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Picknick mit Bären Regie: Ken Kwapis


Wer etwas übers Wandern wissen will, über Amerika und die Natur und darüber, wie schwer es ist, mit beidem klarzukommen, muss „Picknick mit Bären“ lesen, im Original „A Walk In The Woods“. Als sich der Reiseschriftsteller Bill Bryson aufmacht, um den Appalachian Trail entlangzulaufen, stellt er schnell fest, dass der geplante Spaziergang eher ein Gewaltmarsch ist, der ihm einiges abverlangt. Das Wetter macht alles falsch, die Ausrüstung ist schadhaft, die anderen Wanderer nerven. Und der größte Problembär ist kein Grizzly, sondern sein Freund Stephen Katz, ein ständig indisponierter Quälgeist. Brysons Buch ist eine Wucht: stupend komisch und dabei nie gemein; klug und voll scharfer Beobachtungen. Wie soll eine Verfilmung da mithalten?

Regisseur Ken Kwapis („Der Ruf der Wale“) bemüht sich redlich, und er hat einen großen Vorteil: Robert Redford. Der ist eigentlich schon viel zu alt, um Bryson zu spielen, der 1998, als das Buch erschien, erst 46 war. Deshalb wurde die Geschichte einfach ein klein wenig verändert: Dem betagten Bryson fällt nicht mehr viel ein, er will aber auch kein langweiliges Rentnerleben führen, also muss er noch mal ein Abenteuer wagen. Gerade die Szenen, in denen Redford behutsam seine Greisenhaftigkeit ausstellt (und dabei doch immer noch fantastisch aussieht), gehören zu den lustigsten, zumal wenn ihm Emma Thompson als pragmatische Gattin gegenübersteht. Nick Nolte überreizt als Katz dagegen mal wieder das Torkelnde, Schmuddelige. Weil abgesehen von vielen Kilometern Fußmarsch eher wenig passiert, konzentriert sich die Kamera ganz auf das ungleiche Paar und die herrliche Landschaft, es wird gefrotzelt und philosophiert, und am Ende ist natürlich das Ziel nicht erreicht, aber der Weg war all die Rückenschmerzen, Panikmomente und Strapazen wert.

Redford, der „Picknick mit Bären“ auch produziert hat, dachte bereits 2005 über eine Verfilmung nach – damals träumte er davon, dass Paul Newman seinen Kumpel Katz spielt. Das wäre ein Fest geworden!


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