Wilco feiern Jubiläum von „Yankee Hotel Foxtrot“ mit Mega-Reissue


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Wilco setzen ihrem bedeutendsten Album „Yankee Hotel Foxtrot“ im 20. Jubiläumsjahr ein eigenes Denkmal mit gleich mehreren Deluxe-Reissues, die einen tiefen Einblick in die wechselvolle Entstehungsgeschichte des Meisterwerks geben.

Insgesamt gleich sieben Editionen der Platte werden am 16. September veröffentlicht, darunter eine Super-Deluxe-Version, die aus elf Vinyls und einer CD besteht. Mit dabei sind Demos, Fragmente und Instrumentalstücke, die die Entstehung von „Yankee Hotel Foxtrot“ dokumentieren, sowie ein Live-Mitschnitt eines Konzerts aus dem Jahr 2002, ein Radioauftritt und ein Interview aus dem September 2001.

Wilco und ihr Meisterwerk „Yankee Hotel Foxtrot“

82 bisher unveröffentlichte Songs sowie ein neues Buch mit einem Interview mit Sänger Jeff Tweedy, Schlagzeuger Glenn Kotche und Jim O’Rourke (der bei der Abmischung auch entscheidend dafür sorgte, dass sich die Platte anders entwickelte, als ursprünglich beabsichtigt war), einem Essay des Autors Bob Mehr und bisher unveröffentlichten Fotos der Band bei den Aufnahmen zum Album in ihrem Chicagoer Studio The Loft sind in der Super-Deluxe-Version enthalten.

Eine Live-Version von „Reservations“ aus dem Jahr 2002 gibt es als ersten Vorgeschmack bereits jetzt zu hören.

Wilcos Plattenfirma lehnte „Yankee Hotel Foxtrot“ ab

Die Produktionsgeschichte von „Yankee Hotel Foxtrott“ prägte Wilco als Formation entscheidend. Nach den „Mermaid Avenue“-Aufnahmen mit Billy Bragg verließ Schlagzeuger Ken Coomer die Band (für ihn kam der geniale Glenn Kotche), kurz danach wurde Jay Bennett von Jeff Tweedy mehr oder minder rausgeworfen. Als der Sänger mit kleinerer Besetzung schließlich das neue Album der Plattenfirma vorlegte, war die wenig begeistert. Tweedy kaufte Warner/Reprise die Bänder für 50.000 Dollar ab, die Band stellte es ins Netz und wechselte schließlich zu Nonesuch, wo „Yankee Hotel Foxtrot“ nach Veröffentlichung direkt einschlug. Natürlich eine Rockmusik-Geschichte, wie sie besser nicht erfunden werden könnte.

In seiner Rezension schrieb ROLLING-STONE-Redakteur Maik Brüggemeyer einst über den komplexen Sound der LP: „Die Songs sind so stark, dass sie sich ganz einfach vor die relativ moderat eingesetzten Sound-Effekte stellen müssen. Sie schälen sich aus der elektronischen Umgebung und entwickeln immer neue Verästelungen, die dank der Schlagarbeit von Glen Kotehe manchmal gefährlich nah am Jazz entlang schrammt, ohne jedoch das Gespür für die Melodie zu verlieren.“

Wilco arbeiten indes an einem neuen Studioalbum, dem Nachfolger von „Ode To Joy“ (2019). Im Juni ist die Band dann auch wieder live in Deutschland zu sehen.

ROLLING STONE präsentiert: Wilco live 2022

  • 14.06. Köln, E-Werk
  • 16.06. Frankfurt, Alte Oper