Jimmy Kimmel: Emotionales Comeback und Appell an „Anti-Amerikaner“

Jimmy Kimmel meldet sich nach Suspendierung zurück, klärt Missverständnisse zu Charlie Kirk und kritisiert Regierungsversuche, ihn zu zensieren.

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„Jimmy Kimmel Live“ ist zurück. In der vergangenen Woche hatten ABC und Disney die langjährige Late-Night-Show abrupt suspendiert. Grund war ein „schlecht getimter und daher unsensibler“ Monolog, in dem Kimmel Rechtsextreme kritisierte, die versucht hätten, „politisches Kapital“ aus dem Mord an Charlie Kirk zu schlagen. Kimmel schwieg zunächst, während viele Stimmen aus Hollywood ihn verteidigten. Nun, nach der Wiederaufnahme der Show, äußerte er sich erstmals selbst.

Dank an Unterstützer und Kritiker

Unter tosendem Applaus und „Jimmy! Jimmy!“-Rufen des Publikums dankte Kimmel seinen Unterstützern im ganzen Land sowie Kollegen wie Stephen Colbert, John Oliver, Conan O’Brien, James Corden, Jay Leno, Howard Stern und David Letterman.

„Vielleicht am meisten möchte ich den Menschen danken, die meine Show und meine Ansichten nicht unterstützen, aber mein Recht verteidigen, diese Ansichten zu äußern“, erklärte er. „Menschen wie Ben Shapiro, Clay Travis, Candace Owens, Mitch McConnell, Rand Paul. Sogar mein alter Kumpel Ted Cruz hat etwas sehr Schönes zu meinen Gunsten gesagt.“

Er ergänzte: „Auch wenn ich mit vielen dieser Leute fast nie einer Meinung bin und mir manches, was sie sagen, fast Übelkeit bereitet – es braucht Mut, sich gegen diese Regierung zu stellen, und sie haben es getan. Dafür verdienen sie Anerkennung.“

Klarstellung zu seinen Aussagen über Charlie Kirk

Emotional, mit brüchiger Stimme, sprach Kimmel anschließend über seine früheren Bemerkungen zu Kirks Ermordung: „Es war nie meine Absicht, den Mord an einem jungen Mann ins Lächerliche zu ziehen.“

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Er habe bereits am Tag der Tat eine Instagram-Nachricht veröffentlicht, in der er der Familie Mitgefühl sendete – und er meine das bis heute. „Es war auch nicht meine Absicht, eine bestimmte Gruppe verantwortlich zu machen – es war ein zutiefst gestörter Mensch. Genau das Gegenteil wollte ich eigentlich sagen.“ Er habe Verständnis für jene, die sich verletzt fühlten. „Wenn es umgekehrt gewesen wäre, hätte ich vermutlich ähnlich empfunden.“

Kritik an Regierungsversuchen, ihn zum Schweigen zu bringen

Später im Monolog kritisierte Kimmel die Bestrebungen der Trump-Regierung, ihn aus dem Programm zu nehmen: „Ich habe in der Schule kaum aufgepasst, aber eines habe ich von Lenny Bruce, George Carlin und Howard Stern gelernt: Eine Regierung, die versucht, einen Komiker mundtot zu machen, nur weil der Präsident ihn nicht mag, ist anti-amerikanisch.“

Von links bis in die Mitte gebe es dazu Solidarität, so Kimmel: „Vielleicht ist das die positive Seite daran – dass wir einen Punkt gefunden haben, in dem wir übereinstimmen. Vielleicht finden wir sogar noch einen weiteren. Vielleicht rücken wir ein kleines Stück näher zusammen.“

Gäste der Show und Rückblick auf Norman Lear

In seiner ersten Sendung nach der Suspendierung begrüßte Kimmel Glen Powell als Studiogast, die musikalische Begleitung kam von Sarah McLachlan. In den kommenden Tagen sollen u. a. Ethan Hawke, Lisa Ann Walter, Yungblud, Peyton Manning, Oscar Nuñez und Alex G auftreten.

Noch vor der Ausstrahlung teilte Kimmel ein Foto mit Norman Lear auf Instagram, versehen mit den Worten: „Vermisse diesen Mann heute.“ Lear, ein Verteidiger der Meinungsfreiheit, hatte einst gemeinsam mit der Writers Guild of America West gegen die FCC geklagt.

Kritik von der FCC und Reaktionen der Sender

FCC-Vorsitzender Brendan Carr warf Kimmel vor, den Eindruck erweckt zu haben, der Täter sei politisch motiviert gewesen, und nannte dies „krank“. Kimmels ursprüngliche Worte hatten sich jedoch auf den Versuch der „MAGA-Gang“ bezogen, den Täter als unpolitisch darzustellen und gleichzeitig selbst politisch Kapital aus der Tat zu schlagen.

Die Deutung Carrs verstärkte den Druck der Trump-Regierung und konservativer Medien, was schließlich zur Suspendierung führte.

Nicht alle Zuschauer konnten Kimmels Comeback verfolgen: Während Disney die Rückkehr offiziell verkündete, erklärten die Medienkonzerne Sinclair und Nexstar, „Jimmy Kimmel Live!“ weiterhin nicht auszustrahlen. Nexstar begründete dies damit, die eigenen Sender wollten sich auf lokale Nachrichten und Programme für ihre Märkte konzentrieren.