Spezial-Abo

Beck: Buyer’s Guide – die besten Alben

Essenziell

Mutations (1998)

Ausgerechnet nach dem Welthit „Odelay“ diese stille Fingerübung. Doch wann immer Beck bis heute Soloauftritte absolviert, stimmt er eines dieser 13 Lieder an. Bossa nova, Country, Zurufe an den alten Kautaback-Drummer. Lieder übers Hobotum, Wanderschaft ohne Gepäck, auch über Western-Duelle und die Rettung eines Mädchens: „Treated you like a rusty blade/ A throwaway from an open grave/ Cut you loose from a chain gang.“ Der einzige Ausbruch ist „Diamond Bollocks“, das sich anhört, als würde Beck ein Konzert für Marsmenschen geben: Aus einem Garagen-Rocker wird das Startsignal für den Aufbruch ins All. Entscheidend ist „We Live Again“, in dem er singt, dass es nicht er selbst sei, sondern ein „einsamer Wind“, der „Scheiße zu Gold“ macht. Dieses Selbstverständnis macht den Künstler aus, der sagt, man erfinde Kunst nicht wirklich, sondern nutze lediglich Schwingungen, die in der Luft liegen.

The Information (2006)

Im Spoken-Word-Abschnitt der Weltraum-Oper „The Horrible Fanfare“ besprechen Beck und sein Produzent, Nigel Godrich, voller Ernst die Möglichkeit, mit einem selbst gebauten Exoskelett das Universum zu erforschen. Das klingt wie eine Idee Bekiffter, bringt aber das Prinzip des Albums auf den Punkt: Träumer singen – oft im Geisterchor – über die Erforschung unbekannter Welten und Zeitreisen. Falls man Beck seine angebliche Mitgliedschaft bei den Scientologen unbedingt vorhalten will, dann hier. Das Klangdesign verdient dennoch alle Preise der Galaxis: In bedrohlicher Pracht hallt die Band, als hätte sie ihre Instrumente im weiß beleuchteten Schlafzimmer Louis XVI. aus Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ aufgebaut.

Odelay (1996)

Die Erfindung der 90er-Jahre, mit sechs Jahren Verzug? Zumindest ein Kunstwerk der damals allgegenwärtigen Postmoderne. Die Dust Brothers saßen an den Reglern, gemeinsam arbeitete man sich an allem ab, was sich zitieren ließ und als Retro-Chic gelten könnte. „Where It’s At“ ist ein Beispiel dieser „Found shit is the best shit“-Philosophie, paarte Samples vom Rock der Frogs mit dem Electro-Funk von Mantronix: „Got two turntables and a microphone“ wurde der Slogan des Sommers.



„Gehänselt und Gegretelt“ von Beck: Neue Cartoons fürs Klo

Ist das jetzt politisch gedacht oder einfach nur Unsinn? Wer die Cartoons von Beck (bürgerlich: Detlef Beck) vor sich hat, der stellt sich diese Frage sicher nicht nur einmal. Der Leipziger Zeichner, der sowohl ein Architektur- wie ein Kunsthochschulstudium abgebrochen hat und auch als Werbegrafiker nicht so recht glücklich wurde, gehört zu den meistgelesenen Comickünstlern in diesem Land. Auch wenn sein Name selbst nicht ganz so bekannt sein dürfte wie der von Kollegen wie Volker Reiche, Uli Stein und Flix. Gut gelauntes Schwein begegnet weinendem Schlachter Seine präzisen Alltagskarikaturen machen oft den Eindruck, als würden sie den Ernst der Lage…
Weiterlesen
Zur Startseite