Überraschung! Steuerzahler sollten Trumps Ballsaal von Anfang an mitfinanzieren – Dokumente enthüllen

Die „Washington Post“ berichtet: Das Weiße Haus wusste stets, dass Trumps Prestigeprojekt öffentliche Gelder verschlingen würde.

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Donald Trump hat behauptet, der riesige Ballsaal, den er ans Weiße Haus anbauen lässt, würde die Steuerzahler keinen einzigen Cent kosten. Wenig überraschend scheint der Präsident dabei von Anfang an gelogen zu haben.

Dokumente, die der „Washington Post“ vorliegen, zeigen: Das Weiße Haus weiß seit Monaten, dass der Ballsaal weit mehr kosten wird als die 200 Millionen Dollar, die Trump im Juli letzten Jahres öffentlich verkündet hatte – und dass die Steuerzahler einen erheblichen Teil der Baukosten tragen werden.

Eine Projektzusammenfassung, die der „Post“ vorliegt, zeigt, dass dem Weißen Haus Anfang März ein Angebot von Clark Construction vorgelegt wurde – dem beauftragten Generalunternehmer. Darin wurde ein Gesamtpreis von 600 Millionen Dollar kalkuliert, wobei die Steuerzahler etwa die Hälfte der Baukosten stemmen sollen. Clark veranschlagte 293 Millionen Dollar aus „privaten Quellen“, erwartete außerdem 155 Millionen Dollar vom Secret Service sowie 149 Millionen Dollar vom White House Military Office. Ende März erklärte Trump öffentlich, der Ballsaal werde 400 Millionen Dollar kosten – womit er seine Schätzung von 2025 verdoppelte – und „steuerfrei“ sein.

Dokumente widerlegen Trumps Aussagen

Die Unterlagen widersprechen direkt monatelangem Gaslighting durch den Präsidenten und seine Verbündeten. Weitere Kostenschätzungen, die der „Post“ vorliegen, belegen den stetig wachsenden Preisrahmen des Projekts seit seiner ersten Konzeption – und die durchgehende Erwartung, dass die Amerikaner, nicht nur die privaten Unternehmensdonatoren, auf die Trump sich beruft, das Projekt mitfinanzieren würden. Rechnungen, die der „Post“ vorliegen, zeigen, dass Clark Construction bereits rund ein Dutzend Zahlungen aus Bundeskonten erhalten hatte, die sich auf zig Millionen Dollar summierten – und das, während Trump beharrlich beteuerte, es werde keine Steuergelder geben. In der frühesten Schätzung, die der „Post“ vorliegt und auf Juli 2025 datiert ist – noch bevor der Ballsaal überhaupt angekündigt worden war –, geht Clark davon aus, dass über 100 Millionen Dollar an Bundesgeldern für die Fertigstellung des Projekts benötigt werden.

Die Finanzierungsdebatte um den Ballsaal eskalierte im Mai, als Republikaner im Justizausschuss des Senats eine Milliarde Dollar an Steuermitteln zur Absicherung des Projekts bewilligen wollten. Der Vorstoß löste einen kleinen Aufstand innerhalb der Republikanischen Partei aus und verstärkte den wachsenden Unmut in der Öffentlichkeit.

Der Bericht der „Post“ erscheint nur wenige Tage, nachdem Trump auf dem Rasen des Weißen Hauses einen UFC-Kampf für 60 Millionen Dollar ausrichten ließ, der gleichzeitig als Geburtstagsfeier für ihn selbst fungierte. Zwar wurde das Event vom UFC und gewinnorientierten Unternehmenspartnern finanziert, doch zumindest mehrere Millionen Dollar davon werden aus Steuermitteln stammen, die Sicherheitsbehörden wie dem Secret Service zugewiesen sind. Während das Weiße Haus keine Transparenz über seine eigene Kostenaufstellung zeigt, erklärten lokale Washingtoner Behörden gegenüber ESPN, die Stadt rechne mit Ausgaben zwischen 10 und 12 Millionen Dollar aus Bundesmitteln für zusätzliche Sicherheitskosten.

Geschenk nur für Trumps Verbündete

Das Event, vom Präsidenten als „Geschenk an das amerikanische Volk“ anlässlich des 250. Jahrestages der USA angekündigt, war eine geschlossene Veranstaltung – und die meisten Geladenen waren reiche Verbündete des Präsidenten sowie treue MAGA-Influencer. Otto Normalverbraucher musste das Ganze entweder auf Bildschirmen auf der Mall vor dem Weißen Haus verfolgen oder ein Abonnement bei Trumps Verbündetem David Ellison für Paramount+ abschließen, um das Event von zu Hause aus zu sehen.

Es ist ein Geschenk an Amerika nur in dem Sinne, dass Trump sich selbst für die Nation hält – und seine Freunde und Verbündeten für die einzige Wählerschaft, der er sich verpflichtet fühlt. In diesem Geist wird die Feier zum 250. Geburtstag Amerikas am 4. Juli auf der National Mall eine offizielle Trump-Wahlkampfveranstaltung sein. Happy Birthday, Amerika.

Nikki McCann Ramirez schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

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