Anwälte: Nur Collien Fernandes war Opfer von häuslicher Gewalt

Im Fall Ulmen/Fernandes greift die Anwaltskanzlei der Schauspielerin eine Feststellung der Gegenseite an und stellt klar: Laut Polizeibericht war Christian Ulmen nicht Opfer häuslicher Gewalt.

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Das Hanseatische Oberlandesgericht urteilte vor einigen Tagen in der Berichterstattung über Collien Fernandes und Christian Ulmen, der „Spiegel“ unterscheide für seine Leser nicht ausreichend zwischen „unterschiedlichen Formen ‚gefälschter Pornos‘“.

Auch wenn es in den Berichten des Nachrichtenmagazins nie konkret so gesagt wird, dürfe laut Gerichtsurteil auch nicht der Anschein entstehen, dass Ulmen selbst erstellte sexualisierte Deepfake-Fotos an andere Menschen weitergegeben habe. Dass allerdings pornographisierte Fotos von Fernandes von dem Schauspieler und Produzenten verschickt wurden, sei „unstreitig“.

Nun stellt die Anwaltskanzlei von Collien Fernandes noch einmal klar, dass in einem anderen Punkt der Verteidigung ihres Ex-Ehemanns entgegen den vorliegenden Gerichtsdokumenten fälschlicherweise behauptet würde, auch Ulmen sei während eines von der Polizei dokumentierten Konflikts im Januar 2023 im gemeinsamen Anwesen in Mallorca ebenfalls Opfer von häuslicher Gewalt geworden.

Was steht in den Akten der Polizei in Mallorca?

Hierzu hatte Ulmens Kanzlei Schertz/Bergmann in einem Schreiben öffentlich gemacht, dass aus den Polizeiakten angeblich hervorging, dass es in Bezug auf häusliche Gewalt „beiderseitige Verfehlungen“ gegeben habe. „Eine eindeutige Schuldzuweisung gegenüber unserem Mandanten gab es nicht“, heißt es in einer Mitteilung vom März 2026.

Dies entspreche nicht den von der Polizei in Mallorca hinterlegten Angaben, stellt Fernandes Kanzlei Cronemeyer-Haisch nun in einem Schreiben fest, das die Schauspielerin auf ihrem Instagram-Profil teilte. Demnach sei aus den Akten zu vernehmen, dass die Polizei eintraf, nachdem Fernandes aus dem Fenster der gemeinsamen Wohnung um Hilfe gerufen habe. Anschließend seien bei ihr auch nach einem Besuch in der Notaufnahme am Arm „diverse Blutergüsse“ festgestellt worden. Daraufhin sei ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen Ulmen eingeleitet worden.

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In den entsprechenden Unterlagen sei Fernandes zudem als Opfer und Betroffene geführt worden, Ulmen hingegen nicht. Des Weiteren sei nur mit der Schauspielerin ein Opferbelehrungsgespräch geführt worden, während ihr Ex-Ehemann wegen des Verdachts auf Körperverletzung in Haft genommen worden sei. „Nur gegen Ulmen wurde ein Verfahren eingeleitet, nicht gegen unsere Mandantin“, heißt es in dem Schreiben der Anwaltskanzlei. Zudem: „Nur weil Collien Monica Fernandes ihren damaligen Partner weder anzeigen noch gegen ihn aussagen wollte, wurde Herr Ulmen freigelassen und das Verfahren eingestellt.“

Was Christian Ulmen vorgeworfen wird

Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann vor, über zehn Jahre lang heimlich Fake-Profile in ihrem Namen betrieben zu haben, um darüber sexualisierte Chats zu führen. Sie beschrieb diese Taten öffentlich als „virtuelle Vergewaltigung“ und berichtete zudem von psychischer Gewalt sowie körperlichen Übergriffen während der Beziehung.

Ulmen gab das Erstellen von Fake-Profilen und die Chats zu, bestritt jedoch KI-Deepfakes sowie tätliche Angriffe und scheiterte vor Gericht mit dem Versuch, die Medienberichterstattung grundsätzlich zu verbieten. Inzwischen ermitteln die deutschen Behörden gegen den Schauspieler unter anderem wegen des Verdachts auf Nachstellung und häusliche Gewalt.

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