Regisseur Carl Rinsch zu 30 Monaten Haft wegen Netflix-Betrugs verurteilt
Rinsch wurde im Dezember verurteilt, weil er den Streaming-Riesen um 11 Millionen Dollar betrogen hatte.
Filmemacher Carl Erik Rinsch ist am Montag zu 30 Monaten Bundesgefängnis verurteilt worden, nachdem er wegen Betrugs an Netflix in Höhe von 11 Millionen Dollar für schuldig befunden worden war.
Netflix hatte Rinsch, der zuvor den Film „47 Ronin“ gedreht hatte, 2018 damit beauftragt, eine Science-Fiction-Serie namens „White Horse“ (später umbenannt in „Conquest“) zu schreiben und zu inszenieren. Nachdem der Streaming-Riese 55 Millionen Dollar in das Projekt gesteckt hatte, lieferte der Regisseur keine einzige Folge ab. Anschließend forderte Rinsch von Netflix weitere 11 Millionen Dollar – die er laut einem Bericht der „New York Times“ und später der Anklageschrift dazu nutzte, an der Börse und mit Kryptowährungen zu spekulieren sowie Luxusgüter zu kaufen.
Eine einzige Folge von „Conquest“ wurde nie produziert. Im Dezember wurde der Regisseur wegen Überweisungsbetrugs, Geldwäsche und illegaler Transaktionen verurteilt.
Rinsch vor Gericht
„Dieser Prozess hat mich gezwungen, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, die meine Gesundheit, mein Urteilsvermögen und mein Leben betreffen“, sagte Rinsch am Montag vor Gericht, wie CBS News berichtete. Der Regisseur und seine Anwälte führten an, dass psychische Probleme und Medikamente sein Handeln beeinflusst hätten. Seine Verteidigung erklärte, er habe inzwischen einen neuen Therapeuten. Rinsch entschuldigte sich für sein Verhalten und räumte ein, dass „echter Schaden entstanden“ sei und er „die Gefahr des Zustands, in dem ich mich befand, nicht erkannt“ habe.
US-Bundesrichter Jed S. Rakoff erklärte, Rinschs psychische Probleme könnten „einige der Exzesse erklären“, minderten aber nicht „die Überzeugung des Gerichts, dass er entschlossen war, Netflix zu belügen, um erhebliche Geldsummen zu erhalten, und dann weiter zu lügen, um es zu vertuschen“.
Als Rinsch im Dezember im Zeugenstand in eigener Sache aussagte, behauptete er, es habe ein Missverständnis gegeben: Die 11 Millionen Dollar seien für die Vorproduktion einer zweiten Staffel von „Conquest“ bestimmt gewesen, die Netflix nie grünes Licht gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft legte Kontoauszüge vor, aus denen hervorging, dass der Filmemacher das Geld direkt auf sein eigenes Konto transferiert hatte – um anschließend massiv in das Pharmaunternehmen Gilead sowie in Kryptowährungen zu investieren.
Rolls-Royces und Kreditkartenschulden
Die Staatsanwaltschaft warf Rinsch außerdem vor, mit den Mitteln fünf Rolls-Royces und einen Ferrari gekauft sowie Kreditkartenschulden in Höhe von 1.787.000 Dollar beglichen zu haben.
„Anstatt das Geld für die Produktion der Serie zu verwenden, setzte Rinsch auf hochriskante Aktienoptionen und Kryptowährungen und gab Millionen von Dollar für Luxusgüter aus“, erklärte Jay Clayton, US-Staatsanwalt für den Southern District of New York, am Montag in einer Stellungnahme. „Das heutige Urteil sendet eine klare Botschaft: Betrug wird nicht toleriert.“
Ein Anwalt Rinschs reagierte auf eine Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.