Yungblud will, dass wir uns alle sofort für den Iran einsetzen
„Diese Revolution wird von Frauen angeführt. Sie kämpfen für ihre und für unsere Freiheit.“
Yungblud hat während seines Auftritts in Melbourne im Sidney Myer Music Bowl am Dienstag (13. Januar) mit energischen Worten Stellung zu den Protesten im Iran bezogen und die Fans dazu aufgerufen, nicht zu schweigen. Ein Video davon ist inzwischen viral gegangen.
In einer feurigen Rede forderte der Musiker, sich für die Stimmen der vielen demonstrierenden Iraner einzusetzen, da die Regierung in Teheran sie mit gewaltsamen Mitteln daran zu verhindern versucht, für ihre Freiheit zu kämpfen.
Yungblud: „Vor zwei Jahren habe ich über ein Mädchen namens Mahsa Amini aus dem Iran gesprochen, das ermordet wurde, weil sie keinen Hidschab (Kopftuch für muslimische Frauen, das öffentlich getragen werden muss, Anm. d. Red.) trug. Und nein, es steht mir nicht zu, die Religion eines anderen in Frage zu stellen, aber diese Gemeinschaft kämpft für Gleichberechtigung und Freiheit auf der ganzen verdammten Welt.“
Kampf für die Freiheit
Der 28-Jährige weiter: „Was im Iran gerade passiert, ist von großer Bedeutung, denn diese Revolution wird von den Frauen angeführt. Seit vier Tagen sind ihnen das Internet und der Strom abgeschaltet. Sie sitzen im Dunkeln. Sie bitten uns um unsere Stimme. Wir müssen jetzt ihr verdammtes Licht sein.“
Fast außer Atem und von der eigenen Performance schwitzend schrie Yungblud seinen Appell geradezu ins Publikum:„Also sprecht, schreit, postet, denn sie kämpfen für Freiheit, sie kämpfen für ihre Freiheit, sie kämpfen für unsere Freiheit. Denn niemand wird frei sein, wenn es einige nicht sind.“
Yungblud und der Iran
Yungblud gilt seit Jahren als politisch aufmerksamer Künstler. In der Vergangenheit äußerte er sich auch mehrmals zur gesellschaftlichen Situation im Iran. Das Land wird seit 1979 in einer Mischung aus Theokratie und Republik regiert. Der Oberste Religionsführer Ali Chamenei hat dabei das letzte Wort. Schon früher wurden Volksaufstände mit brutaler Gewalt niedergeschlagen.
Der Musiker erinnerte in Melbourne an seine Rede beim Firefly Music Festival in Delaware 2022. Hier unterbrach er seinen Auftritt für einen Moment, um mit seinen Fans über den Tod von Mahsa Amini zu sprechen. Die 22-Jährige starb, nachdem sie im September 2022 von der Sittenpolizei verhaftet worden war, weil sie keinen Hidschab trug. Das führte zu Massenprotesten im Land.
Yungblud damals: „Ich werde hier nicht stehen und die Religion von jemandem in Frage stellen, aber ich werde verdammt noch mal für Meinungsfreiheit kämpfen. Ich werde für Freiheit kämpfen und ich werde jetzt für die Frauen im verdammten Iran kämpfen.“