Suki Waterhouse über ihr neues Album – und Abende mit Taylor Swift und BTS
Waterhouse erklärt, wie Mutterschaft, Mick Fleetwood und 50 Cent das Album „Loveland“ geprägt haben.
„Loveland“, erschienen am 10. Juli, ist Suki Waterhouses drittes Album – doch leichter wird der kreative Prozess dadurch nicht. „Je mehr man weiß, desto weniger weiß man“, sagt sie in einer neuen Folge des Rolling Stone Studio. „Man stellt an sich selbst immer höhere Erwartungen.“ Trotzdem ist es ihr bislang bestes Werk: ein Major-Label-Debüt voller Hooks, organischer Produktion und messerscharfer Texte, die sich unter anderem mit dem auseinandersetzen, was Waterhouse „eine seismische Veränderung in mir“ nennt – dem Mutterwerden.
Zu ihren Mitarbeitern auf dem Album zählen Produzent Aaron Dessner von The National, Hit-Songwriterin Amy Allen (sie co-schrieb Sabrina Carpenters „Espresso“), Dan Wilson von Semisonic – und für einen Track Mick Fleetwood am Schlagzeug. In der neuen Folge des Rolling Stone Studio spricht Waterhouse mit den Senior Writern Brian Hiatt und Angie Martoccio über die Entstehung von „Loveland“ und mehr. Hier die wichtigsten Momente aus dem Gespräch.
„Back in Love“ handelt davon, wie sie nach der Geburt ihrer Tochter vor zwei Jahren aus einer Identitätskrise herausfand
„Für mich fühlte es sich an wie das erste Mal, dass ich wirklich merkte: Ich bin wieder verliebt“, sagt Waterhouse, die 2024 mit ihrem langjährigen Partner Robert Pattinson ihr erstes Kind bekam. „Ich kann all diese Dinge gleichzeitig sein – und ich bin es. Und die Dinge, vor denen ich Angst hatte, muss ich eigentlich gar nicht mehr fürchten. Ich glaube, das Elternsein hat mir mehr Liebe gegeben. Es hat mir tatsächlich geholfen, mein eigenes Glück klarer zu sehen.“
Taylor Swift beschrieb Waterhouse einmal als „den wildesten Menschen, den ich kenne und dem ich trotzdem jedes Geheimnis anvertrauen würde“
„Ich erinnere mich noch genau, wo ich war, als ich das gelesen habe“, sagt Waterhouse. „Ich lag irgendwo auf Tour im Bett. Wie ist das passiert?“ Und was genau hat sie vor Swift getan, um diesen Titel zu verdienen? „Das würde ich Ihnen nicht verraten. Das kann ich nicht sagen. Ich glaube, ich bin wild im Geiste. Ich bin nicht – schauen Sie, ich bin nicht allzu verrückt.“
Waterhouse und Mick Fleetwood tauschten Gefälligkeiten aus
„Ich hatte diese etwas verrückte Idee – es war irgendwie wie bei ‚Daisy Jones and the Six’“, sagt sie und verweist auf die Serienadaption von Taylor Jenkins Reids Roman aus dem Jahr 2019, in der Waterhouse mitspielte. „Wie könnte ich Mick Fleetwood jemals dazu bringen, auf einem meiner Songs Schlagzeug zu spielen? Also habe ich Mick angeschrieben und gefragt: ‚Wären Sie interessiert, vielleicht, bitte, würden Sie jemals daran interessiert sein, auf ‚Morals‘ zu spielen?‘ Er filmt alles, also bekam ich so viele Videos aus Hawaii, wo er sein Studio hat. Er hat ein paar fantastische Takes eingespielt.“ Fleetwood, so stellte sich heraus, arbeitet selbst an einem Kollaborationsalbum. „Es war so: ‚Du spielst auf meiner Platte, ich mache einen Song für deine.‘ Er hat seinen Produzenten extra nach New York eingeflogen, und wir haben auch alle Vocals in New York aufgenommen.“ Persönlich begegnet sind sie sich bis heute nicht: „Er verließ Hawaii gerade für die Harry-Styles-Show. Das wäre der einzige Moment gewesen, wo ich ihn hätte treffen können.“
Aaron Dessner war sofort begeistert von Waterhouses Demo-Vocal, aufgenommen während einer Erkältung
Waterhouse reiste zu Dessners Long Pond Studio im Norden des Bundesstaats New York, wo auch Swift, Noah Kahan, Gracie Abrams und viele andere aufgenommen haben. „Es ist so eine seltsame und unwirkliche Sache, in Long Pond vorzufahren, das natürlich ein so berühmtes Studio ist, in dem so viele meiner Vorbilder so unglaubliche Musik gemacht haben“, sagt sie. „Ich bin im Auto fast eingeschlafen, habe die Augen aufgemacht – und da war diese wunderschöne Hütte im Wald.“ Als Waterhouse ihm sagte, sie wolle die Demo-Vocals behalten statt einen perfekten Take aufzunehmen, war er sofort einverstanden: „Er meinte nur: ‚Klar.‘ Andere Produzenten hätten gesagt: ‚Nein, du nimmst mein tolles Mikrofon, nicht das SM7.‘ Aber er war so entspannt dabei. Und er sagte: ‚Ja, [The National] haben einen Song, bei dem unser Sänger auch wirklich, wirklich krank war, und wir liebten es, es war großartig.‘ Er hat so wenig Ego. Es ist ein ganz anderes Arbeiten, wenn der Produzent selbst Künstler ist.“
Sie würde für eine weitere Staffel zu „Daisy Jones and the Six“ zurückkehren
„Natürlich“, sagt sie. „Ich glaube, wir alle würden es tun. Das war die beste Zeit überhaupt. Es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens, diese Serie zu drehen.“ (Ebenfalls geklärt: Fleetwood hat sie gesehen. „Er hat sie definitiv gesehen. Ich glaube, sie alle haben sie gesehen.“)
Ihr erster Auftritt in einer großen Venue als Vorband von Father John Misty war eine Katastrophe
„Ich war definitiv ins kalte Wasser geworfen worden“, sagt sie über ihre Tournee 2022 mit dem eigenwilligen Singer-Songwriter. „Ich habe so viel gelernt, ehrlich gesagt, einfach indem ich sehr oft gescheitert bin. Ich habe so einen schlechten Job gemacht. Es war wie meine schlimmste Show. Ich wusste gar nicht, wie schlecht der Sound war, und war total aufgeregt. Ich kam von der Bühne und meine Manager meinten: ‚Das war wirklich schlecht.‘ Es war also ziemlich erschütternd. Aber ich hatte eine tolle Zeit.“
Das BTS-Interview war ein Highlight
„Ich hatte ein Script und bin sehr weit davon abgewichen, habe sie immer wieder angestupst und Sachen gefragt“, sagt sie über ihr Spotify-Interview mit BTS Anfang des Jahres. „Die waren so dabei. Sie sind unglaublich witzig – sie haben so ein herzliches Miteinander. Viel entspannter, als ich vielleicht gedacht hätte … Sie lieben Musik, haben einen tollen Musikgeschmack und sind zum Schreien komisch. Ich habe es wirklich genossen.“
Sorgfältig kuratierte Rap-Playlist für die Geburt
„Ludacris war drauf. Etwas Biggie Smalls. Ja Rule – ein ganz großer Favorit. Busta Rhymes. Aber ich erinnere mich noch, wie der Arzt meinte: ‚Ihr seid wirklich entspannt.’“ Diese Playlist war allerdings nur ein Teil der Inszenierung, wie sie anmerkt: „Rob musste so viele Dinge halten, weil ich eine Videokamera dabei hatte, einen UE Boom [Lautsprecher], so drei verschiedene Kameratypen, die er für mich festhalten sollte. Und ich glaube, er hat den UE Boom danach verloren. Aber er hat einfach so viele Dinge gehalten.“ (Ganz in diesem Geiste bat sie Dessner später darum, für ihren neuen Song „Almost“ einen 50-Cent-Vibe einzufangen.)
Die größten Songs aller Zeiten – Waterhouse nennt zuerst T. Rex
Nach den größten Songs aller Zeiten gefragt, nennt Waterhouse als Erstes T. Rex‘ „Cosmic Dancer“ – weil sie auf dem Schulweg täglich an Marc Bolans Grab vorbeikam. „Ich bin jeden Tag am Bahnhof Barnes aus der U-Bahn gestiegen“, sagt sie und erinnert sich an ihre Schulzeit in London. „Er ist genau dort gestorben. Also hatte ich jeden Tag diesen Moment, wenn ich in meiner Schuluniform an seinem Grab vorbeiging, und ich blieb immer stehen und hörte seinen Songs zu. Seine Musik erinnert mich daran, ein Teenager zu sein, zur Schule zu laufen und mich irgendwie täglich als Teil von ihm zu fühlen.“ Als Nächstes kommt Judee Sills „Jesus Was a Cross Maker“, was eine Enthüllung nach sich zieht: „Ich habe versucht, einen Film über Judee Sill zu machen. Ich habe mit einigen ihrer Freunde gesprochen. Ich besitze eine Menge unveröffentlichter Aufnahmen von ihr.“ Dann „Some Velvet Morning“ von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra; „Asleep and Dreaming“ von den Magnetic Fields, das sie einmal mit Stephin Merritt persönlich singen durfte („Ich kann immer noch nicht glauben, dass das passiert ist. Er ist so ein unglaublich netter Mensch“, sagt sie); und „God Only Knows“ von den Beach Boys.
Pattinsons Lieblingstrack schließt das Album ab
Der herzerwärmende Abschluss „My Favorite Weirdo“ handelt davon, dass Waterhouse und ihr Partner berufsbedingt getrennt sind. „Seit ich meine Tochter habe, befinden wir uns beide in diesem Strudel, und er dreht viele Filme, was bedeutet, dass wir nicht immer zusammen sind – etwas, das ich schwierig finde und womit ich ringe“, sagt sie. „Dieser Song ist für mich etwas Beruhigendes. Er hat dieses Wissen, dass wir wieder zusammenkommen werden. Wir können beide unsere eigenen Sachen machen und getrennt sein, und wir sind stark genug – dieses Band zwischen uns trägt.“