Freiwillige Filmkontrolle


Deshalb erlaubt Regie-Exzentriker Christopher Nolan keine Stühle am Set


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Anne Hathaway hat klargestellt, warum Christopher Nolan während der Dreharbeiten zu seinen Filmen eine eigene Stühle-Regel aufgestellt hat. Der Regisseur verbot seinen Mitarbeitern, sich am Set vom Filmen wie „Dunkirk“, „The Dark Knight“ und „Inception“ auf Stühlen niederzulassen.

Die Schauspielerin, die mit dem eigenwilligen britischen Filmemacher an „The Dark Knight Rises“ und „Interstellar“ gearbeitet hat, erklärte Hugh Jackman – der Nolans Arbeitsweise beim Dreh zu „The Prestige“ kennengelernt hatte – im Rahmen der „Variety“-Serie „Actors On Actors“, was es damit auf sich hat.

Wer Stühle hat, der arbeitet weniger

Hathaway: „Der Gedanke dahinter ist: Wenn man Stühle hat, werden die Leute sitzen, und wenn sie sitzen, arbeiten sie nicht.“

Ein Prinzip, das zunächst wie Schinderei anmutet, schließlich dauern viele Drehs oft mehr als den halben Tag, manche Mitarbeiter sind ständig am Arbeiten und schon Steven Spielberg pries die Vorteile von bequemen Schuhen am Set, weil man sonst garantiert keine Filmproduktion durchhalte.

Anne Hathaway in „Interstellar“

Die Schauspielerin verteidigte allerdings Nolans Entscheidung – und verwies auf den Erfolg seiner Filme. „Ich meine, er hat diese Filme gemacht mit diesem unglaublichen Ehrgeiz und Umfang, mit dieser technischen Perfektion und heftigen Emotionen“, erklärte sie.

Hathaway weiter: „Er schaffte es am Ende so immer, Zeitplan und geplantes Budget zu unterbieten. Ich glaube, er ist mit der Stuhlsache auf dem richtigen Weg.“


TV-Tipp: „Dunkirk“ – Atemberaubende Bilder statt Geschichtsunterricht

Wo liegt Dünkirchen, wie weit liegt Dünkirchen entfernt von Deutschland, wie weit von England, wer wurde evakuiert und wie viele, was war überhaupt die Schlacht von Dünkirchen, wann war die Schlacht von Dünkirchen, wie ging sie aus. Keine dieser Fragen wird in „Dunkirk“, wie die französische Nordseeküstenstadt auf Englisch und im Filmtitel heißt, beantwortet; lediglich ein Flugblatt mit Landkarte flattert am Anfang durch Bild. Normalerweise werden historische Rahmenbedingungen in Realverfilmungen erklärt, per Schautafeln oder Dialoge. Regisseur Christopher Nolan aber hält sich mit Einbindungen nicht lange auf – es interessiert ihn nicht, Kriegsverläufe nachzuzeichnen, geschweige denn Geschichtsunterricht zu bieten. „Dunkirk“ ist…
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