The Black Keys „Dropout Boogie“


Warner (VÖ: 13.5.)


von

Hohe Schlagzahl bei Dan Auerbach und Patrick Carney. Kaum zwölf Monate nach „Delta Kream“, ihrer erfolgreichen Selbsttherapie mit Blues- und Country-Coversongs, folgt bereits das nächste Werk. Und wieder gründeln die beiden mit prominenter Unterstützung tief im amerikanischen Mutterboden. „Wir haben in den letzten drei, vier Jahren versucht, unsere inneren ZZ Top zu kanalisieren“, scherzte Trommler Carney im amerikanischen ROLLING STONE. Er beschreibt damit den Verbleib des Duos im traditionellen Milieu und verweist gleichzeitig auf Sessiongast Billy F. Gibbons, der neben Greg Cartwright (Reigning Sound) und Angelo Petraglia (Kings Of Leon) im heimischen Easy Eye Sound Studio in Nashville dabei war. Die kernige Herrenrunde rührt Ursuppe an.

Die Black Keys bewegen sich auf bewährtem Terrain

Man sollte sich von der Vorabsingle „Wild Child“ nicht täuschen lassen: Der hämmernde und durchaus partytaugliche Rock-&-Rhythmus-Track, der an ihre 2019er-Schelmenstücke auf „Let’s Rock“ erinnert, ist keineswegs repräsentativ – eher ein clever platzierter Reinzieher in die Sphären, die die Black Keys im 21. Jahr ihres Bestehens besetzen wollen. Der aufreizend zähflüssige Blues-Jam „Happiness“ trifft es da weit eher. So sind von den zehn Songs des Albums neben „Wild Child“ bestenfalls noch zwei weitere im Rock-Segment angesiedelt: die transparente Midtempo-Nummer „How Long“, bei der selbst der Gesang ein wenig höher gestimmt erscheint, sowie das mit feinem Gespür angespielte „Your Team Is Looking Good“, das beim frühen Buddy Holly andockt.

Der Rest geht weiter zurück in der Musiktradition. Man umkreist die pentatonische Tonleiter, durchaus variantenreich wie die JJ-Cale-mäßige Technik bei Gesang und Fingerpicking in „For The Love Of Money“, aber stets mit Tiefe. Und dennoch: ohne Risiko auf der sicheren Seite. Die Black Keys sind zu versierte Musiker und auch zu ausgebuffte Typen, um hier Fehler zu machen. Sie bewegen sich auf bewährtem Terrain. Das machen sie gut, und das muss reichen.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Taj Mahal & Ry Cooder :: „Get On Board“

Lebhafte Verbeugung vor einem wichtigen Blues-Duo

Son House :: „Forever On My Mind“

Bislang Unveröffentlichtes des Blues-Meisters

Kings Of Leon :: Walls

Die Wandlung zu Poppern mit Gitarrenbegleitung ist perfekt.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Kings Of Leon: Konzertabsage – sie fliegen nach Hause, um sich von ihrer Mutter zu verabschieden

Die Kings Of Leon haben zwei Konzerte abgesagt, da ihre Mutter im Sterben liegt.

Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Garland Jeffreys – „14 Steps To Harlem“

Manchmal klingt das Album wie ein Jam, bei dem sich Mick Jagger, Van Morrison, Joe Strummer und Lou Reed einen Joint teilen.

B.B. King und „Live At The Regal“: Magie des Moments

Der Blues-Gigant stellte bei dieser Live-Aufnahme alles auf die Waage, was ihn zu ewiger Größe beruft.