic“ die Frage, welche Auswirkungen die neuen Möglichkeiten der (digitalen) Kommunikation haben. Zugleich geht es darum, wie sich die Liebe in Zeiten von Tinder und liberalen Zufluchtsorten…
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