Große Mehrheit der Roskilde-Fans behält Ticket – Vorbild für deutsche Festivals?


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„Wir sind sehr dankbar“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Roskilde Festival, dass ein Großteil der Besitzer für Tickets der diesjährigen (wegen Corona gestrichenen) Ausgabe auch 2021 dabei sein wird.

Ab Dienstag (12. Mai) gehen letzte Eintrittskarten inklusive Camping-Pässe in den Verkauf. Wie immer geht es darum, schnell zu sein.

Die Betreiber des beliebten Musikevents in Dänemark bekamen in den letzten Tagen nach eigenen Angaben viel Rückendeckung von Fans und Werbepartnern für ihr Konzept, die aktuellen Karten auf die kommende Ausgabe im Jahr 2021 zu überschreiben und für alle, die das nicht wollen, eine Frist zu setzen. Bis Freitag (8. Mai) konnten Tickets zurückgegeben werden. 85 Prozent der Käufer blieben aber dabei.

Spenden sammeln im Zeichen von Corona

Roskilde-Pressesprecherin Christina Bilde dazu: „Ganz konkret bedeutet dies, dass wir weiterhin an der 50. Ausgabe des Roskilde Festivals 2021 arbeiten können. Wir freuen uns, wieder Initiativen unterstützen zu können, die an positiven Projekten für Kinder und junge Erwachsene arbeiten.“

Als Non-Profit Organisation ist das Ziel des Roskilde Festivals, Geld für wohltätige Initiativen zu sammeln, die sich für Kinder und junge Erwachsene einsetzen. Durch die Absage des diesjährigen Festivals können die Veranstalter in diesem Jahr allerdings weniger einsammeln als üblich. Damit verlieren auch viele Vereine und Partner in diesem Jahr eine wichtige Einnahmequelle. Man suche, so heißt es in der Pressemitteilung, nun weitere Möglichkeiten, Spenden aufzubringen.

Wie gehen deutsche Festival-Veranstalter mit den gekauften Tickets um?

Der erfolgreiche Weg, des Roskilde Festivals, die eigenen Fans an sich zu binden und so auch gefährdete Einnahmen für dieses Jahr zu sichern, könnte natürlich auch ein Vorbild für deutsche Festivals sein, die nach dem Verbot von Großveranstaltungen in diesem Sommer allesamt absagen mussten.

Bislang gibt es bei den meisten Veranstaltern noch keine Rückmeldung für Fans, wie es mit den von ihnen erworbenen Tickets aussehen wird. Ein von der Bundesregierung eingebrachtes, aber bisher noch nicht ratifiziertes Gesetz könnte eine so genannte Gutscheinlösung für die Betreiber möglich machen. Das heißt, Käufer müssten sich grundsätzlich damit abfinden, dass sie auch trotz Wunsch, die Karten zurückzugeben, nur einen Gutschein bekommen. Sehr wahrscheinlich werden Fans freundlich dazu aufgefordert, ihre Karten zu behalten. Bislang herrscht in diesem Punkt aber noch Unklarheit.

Das Roskilde zeigt aber, dass es von den Fans durchaus honoriert wird, wenn Verkäufer auf Solidarität setzen und den Zuschauern entgegenkommen, die in den meisten Fällen auch im kommenden Jahr Lust darauf haben, das nachzuholen, was sie in diesem Jahr verpassen. Das würde beiden Seiten helfen. Und hinzu kommt, dass viele Bands bereits angekündigt haben, im nächsten Jahr ebenfalls dabei zu sein.