Schäumender Sting: Wurde er beim Kauf eines toskanischen Weinguts reingelegt?


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Um Ex-Police-Sänger Sting ranken sich mittlerweile viele Legenden. Der Musiker gilt als Lebemann und Connaisseur, der in Interviews gern von seiner Schwäche für Kultur und guten Wein berichtet. Letzterer hat es ihm dermaßen angetan, dass der 69-Jährige sogar sein eigenes Weingut in der Toskana besitzt.

In einem Interview Sting nun, wie es zu dem Kauf der 865 Hektar großen Anbaufläche kam. Dabei gab er an, vom verkaufstüchtigen Vorbesitzer des Geländes – einem italienischen Herzog – reingelegt worden zu sein.

Geschickter Schwindel

„Bei einem unserer ersten Besuche in Il Palagio bot uns [der Herzog] ein Glas Rotwein aus einer Karaffe an“, berichtete Sting im Interview mit der italienischen Zeitschrift „Sette“. „Wir verhandelten gerade über den Kauf. Das Anwesen gefiel uns sehr, auch wenn es eine Ruine war. Der Herzog fragte mich, ob ich den Wein des Anwesens probieren wolle, und ich sagte ja. Es war ein hervorragender Wein, und das überzeugte mich, auch die Weinberge zu kaufen.“

Erst eine Zeit nach Vertragsunterzeichnung, so Sting, habe er von dem geschickten Schwindel erfahren: Der Wein, der ihn schließlich zum Kauf des Anwesens bewegte, sei eigentlich von einem ganz anderen Weingut gewesen.

„Als wir unseren Gästen den Wein aus dem Weingut servierten, sah ich, dass jemand sein Glas in ein Blumenbeet leerte“, gestand er. „Da haben wir beschlossen, uns zu rächen und zu zeigen, dass es möglich ist, aus den Weinbergen des Palagio hervorragenden Wein zu produzieren. Unser ganzes toskanisches Abenteuer war wirklich eine Art, uns zu revanchieren“. Das Palagio gilt heute als ein beliebtes Weingut mit hohen Umsätzen. Ob das an der erhabenen Qualität des Weines oder an Stings Namen liegt, sei erst einmal dahingestellt.

Empörung über Vorwürfe

Was für die einen eine weitere unterhaltsame Anekdote aus Stings Leben ist, ist für den Sohn des mittlerweile verstorbenen, angeblich betrügerischen Herzogs alles andere als lustig. Dieser sieht den guten Ruf seines Vaters in Gefahr und wirft Sting „giftige Verleumdung“ vor.

„Abgesehen davon, dass ein international erfahrener Gentleman wie Sting Barolo nicht mit Chianti, und Nebbiolo nicht mit Sangiovese verwechseln sollte, könnte nichts dem Charakter, den Gewohnheiten, dem Verhalten, mit einem Wort, dem Geist meines Vaters fremder sein, als sich wie ein betrügerischer Gastwirt zu verhalten“, stellte er klar.

Die Geschichte sei „nichts weiter als eine geschmacklose Marketingstrategie“. Der Sänger schulde ihm und seiner Familie eine Entschuldigung.

Auch der Philosoph Edgar Morin hält die Geschichte für unwahrscheinlich. „Selbst ein Kind kann den Unterschied zwischen einem Barolo und einem Sangiovese erkennen“, gibt er gegenüber „Page Six“ zu verstehen. „Und kein Toskaner – am allerwenigsten Simone – würde es wagen, einen solch billigen und absurden Trick zu versuchen.“