Def Leppard: Phil Collins schenkte Rick Allen Hoffnung, als er seinen Arm verlor


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1984 verlor Rick Allen nach einem schweren Verkehrsunfall seinen Arm. Während seines darauffolgenden Krankenhausaufenthalts erhielt der Def-Leppard-Schlagzeuger viele ermutigende Briefe von Freunden und Fans. Eine Nachricht seines Musiker-Kollegen Phil Collins blieb ihm jedoch besonders in Erinnerung. Auch die Unterstützung seiner Band-Kollegen gab ihm damals Halt. Das erzählte der Musiker kürzlich in dem Podcast „Rock Talk With Mitch Lafon“.

„Phil Collins‘ Brief war einer der ersten, den ich öffnete, ein ermutigender Brief während meines Krankenhausaufenthalts 1985“, erzählt Allen und setzt fort: „[Es waren] einfach unglaublich ermutigende Worte. Ich erhielt hunderte oder tausende von Briefen, aber seiner stach heraus, weil er offensichtlich wusste, wie es sein würde, oder zumindest ein Gefühl dafür hatte, wie es wäre, als Schlagzeuger in etwas so Schreckliches involviert zu sein. Deshalb hat mir [der Brief] besonders viel bedeutet“.

Auch die Unterstützung seiner Def-Leppard-Kollegen gaben ihm Hoffnung

Der Verlust eines Arms hätte für Allen mit dem Ende seiner Karriere als Def-Leppard-Schlagzeuger einhergehen können. Doch auch die stete Unterstützung seiner Bandkollegen spendete Allen damals Trost: „Ich denke was die Jungs für mich getan haben, hat mir jeglichen Druck genommen. Sie haben mir Zeit gegeben, in der ich entscheiden konnte, ob ich weiter machen möchte oder nicht. Und das hat mir wirklich Halt in meiner schwierigen Lage gegeben“.

Der Musiker setzt fort: „Irgendwann habe ich über meine Lage hinwegsehen können [… ]. In dem Moment, in dem ich wieder anfing Schlagzeug zu spielen, habe ich realisiert, dass ich tatsächlich weiter machen kann“.

Ich kann mich erinnern, dass ich zu einem gewissen Zeitpunkt dachte: ‚Ich möchte nicht mehr weiter machen‘.

Daraufhin wurde ein spezielles Schlagzeug entwickelt, womit Allen seine Parts weiter spielen konnte. Trotzdem gab es natürlich auch Momente, in denen er kurz vor dem Aufgeben stand: „Für drei Wochen war ich im Koma, und während dieser Zeit wurde mein Arm angenäht und dann wieder abgenommen […] ich habe nichts davon mitbekommen. Als ich wieder zu Bewusstsein kam und mir klar wurde, was eigentlich mit mir geschehen ist… Ich kann mich erinnern, dass ich zu einem gewissen Zeitpunkt dachte: ‚Ich möchte nicht mehr weiter machen‘. Ich habe mich zu unsicher gefühlt und war komplett am Ende“.

Schlussendlich lohnte sich das Weitermachen. Spätestens zwei Jahre später bewies Allen, dass er es definitiv noch drauf hatte. Im August 1987 erschien das nächste Album von Def Leppard – mit Allen an den Drums. Der Longplayer schaffte es an die Spitze der Charts. Zuletzt erschien 2020 mit „London to Vegas“ ein Live-Doppel-Set der Band.