Artist

Wilco

E-Mail
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare

Wilco wurde im Jahr 1994 von Gitarrist und Songwriter Jeff Tweedy, Bassist John Stirrat, Schlagzeuger Ken Coomer und Multiinstrumentalist Max Johnston gegründet. Sie alle spielten zuvor gemeinsam in der Alternative-Country-Band Uncle Tupelo, die sich nach dem überraschenden Ausstieg von Songwriter Jay Farrar auflöste. Der ungewöhnliche Name geht auf ein oft verwendetes Akronym im militärischen Funkverkehr zurück – “Will Comply”, was so viel wie “Auftrag wird ausgeführt” bedeutet.

Während das Debütalbum “A.M.”, das 1995 erschien, sich noch sehr an ihren Alternative-Country-Wurzeln orientierte, erweiterten sie bereits auf dem Nachfolger “Being There” von 1996 ihren Sound. Mit Anklängen an Big Star sowie Beatles- und Rolling-Stones-Zitaten, entwickelte sich die Band aus Chicago schnell zu einem Kritikerliebling. 1998 lud Billy Bragg sie ein, gemeinsam unveröffentlichte Texte des Folksängers Woody Guthrie zu vertonen – das Ergebnis erschien unter dem Titel “Mermaid Avenue”.

Nach dem Ausstieg von Max Johnston und Tweedys Zusammenarbeit mit Co-Komponist Jay Bennett, gewann Wilcos Musik auf “Summerteeth” von 1999 an Geradlinigkeit, jedoch verweigerten sie sich weiterhin dem Mainstream und experimentierten viel im Studio. So verpflichteten sie 2001 den Avantgarde-Musiker Jim O’Rourke für die Produktion ihres nächsten Werkes und nahmen mit dem neuen Schlagzeuger Glenn Kotche “Yankee Hotel Foxtrot” auf. Als ihre damalige Plattenfirma Reprise sich weigerte, die Songs zu veröffentlichen, kauften Wilco die Rechte daran zurück, streamten sie daraufhin online und veröffentlichten sie ein Jahr später über Nonesuch. Obwohl Wilco auf “Yankee Hotel Foxtrot” mit elektronischen Klängen experimentierten und einen für sie ungewöhnlichen Sound schufen, konnte sich das Album weltweit in den Charts platzieren und wurde zum Durchbruch für die Band. Heute gilt die Hintergrundgeschichte als beispielhafter Siegeszug für die künstlerische Freiheit.

Während sich die Bandmitglieder in den nächsten Jahren auf diverse Nebenprojekte konzentrierten, folgte 2004 “A Ghost Is Born”. Jay Bennett hatte die Band verlassen, Keyboarder und Soundtüftler Mikael Jorgensen war neu hinzugestoßen. Die Musiker ließen sich stark von experimentellem Krautrock inspirieren – so endet das 15 Minuten lange “Less Than You Think” mit einem elektronischen Noise-Experiment. “A Ghost Is Born” war das erste Wilco-Album, das es in die Top-Ten schaffte und wurde 2005 mit zwei Grammys ausgezeichnet.

Der Tod seiner Mutter und eine überwundene Medikamentensucht inspirierten Tweedy bei den Kompositionen des nächsten Albums “Sky Blue Sky”, das 2007 erschien. Die Songs entstanden aus langen, ausgedehnten Jams, die gemeinsam mit den neuen Gitarristen Nels Cline und Pat Sansone gespielt wurden. In derselben Besetzung entstand 2009 auch “Wilco (The Album)” – diesmal jedoch auf der Basis fertig komponierter Songs von Tweedy. Im Anschluss daran öffnete sich die Band wieder für neue Einflüsse. Das 2011 auf ihrem eigenen Label dBpm erschienene “The Whole Love” gilt als ihr mutigstes Werk seit “A Ghost Is Born” und tauchte in vielen Bestenlisten am Ende des Jahres auf.

E-Mail

Nächster Artikel

  • Morrissey Ringleader Of The Tormentors Cover

    Morrissey

    24. April 2012

    Morrissey wurde in den 1980ern als Sänger der Band The Smiths populär und startete im Anschluss eine erfolgreiche Solo-Karriere. Bekannt wurde er auch wegen seines oft provokanten Verhaltens.

Vorheriger Artikel
  • Lana Del Rey

    Lana Del Rey

    Wilco wurde im Jahr 1994 von Gitarrist und Songwriter Jeff Tweedy, Bassist John Stirrat, Schlagzeuger Ken Coomer und Multiinstrumentalist Max Johnston gegründet. Sie alle spielten zuvor gemeinsam in der Alternative-Country-Band Uncle Tupelo, die sich nach dem überraschenden Ausstieg von Songwriter Jay Farrar auflöste. Der ungewöhnliche Name geht auf ein oft verwendetes Akronym im militärischen Funkverkehr […]

Artikel zu Wilco
Diskografie
  • Wilco

    Alpha Mike Foxtrot
    05. Dezember 2014

    Eine Werkschau der versunkenen Schätze: Zum 20-jährigen Bandbestehen schenken Wilco ihren Fans 77 Songs aus dem Archiv

  • Ups..

    Wilco

    The Whole Love
    03. Oktober 2011

    “The Whole Love” ist die Quintessenz aller Wilco-Songs, aller Wilco-Sounds: Hart und zart sind diese Kunststücke, laut und leise, euphorisch und melancholisch, melodieselig und verspielt. Mehr denn je randaliert hier die aufgekratzte Orgel, perlt das Klavier, wurlitzern Vaudeville und Kirmes wie auf einem Jahrmarkt vor sehr langer Zeit, der noch Buffalo Bills Wildwest-Show zeigt. “Dawned […]

  • Wilco - The Whole Love

    Wilco

    The Whole Love
    20. September 2011

    Was für eine Bestie dieses Album ist! Schleicht sich maunzend an mit dem zarten, futuristisch summenden und in Streichern schwelgenden “Art Of Almost” – um dann die letzten zwei der sieben Minuten in einem fiependen, hektischen Geräuschinferno und einem Gitarrensolo auszuklingen. “I Might” verbindet das robust Rockige mit den metallischen Orgel-Fanfaren, Glockenspiel, wüsten Gitarren im […]

  • Wilco - Wilco

    Wilco

    Wilco (The Album)
    03. Juli 2009

    Schon wieder ein Meisterwerk von Wilco: Jeff Tweedys subtile Pop-Geometrie

  • Ups..

    Wilco

    “Wilco (The Album)”
    01. Juli 2009

    Einst nannte man es “Alternative Country”, und das zweite Album von Wilco, “Being There”, war das Manifest. Vielleicht hat Jeff Tweedy deshalb bald auf Country verzichtet, und vielleicht sind Wilco deshalb so konkurrenzlos großartig geworden. Wie fad und muffig klingen sogar die geliebten Platten von Uncle Tupelo im Vergleich mit dem musikalischen Reichtum, der Ideenfülle, […]

  • Ups..

    Wilco

    Ashes Of American Flags
    08. Mai 2009

    Ein Konzert- und Essay-Film, eine Überlandfahrt und eine Reflexion über das Unterwegs-Sein, die Dynamik einer Band, das Songschreiben und Amerika. Die Kamera folgt Wilco entlang der Tournee durch den Mittleren Westen nach Alabama, New Orleans, in die Grand Ole Opry in Nashville, Tennessee und dann nach Washington- und mit den Orten ändern sich auch die […]

weitere Album-Reviews zu Wilco