Spezial-Abo
Highlight: AC/DC-Countdown: Alles, was wir über das neue Album und die Tour mit Brian Johnson wissen

Yes Progeny: Seven Shows From Seventy-Two


Wie ihre Zeit- und stilistischen Artgenossen King Crimson, die sich bereits seit 2012 damit profilieren, dass sie gewaltige Live-Boxen heraus­bringen, haben nun auch die Prog-Rock-Urgesteine Yes in den Archiven gewühlt und veröffentlichen mit „Progeny“ sieben kom­plette Konzerte von 1972. Damals war gerade Drummer Alan White hinzugestoßen, um Bill Bruford zu ersetzen, und die neue Besetzung war erstmals auf Tour durch die USA und Kanada.

Obwohl mit „Yessongs“ bereits ein Zeitdokument vorliegt, unterscheidet sich „Progeny“ vor allem im Sound maßgeblich von zuvor veröffentlichten Live-Aufnahmen. Während Whites Schlagzeug zentral aus den Boxen klingt, wurden die restlichen Instrumente im Stereo­spektrum den Bühnenpositionen zugeordnet. Die schnellen Arpeggioläufe von Steve Howe und Rick Wakeman klingen entsprechend nur von links respektive von rechts aus den Boxen. Das sorgt zwar für einen entschlackten Sound, doch ein so geschlossenes Klangbild wie auf „Yessongs“ wird nicht erreicht.

Von der neuen Art der Abmischung profitieren die ebenso wilden wie anspruchsvollen „Heart Of The Sunrise“ und „Siberian Kha­tru“ am meisten. White und Bassist Chris Squire spielen druckvoll und präzise, dabei auch immer dynamisch – hier beweisen sie, wa­rum sie damals als eine der besten Rhythmusgruppen galten. Über all dem schwebt die hohe, androgyne Stimme von Jon Anderson.

Dass es sinnvoll ist, sieben auf­einanderfolgende Konzerte mit identischen Setlists zu veröffent­lichen, darf bezweifelt werden. Zwar sind sympathische Pannen zu hören, etwa wenn die Keyboard-Soloeinlage beim Konzert in Toronto von Anderson als Duett mit den örtlichen Radiostationen angekündigt wird, weil das umfangreiche Synth-Equipment UKW-Wellen empfing. Doch Yes waren nie eine Jazz-Band: Improvisation hielt sich in Grenzen, die Unterschiede zwischen den Songs sind minimal. Der Fan braucht die Box aber wegen des famosen Artworks von Roger Dean!


ÄHNLICHE KRITIKEN

Max Goldt :: Räusper

Ali Eskandarian :: Die goldenen Jahre

Tobi Dahmen :: Fahrradmod


ÄHNLICHE ARTIKEL

Fleetwood Mac: Mega-Boxset „Before The Beginning - 1968-1970 Rare Live & Demo Sessions“

Fleetwood Mac: „Before The Beginning - 1968-1970 Rare Live & Demo Sessions“ erscheint am 15.11. als 3 CD-Set und 3LP-Set. Die Sammlung besteht aus seit über 40 Jahren verschollenem Material

Depeche Mode: Fans wütend über neues Box-Set - „Abzocke“

Viele Anhänger von Depeche Mode halten „Mode“, das neue angekündigte Box-Set von Depeche Mode, für Abzocke und unnötig.

Steve Miller Band präsentiert „Welcome To The Vault“-Mega-Boxset

Das Set kommt am 11. Oktober und besteht aus drei CDs und einer DVD – darunter mit 38 bisher unveröffentlichten Aufnahmen von Demos, Probeaufnahmen und Outtakes der Blues-Rock-Legende.


Harry Styles verschiebt seine Deutschland-Tour

Die Flut an Konzertabsagen und Tourneeverschiebungen aufgrund des Coronavirus macht auch vor Harry Styles nicht halt: Der ehemalige One-Direction-Sänger verschiebt seine Tournee durch Deutschland und Österreich auf 2021. Termine auf 2021 verlegt Eigentlich hätte Harry Styles im April und Mai 2020 im Rahmen seiner „Love On Tour“-Tournee Konzerte in Wien, München, Hamburg, Berlin und Köln geben sollen. Wenig überraschend wurde nun bekannt, dass diese Termine aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben werden müssen. Alle Konzerte sind nun ins Jahr 2021 verlegt worden – beginnend mit einem Auftritt in der Wiener Stadthalle am 19. Februar 2021. Sämtliche im Vorkauf erworbene Karten behalten ihre…
Weiterlesen
Zur Startseite