Bob Dylan will mit T Bone Burnett die analoge Musikwelt revolutionieren


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Bob Dylan und Musiker-Kollege Joseph Henry „T Bone“ Burnett waren gemeinsam mit einem ganz besonderen Anliegen im Studio: Sie sollen Dylan-Klassiker neu aufgenommen haben und vorhaben, diese nun auf einem neuen Tonträger-Medium zu veröffentlichen, das es so noch nicht gegeben hat.

„Durchbruch in der analogen Klangwiedergabe“

Anlass für die Neuaufnahmen der Dylan-Songs sei die Präsentation des neuen High-Fidelity-Mediums „Ionic Originals“. Laut Pressemitteilung stelle die Einführung dieses neuen Tonträgers den „ersten Durchbruch der analogen Klangwiedergabe seit mehr als 70 Jahren“ dar.

Nähere Informationen dazu, welche Titel aufgenommen wurden, wann sie veröffentlicht werden und welche Hardware zum Abspielen benötigt wird, seien laut „Billboard“ noch nicht bekannt.

Analoger Sound soll wieder wertgeschätzt werden

Burnett, der als Sänger, Gitarrist und Produzent schon an unzähligen Projekten bekannter Musiker beteiligt war und auch solo aktiv ist, soll schon seit Jahren Verfechter des analogen Sounds sein. Als Beweis dafür steht das nun von ihm gegründete Unternehmen „NeoFidelity“, das „Ionic Originals“-Aufnahmen verschiedener Musiker*innen produzieren und vermarkten soll. Ziel sei es dabei „die Wertschätzung für analoge Musik wiederherzustellen.“ Die Bob-Dylan-Platte wäre in diesem Rahmen nur das erste Projekt.

Ähnlich wie Vinyl, aber doch ganz anders

Das „Ionic“-Format sei Vinyl ähnlich, gleichzeitig aber auch etwas völlig Neues. Burnett zeigt sich in der Pressemitteilung äußerst optimistisch: „Ionic Original ist der Gipfel des aufgenommenen Klangs. Es hat eine hervorragende Qualität. Es ist zukunftssicher. Es ist einmalig.“

Erklärend fügt er hinzu: „Es handelt sich um einen auf eine Aluminiumscheibe aufgetragenen Lack, mit einer durch die Musik verursachten spiralförmigen Gravierung.“ Die Lackierung hätte die „Eigenschaft, Musik zu enthalten, die man hören kann, wenn man einen Stift in die Spirale steckt und sie dreht.“

„Wie eingefroren“: Burnett ist kein Fan von digitaler Musik

In Burnetts Augen steht analoge Musik weit über der heutzutage oft präferierten digitalen. In einem Versuch zu beschreiben, was ihn an analogen Aufnahmen liegt, holt er aus: „Analoger Klang hat mehr Tiefe, mehr harmonische Komplexität, mehr Nachklang, bessere Klangabbildung. Analoger Klang hat mehr Gefühl, mehr Charakter. Digitaler Klang ist wie eingefroren. Analoger Klang ist lebendig.“

Bob Dylan, der Ende des Jahres ein neues Buch rausbringen wird, und T Bone Burnett tourten in den 70er-Jahren gemeinsam mit weiteren Musiker*innen wie Joan Baez, Roger McGuinn oder Ramblin‘ Jack Elliott unter dem Titel „Rolling Thunder Revue“. Aus diesem Zusammenschluss ging auch Burnetts späteres Band-Projekt The Alpha Band hervor, das sich allerdings wenige Jahre später auflöste.