Streit über „Blurred Lines“: Pharrell Williams von Meineid-Vorwürfen freigesprochen


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Ein Gericht hat nun entschieden, dass Pharrell Williams keinen Meineid geleistet hat, als er im Prozess zur Entstehung von „Blurred Lines“ aussagte. Die Nachlassverwalter von Marvin Gaye hatten dies behauptet, als 2019 ein Interview erschien, in dem Williams über den Song und seine Gefühle dazu sprach.

Pharrell Williams: Interview brachte den Musiker erneut in Schwierigkeiten

2019 hatte Pharrell Williams in einem „GQ“-Interview mit Rick Rubin über „Blurred Lines“ gesprochen. Er erwähnte darin, dass der Song durchaus Gefühle enthalte, die auch in „Got To Give It Up“ von Marvin Gaye vorkommen. Williams erklärte zudem, dass er oft jene Songs, die ihn emotional bewegen, „zurückentwickle“ – „um festzustellen, ob wir ein Gebäude errichten können, dass nicht genauso aussieht, aber das dich genauso viel spüren lässt. Das habe ich mit ,Blurred Lines‘ gemacht und habe dadurch Schwierigkeiten bekommen.“

Diese Aussage sorgte im Anschluss für noch mehr Ärger. Denn Marvin Gayes Erben fassten das Statement so auf, dass Pharrell Williams den geistigen Diebstahl am Song zugab, nachdem er zuvor unter Eid ausgesagt hatte, sich keiner Schuld bewusst zu sein. Ein Richter schmetterte die Anschuldigungen nach über einem Jahr nun aber ab. Die Begründung: Pharrell Williams‘ Aussagen im Interview seien „kryptisch und offen für verschiedene Interpretationsmöglichkeiten“ gewesen. „Zum Beispiel ist unklar, was Williams mit ,zurückentwickeln‘ meinte.“ Dies könne auch im übertragenen Sinne gemeint gewesen sein und sich ausschließlich auf die persönlichen Gefühle beim Hören des Songs bezogen haben. Diese Annahme widerspricht dem ursprünglichen Statement, das der Musiker unter Eid abgab, nicht.

Die Anfänge des Rechtsstreits

2014 war es zum Streit zwischen den Erben von Marvin Gaye und den „Blurred Lines“-Interpreten Robin Thicke und Pharrell Williams gekommen. Der Song ähnelte in vielen Passagen dem Lied „Got To Give It Up“.

Hören Sie beide Songs im Vergleich:

Wegen Urheberrechtsverletzungen hatten die Künstler fünf Millionen US-Dollar (4,15 Millionen Euro) zahlen müssen.