Rolling Stones: 10 Songs, die nur Hardcore-Fans kennen
Die 10 besten Deep Cuts der Rolling Stones – von „Moonlight Mile“ bis „Can’t You Hear Me Knocking“.
Die Rolling Stones richten ihre Konzerte meist auf ihren gewaltigen Hitkatalog aus. Wir aber zählten für unser ROLLING-STONE-Voting alles, was kein Hit war. Hier sind die Ergebnisse.
10. „Fingerprint File“
Die LP der Rolling Stones aus dem Jahr 1974, „It’s Only Rock ’n Roll“, ist vor allem für ihren Hit-Titelsong bekannt, doch das Album endet mit einem Stück, das ebenso beeindruckend ist. Das sechseinhalb Minuten lange „Fingerprint File“ ist ein wahnsinnig funkiger Song, in dem Mick Jagger aus der Perspektive eines extrem paranoiden Mannes singt, der glaubt, vom FBI verfolgt zu werden.
Jagger spielte selbst Rhythmusgitarre, und der Song klingt beinahe so, als könnte er ein Outtake von Sly & the Family Stone sein. Es war der erste von vielen Tanzsongs, die die Stones in den Siebzigern ausprobierten. Seit dem Sommer 1975 haben sie ihn nicht mehr gespielt, und es ist schwer vorstellbar, dass er je wieder in die Setlist zurückkehrt, aber eingefleischte Fans würden ausrasten, sollten sie es jemals versuchen.
9. „Sweet Virginia“
Seite zwei von „Exile on Main Street“ beginnt mit dieser wunderschönen Country-Ballade, doch Anspielungen auf Speed, Scheiße und Pillen machten eine Radioplay unwahrscheinlich.
Der Song entstand während der „Sticky Fingers“-Phase im Jahr 1970 und wurde etwa zwei Jahre später während der „Exile“-Sessions richtig aufgenommen. Der Legende nach sang Gram Parsons die Hintergrundstimmen, doch das wurde nie hundertprozentig bestätigt. Der Song war jahrelang ein Live-Favorit und tauchte zuletzt 2014 bei einem Konzert in Australien auf.
8. „Stray Cat Blues“
Die Rolling Stones waren in Hochform, als sie 1968 „Beggars Banquet“ aufnahmen und innerhalb weniger Monate Klassiker wie „Sympathy for the Devil“, „Street Fighting Man“, „Salt of the Earth“ und „No Expectations“ hervorbrachten. Kein Wunder, dass es ein so starkes Stück wie „Stray Cat Blues“ schwer hatte, herauszustechen.
Es ist zudem die Art von Song, die heute niemals veröffentlicht werden könnte: Der Text handelt von Sex mit einer 15-jährigen Groupie. „Wette, deine Mama weiß nicht, dass du so schreist“, singt Jagger. „Ich wette, deine Mutter weiß nicht, dass du so spucken kannst.“ Noch verrückter: In der Live-Version änderte Jagger ihr Alter auf 13.
7. „2000 Light Years From Home“
Die Rolling Stones wären die Ersten, die zugeben würden, dass ihre psychedelische LP aus dem Jahr 1967, „Their Satanic Majesties Request“, nicht ganz so lief wie geplant. Sie spielten einfach nicht ihre Stärken aus, und das Experiment wirkte etwas erzwungen.
Dennoch enthält das Album einige erstaunliche Perlen, wie den vorletzten Song „2000 Light Years From Home“. Brian Jones spielt Mellotron, und Jagger soll den Text im Gefängnis nach seiner Drogenverhaftung geschrieben haben. „Es ist so sehr einsam“, singt er. „Du bist 2000 Lichtjahre von zu Hause entfernt.“ Die meisten Songs dieses Albums wurden seit über 40 Jahren nicht mehr angerührt, doch die Stones spielten diesen Titel auf der Tour 1989/1990 und brachten ihn 2013 in Glastonbury zurück.
6. „Sister Morphine“
Viele großartige Rocksongs verwendeten codierte Sprache, um auf Drogenkonsum anzuspielen. „Sister Morphine“ gehört nicht dazu: Es geht um einen schwer verletzten Mann in einem Krankenhausbett, der mehr als nur ein wenig Trost von seinen Freunden Sister Morphine und Cousin Cocaine erhält. Jagger begann den Song 1968, und Marianne Faithfull fügte einige Textzeilen hinzu.
Sie nahm das Stück 1969 selbst auf, und als sie sah, dass die Stones es auf „Sticky Fingers“ veröffentlichten, ohne ihr Anerkennung zu geben, reichte sie Klage ein. Heute wird der Song Jagger/Richards/Faithfull zugeschrieben.