Weihnachtsalben 2021: 5 etwas andere Platten zum Fest


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Broilers – Santa Claus

Das Jahr steht für die Broilers aus Düsseldorf anscheinend im Namen der Liebe. Nach der im Nachhinein schwer im Magen liegenden Kuschel-Punk-Hauptspeise „Puro amor“ kommt nun das Weihnachtsdessert: Ein nicht immer ganz stilsicherer, dafür aber kurzeiliger Mix aus Heiligenverehrung, Klassikerzerstörung und veralberter Gemütlichkeit. Serviert werden neun Coverversionen und zwei eigene neue Lieder. Natürlich darf „Oi! To The World“ von den Vandals nicht fehlen, aber wie niedlich schnurrt hier etwa „Feliz Navidad“. Und wie herrlich unnötig und doch spaßig ist die Broilers-Fassung der Titelmusik von „Schöne Bescherung“ (dem Weihnachtsulk mit Chevy Chase).

Steve Perry – The Season

Mit dosiertem Kitsch und Schmelzstimme lädt Steve Perry zur nostalgischen Weihnachtsliedschau. Der watteweiche Klang aus Klavier, Streicher und zart gestrichenem Schlagzeug sorgt für Wärme – und der Sänger wagt es kaum, die Originale zu verziehen.

Brian Fallon – Night Divine

Natürlich auch mal melancholisch gestimmt, interpretiert der Sänger von The Gaslight Anthem traditionelle Kirchenlieder. Die getragenen Stücke wurden im Lockdown zuhause aufgenommen, auch Mama Fallon brachte dafür Kindheitserinnerungen zurück.

Lucinda Williams – Have Yourself A Rockin‘ Little Christmas With Lucinda

Die Weihnachtsplatte ist Teil der sechsteiligen Cover-Song-Serie „Lu’s Jukebox!“. Lucinda Williams röhrt und scheppert sich ohne Hang zur Sentimentalität durch Klassiker und Kuriositäten, darunter Songs von Willie Dixon, Merle Haggard und den Ramones.

Amanda Shires – For Christmas

Nur zwei Coverversionen, darunter ein schummriges „Silent Night“, umgarnen hier Weihnachtssongs zwischen Groteske („Gone For Christmas“) und Zuckergebäck („Magic Oooh“), die fast jedes Detail der immer auch ambivalenten Festtagsstimmung beleuchten.