David Lynchs Erbe: Was seine Kinder wirklich aus dem Nachlass bekommen

Nach David Lynchs Tod wurden die Gerichtsdokumente publik: Sein Nachlass umfasst „Twin Peaks"-Rechte, Filmurheberrechte und Millionen-Immobilien – verteilt auf vier Kinder

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Wie aus nun bekannt gewordenen Gerichtsdokumenten hervorgeht, hinterließ der im Januar 2025 verstorbene US-Filmemacher David Lynch ein umfangreiches Vermögen, das größtenteils seinen vier Kindern zugutekommt. Darüber hinaus sind mehrere enge Weggefährten mit finanziellen Zuwendungen bedacht worden.

Twin Peaks, Filmrechte und Firmenanteile

Lynch, der am 16. Januar 2025 an einem Herzstillstand verstarb – geschwächt von einer chronischen Lungenerkrankung –, hatte sein Testament bereits im Jahr 1994 aufgesetzt und zuletzt im Mai 2023 aktualisiert. Verwalterin des Nachlasses ist seine langjährige Vertraute Sabrina Sutherland.

Zu den zentralen Vermögenswerten zählen rechtliche Beteiligungen an Produktionen rund um die Kultserie „Twin Peaks“, Firmenanteile sowie die Urheberrechte an Lynchs filmischem und künstlerischem Werk. Gerade Letztere dürften langfristig von erheblichem Wert sein, gilt Lynch doch als einer der einflussreichsten Autorenfilmer des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts.

Der Regisseur, der mit Werken wie „Eraserhead“, „Blue Velvet“ und „Mulholland Drive“ Filmgeschichte schrieb, verband in seinem Œuvre surreale Bildwelten mit einer oft düsteren Auseinandersetzung mit der amerikanischen Psyche. Auch in der Musikszene hinterließ Lynch Spuren – etwa durch eigene Alben und Kooperationen, die seine Affinität zu experimentellen Klanglandschaften zeigten.

Vier Kinder als Hauptbegünstigte

Laut den Unterlagen gehen größere Teile des Nachlasses an seine Kinder Jennifer, Austin, Riley und Lula. Der Trust sieht zudem vor, Kosten für Ausbildung und medizinische Versorgung der Begünstigten zu decken.

Darüber hinaus verfügte Lynch mehrere persönliche Zuwendungen: 100.000 US-Dollar gehen an seinen langjährigen Produktionspartner Alfredo Ponce, während sein Bruder John Lynch, seine Schwester Martha Levacy sowie seine frühere Ehefrau Mary Fisk jeweils 25.000 US-Dollar erhalten.

Immobilien in Los Angeles

Zum Besitz des Regisseurs zählten auch mehrere Immobilien in Los Angeles, darunter ein großzügiges Anwesen mit zehn Schlafzimmern sowie zwei weitere Anwesen in derselben Gegend.

Neben den materiellen Werten bleibt vor allem Lynchs künstlerisches Erbe bestehen – ein Werk zwischen Kino, Fernsehen, Musik und bildender Kunst, das bis heute nachklingt.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.