Sabrina Carpenter: Spektakuläres Hollywood-Glamour-Set beim Coachella

Mit Special Guests wie Will Ferrell, Sam Elliott, Corey Fogelmanis und Samuel L. Jackson.

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Ihr erster Auftritt auf der Coachella-Bühne liegt erst zwei Jahre zurück – und doch fühlt es sich an, als hätte Sabrina Carpenter seitdem ein Dutzend Popkarrieren gelebt.

Die Version von Carpenter, die bei ihren Shows einzigartige, völlig enthemmte virale „Nonsense“-Outros hinlegte, wirkt weit entfernt von dem Grammy-prämierten globalen Phänomen, das sie inzwischen geworden ist. Doch ihre Vergangenheit war stets Teil ihrer Entwicklung. „Coachella, wir sehen uns hier wieder, wenn ich Headlinerin bin“, sagte Carpenter im Outro ihres frühabendlichen Sets 2024. Ihr Wort hat sie gehalten – mit einem elektrischen Headliner-Auftritt auf der Coachella-Hauptbühne am Freitagabend.

Das Set war eine intensive, dramatische Hommage an Hollywood und Kalifornien. Carpenter betrat die Bühne in einem Oldtimer, der bereits in dem Film-noir-Intro zu sehen war. Als Special Guests traten Will Ferrell, Sam Elliott und Corey Fogelmanis auf – und mitten in „Juno“ meldete sich die Stimme von Samuel L. Jackson zu Wort: „Now Sabrina, finish the motherfucking song.“

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Hollywood-Hommage auf der Hauptbühne

Sie packte 20 Songs in die Show, darunter die Live-Premieren von „When Did You Get Hot“, „Sugar Talking“ und „We Almost Broke Up Again Last Night“ aus „Man’s Best Friend“ sowie den limitierten Bonustrack „Such a Funny Way“.

Das Filmthema zog sich konsequent durch die gesamte Performance: Bei „Feather“ – mit einem Burlesque-Bühnenbild – fanden sich Anspielungen auf Kool & the Gangs „Hollywood Swinging“ und Barry Manilows „Copacabana“. Bei „Go Go Juice“ schien sie „Cell Block Tango“ aus „Chicago“ zu zitieren, „When Did You Get Hot“ bediente sich bei „Some Like It Hot“, und „Busy Woman“ nickte in Richtung „The Rocky Horror Show“. Selbst ihr Catwalk erinnerte an den Hollywood Walk of Fame.

In der Mitte des Sets übernahm Susan Sarandon das Rampenlicht für einen ausgedehnten Monolog, den sie von einem Auto auf dem Festivalgelände aus hielt. Mit einer Mischung aus Wehmut und unheimlicher Intensität reflektierte sie über Jugend, Mut und Ehrgeiz – alles Eigenschaften, die Carpenter in Hülle und Fülle besitzt.

Ein Jahr auf Welttournee

Carpenter gibt seit „Espresso“ Vollgas. Über ein Jahr lang tourte sie mit ihrer „Short n‘ Sweet“-Tour um die Welt. Die Tournee – zunächst rund um das 2024er-Album „Short n‘ Sweet“ konzipiert, dann auf das 2025er-Album „Man’s Best Friend“ ausgeweitet – umfasste 72 Dates. Jede Show war eine aufwendige Produktion – ein riesiges Haus, das gleichzeitig als Fernsehstudio fungierte – vor allem aber ihr persönlicher Spielplatz.

Als sie für die Grammy Awards 2026 auf die Bühne zurückkehrte, verwandelte Carpenter den Raum in SC Airlines, wo Hits abhoben und jegliches Gepäck, das den Spaß hätte trüben können, am Gate aufgegeben wurde. Bei Coachella schuf sie mit Sabrinawood ein Wunderland der eigenen Art. Das Bühnendesign verwebte Elemente von Los Angeles mit der Wüste, in der ihr Publikum stand. Das erzeugte einen faszinierenden Effekt der Erdung, der die tausendköpfige Menge an jede ihrer Bewegungen fesselte – so wie es eine Blockbuster-Performance eben tun sollte.

Sieben Monate Vorbereitung

Im Vorfeld des Festivals gab Carpenter im Gespräch mit Marc Jacobs für „Perfect“ einen Vorgeschmack auf das Set. „Es ist die ambitionierteste Show, die ich je gemacht habe“, sagte sie. „Ich hatte wahrscheinlich zum ersten Mal wirklich die Zeit, mich hinzusetzen und über eine Show zu reden, während ich sie noch aufbaue. Meistens wird man sehr schnell in die physischen Proben geworfen, aber diesmal haben wir diesen Prozess vor etwa sieben Monaten begonnen. Es war eine lange Reise. Es wird etwas ganz Besonderes sein.“

Als sie „Espresso“ kurz vor ihrem Coachella-Auftritt 2024 veröffentlichte, wusste Carpenter genau, was alle so sehr daran fesseln würde. „Es war wirklich aufregend, dass der Song von Anfang bis Ende so viel Persönlichkeit hatte, denn das sind die Songs, die live mit einem Publikum wirklich, wirklich Spaß machen“, sagte sie damals Apple Musics Zane Lowe. „Das sind die Songs, bei denen die Leute – auch wenn sie meine Musik oder mich überhaupt nicht kennen – einfach reinhören und mit einem viel besseren Gefühl für meinen Humor wieder rausgehen können.“

Die Menge, die sich am Freitagabend zu Tausenden versammelt hatte, kannte jedes Wort. Carpenter hatte Coachella für die gesamte Dauer ihres Sets fest im Griff. Genau das hatte sie von Anfang an gewollt. Es war nur eine Frage der Zeit. „Vor zwei Jahren wollte ich einen Song vor Coachella rausbringen, und jetzt glaube ich, ihr kennt die fucking Wörter“, sagte sie, bevor sie „Espresso“ anstimmte.

Machen, solange es geht

„Ich mache einfach Dinge, freue mich darüber und mache dann weiter“, sagte Carpenter letztes Jahr zu ROLLING STONE. „Nicht um dramatisch zu sein, aber was kann ich tun, solange meine Beine noch mitmachen? Ich bin beweglich, also nutzen wir das. Mein Kopf ist klar, also schreiben wir. Ich versuche, nicht traurig darüber zu werden, dass nichts ewig währt, aber ehrlich gesagt ist es gerade eine so wunderschöne Zeit. Ich will sie in vollen Zügen genießen und weiter Dinge schaffen, solange ich mich so fühle.“