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David Bowie: Vor „Lazarus“ arbeitete er an Musical mit Pseudo-Bob-Dylan-Songs


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David Bowies Musical „Lazarus“, das Ende 2015 seine Uraufführung feierte und vom Sänger selbstgeschriebene Songs mit einer Geschichte verband, die von Nicolas Roegs „The Man Who Fell To Earth“ inspiriert wurde, durchging augenscheinlich ein sehr verrücktes und experimentelles Anfangstadium. Das gab der Schriftsteller Michael Cunningham nun preis.

In einem Interview mit „GQ“ verriet Cunningham, dass er gemeinsam mit Bowie ein ganzes Jahr lang an einem Musical gearbeitet hat – und seine Ausführungen klingen wahrlich abenteuerlich: So beinhaltete das Stück in seiner Anfangsphase beispielsweise Aliens, die Dichterin Emma Lazarus, eine Mariachi-Band sowie einen „riesigen Vorrat an bisher unbekannten, nicht aufgenommenen Bob Dylan-Songs, die erst nach dessen Tod entdeckt wurden“ – komponiert von David Bowie selbst.

David Bowie mit Candy Clark in ‚The Man Who Fell to Earth‘, 1976.

Viel Fantasie und passende Musik

Der Sänger und der Schriftsteller arbeiteten häufig im selben Raum, wo Bowie oft seine musikalischen Geistesblitze an einem Synthesizer oder dem Klavier umsetzte und auch schon das Grundgerüst der Geschichte des Musicals parat hatte: Es sollte sich um ein Alien drehen, welches eine menschliche Form angenommen hatte und sich schließlich in eine Frau von der uns bekannten Welt verliebte, wie der Autor schrieb: „Sie gelangen an einen Punkt der Intimität, an dem das Alien seine wahre Identität preisgeben muss – und natürlich ist das etwas ziemlich anderes als der charmante, gutaussehende Mitt-Dreißiger, in den sich die junge Dame verliebt hatte. Sagen wir, der Anblick der wahren Erscheinung ihres neuen Liebhabers ist für die Frau… eine Herausforderung.“

„Eine abgefuckte Liebesballade“

„Ich habe David ebendiese Passage am Telefon vorgelesen, und am nächsten Tag rief er mich zurück und spielte mir ein paar Minuten Musik vor, die er für diese Szene geschrieben hatte. Es war – ganz unmissverständlich – eine abgefuckte, etwas dissonante Liebesballade“, erzählte der Schriftsteller im Interview.

Archive Photos/Getty Images


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