Ranking: Alle Filme von Christopher Nolan
Alle Filme von Christopher Nolan im Ranking, von „Following“ bis „Oppenheimer“
Wir bringen die Werke Christopher Nolans in die richtige Reihenfolge. „The Odyssey“ wird 2026 hinzugefügt.
12. Tenet (2020)
Kenneth Branagh spielt einen russischen Oligarchen, und das Ende der James-Bond-Hommage sieht aus wie ein „Halo“-Videospiel. Aber wer versteht eigentlich das Inversionsprinzip? Das bekommen ja nicht mal die Experten auf Reddit hin.
11. Dunkirk (2017)
Von Quentin Tarantino als bester Kriegsfilm des Jahrhunderts gelobt. Ein sehr guter Film – hätte Nolan nicht beschlossen, auch hier sein Prinzip nicht nur der verschiedenen Erzählebenen, sondern auch Zeitebenen zu verwenden. Bootsmann, Pilot, die Truppen an Land – wenn alle Zeitlinien nicht parallel stattfinden, sind die kausalen Zusammenhänge auch nicht ersichtlich.
10. The Dark Knight (2008)
Ein durch den plötzlichen Tod von Heath Ledger in seiner Bedeutung leicht überhöhtes Rachedrama. Der Konflikt zwischen Batman und Joker, in denen die Grenzen der Moral verschwimmen, erinnerte viele Rezensenten an Michael Manns „Heat“ (1995).
Weil Nolan hier komplett auf Realismus setzte statt auf magische Superkraft-Hierarchien, wird der Machtaufstieg diverser Antagonisten mit komplizierten Geldtransfers erklärt – dafür gehen schon mal die ersten 45 Minuten drauf. Ledgers gefeiertem Joker fehlt zudem die Originalität. Der schmatzende Clown tritt auf wie eine Mischung aus Hannibal Lecter, Blofeld und Nicholsons Jack Torrance.
09. Following (1998)
Das Regiedebüt Nolans, 70 Minuten, für 6.000 Dollar produziert und in schwarzweiß gedreht. Ein sympathische Film-Noir-Variation. Schon hier gibt es ein Spiel mit verschiedenen Zeitabläufen, Nolans Faible für verschobene Erzählebenen kommt zur Geltung. Guter Twist.
08. Oppenheimer (2023)
Das Biopic-Format zwängt Nolan erstmals in ein Format jenseits des Phantastischen. Das mit vielen Oscars gesegnete Werk widmet sich weniger dem Innenleben des Vaters der Atombombe, als der Faszination der Forscher für jene Kraft, die aus der Sonne stammt. Spike Lee urteilte, Noland hätte wenigstens für ein paar Minuten auch die Opfer Hiroshimas und Nagasakis zeigen können. Aber das war nie sein Anliegen. Ein guter, aber kein besonderer Film.
07. Inception (2010)
Nolans am schwierigsten zu verstehendes Werk, neben „Tenet“. In welcher Traum-Ebene befinden wir uns gerade? 1,2,3,4? Sind wir jetzt schon im Limbo? Das Manko von „Inception“: Die Gedächtnis-Archäologien wirken oft wie Vehikel der aufwendigen Set Pieces, der Verfolgungsjagden, Erstürmung der Schnee-Basis … wie James Bond, ein Actionfilm.
Leonardo Di Caprio spielt seine immer gleiche, erprobte Rolle, für die er Jahre später den Oscar kriegen wird: den schnell schwitzenden Neurotiker.
06. Insomnia (2002)
Die größte Leistung im Remake des Skandinavien-Thrillers „Todeschlaf“ von Erik Skjoldbjærg: Wie es der erst 32-Jährige Nolan schafft, aus Al Pacino dessen beste Leistung herauszuholen – und Robin Williams zum schauspielerischen Höhepunkt seiner Karriere voranzutreiben, ihn gegen den eigenen Typus besetzt, als Bösewicht. Das nie untergehende Nordlicht der Polarregion deckt hier alle Sünden auf, Cop und Krimineller sind sich ähnlicher, als man denkt.
05. Memento (2000)
Nolans Hollywood-Debüt war eine stilistische Meisterleistung. Nicht ein „Whodunnit“, sondern ein „Whydunnit“, das gleichzeitig rückwärts UND vorwärts erzählt wird. Allein den Figuren mit ihrer fluiden Identität fehlt es etwas an Tiefe.
Wie wichtig sind Erinnerungen, darf man ihnen vertrauen? Wie dankbar darf man sein für die Gnade des Vergessens? Letztlich geht es um den in uns allen vergrabenen Wunsch, aus ewigen Kreisläufen auszubrechen.
04. Batman Begins (2005)
Richtgröße für alle Superhelden-Filme, die sich den Vorgeschichten widmen. So spannend, dass einen nichts danach sehnen lässt, wann denn der Mann im Cape endlich seinen ersten Auftritt feiert, aus dem vagabundierenden Ninja-Schüler Bruce Wayne endlich Batman wird. Tatsächlich ist Batman hier nur für 20 Minuten zu sehen.
03. The Dark Knight Rises (2012)
Nach dem Tod der Freundin ist Batman ein Wrack. Die Abschiedsbrief-Szene mit Michael Caine ist herzzerreißend. Am Ende empfängt Batman den Tod mit offenen Armen. Oder überlebt er die Explosion?
Der Vorwurf, Christopher Nolan drehe emotionslose Filme, lässt sich hier nicht mehr halten. Nicht nur visuell beeindruckend (der Untergang des Football-Stadions, ja, der ganzen verruchten Stadt), sondern auch mit guten Charakterentwicklungen. Und nie war Metaphysik packender als in dem Moment, als Bruce Wayne den Brunnen bezwingt.
02. Interstellar (2014)
Die meisten Kritiker beschäftigten sich hier eher mit plotholes statt wormholes, doch jenseits aller Logik spiegelt der All- und Zeitreisen-Film die Stärken Nolans wider: Die Szenen auf den fremden Planeten sind atemberaubend (kaum Green Screens), die Auswirkung der Zeitsprünge im Weltraum auf die Familientwicklung auf der Erde zutiefst verstörend – und die erste Szene mit dem aus dem Tiefschlaf erweckten Astronauten (Matt Damon) zutiefst berührend.
Wie einsam Raumpioniere sein können. Emotionales Kino, das nie pathetisch oder peinlich wird.
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01. The Prestige (2006)
Nikola Tesla, die verschwundenen Hüte, das Wunder der Elektrizität, „der transportierte Mann“: Nolans letzter Nicht-Blockbuster erzählt aus der Welt der Magie und ist gleichzeitig eine Hymne auf die Magie, wie sie nur das Kino bieten kann.
Hugh Jackman und Christian Bale als fanatische Zauberer, die auf der Suche nach dem perfekten Trick vor Mord nicht zurückschrecken. Selbst jemand wie David Bowie, dem Zeit seiner Karriere atemberaubende Auftritte gelangen, wurde nie besser in Szene gesetzt als hier: Schauen Sie sich seinen ersten Auftritt an, den Gang durch das Blitzfeld.