ROLLING STONE hat gewählt: Das sind die 100 besten Serien aller Zeiten

Die 100 besten Serien aller Zeiten: Plätze 20-16

20. Cheers (1982-93)

Eine Bar in Boston als der Schauplatz von „Cheers“. Es ist ein Ort, wo Menschen stranden, die woanders keinen Platz haben. Dort treffen sich Stammgäste wie der abgewrackte Red-Sox-Pitcher Sam oder die verklemmte Diane täglich, um zu trinken und ihre Probleme zu diskutieren. Diesem Club der Verlierer schlossen sich stets neue Mitglieder an.

19. Curb Your Enthusiasm (2000-heute)

Der Meister-Misanthrop hinter „Seinfeld“ zieht von New York nach L.A., wo ihn die Sonne auf seinem kahlen Kopf noch missmutiger stimmt. Larry David ist gleichzeitig Erfinder der Serie und ihr Hauptdarsteller. Die Geschichte ist dabei eine fiktionalisierte und stark übertriebene Version seines eigenen Lebens. Vergeblich versucht sich der Neurotiker in der Stadt der Oberflächlichkeit zurechtzufinden. In einer Welt, die sich unweigerlich von ihn abgewandt hat, verfolgen wir Larry und seine Frau Cheryl durch die alltäglichen Probleme. Dabei kann man sich darauf verlassen, dass Larry jede peinliche Situation noch schlimmer macht.

18. Star Trek (1966-69)

Die Starship-Enterprise hat eine Mission: „Fremde Welten erkunden, neue Leben und Zivilisationen entdecken.“ Dabei wurde die Serie zum beliebtesten Sci-Fi-Franchise. Seriengründer Gene Roddenberry, William Shatners Captain Kirk, Leonard Nimoys Mr. Spock, Bones, Sulu, Uhura und Scotty legten den Grundstein für zahlreiche Spin-offs und kunstvolle Fan-Fiction. Gemeinsam trat die Crew der Enterprise in Kontakt mit bizarren Lebensformen wie den Romulanern, den Gorn oder Joan Collins. Während seiner letzten drei Jahre litt „Star Trek“ an niedrigen Zuschauerraten, bis NBC ihr den Garaus machte. Trotzdem lebt die Show durch ihre starke Fanbase weiter.

Kooperation

17. Twin Peaks (1990-91/2017)

David Lynch zeigte seine Künste als filmischer Autor nicht nur auf der Leinwand. Mit „Twin Peaks“ erschuf er 1990 eine Kultserie über eine Gruppe junger Frauen, die allerlei zu verbergen hatten. Die Geschichte verfolgt den FBI-Agenten Dale Cooper auf seiner Suche nach „verdammt gutem Kaffee“ und dem Mörder von Homecoming-Queen Laura Palmer. David Lynch selbst sagte über die Darstellerinnen in seinem Fernseh-Debut: „Diese verträumten Mädchen sind alle Boss-Bräute. Und sie sind randvoll mit Geheimnissen.“

16. M*A*S*H (1972-83)

1972 wagten die Gründer von „M*A*S*H“ einen mutigen Schritt, als sie ein Feldlazarett zum Schauplatz für eine Comedy machten. Die Serie spielt mitten im Koreakrieg – ihren Namen verdankt sie dem fiktiven „4077th Mobile Army Surgical Hospital (M*A*S*H)“, wo der Chefchirurg Hawkeye Pierce täglich auf die nächste Landung Verwundeter wartet. Die Zeit zwischen den Eingriffen vertreiben sich er und seine Crew mit Besäufnis, Sex und allerlei Streichen. Mit der Zeit verwandelte sich die Show in ein Drama, das die Sinnlosigkeit des Krieges thematisierte. Das Finale wurde 1983 von über 120 Millionen Menschen gesehen und bleibt eines der meist-gesehenen TV-Events in der Geschichte.

Die 100 besten Serien aller Zeiten: Plätze 15-11

15. The West Wing (1999-2006)

Nicht immer müssen Politserien so böse sein, wie „House of Cards“. In „The West Wing“ finden wir in Jed Bartlet endlich einen Politiker, der den Menschen mit Ehrlichkeit entgegen tritt. Zudem ist der sympathische Katholik und Universitätsprofessor ein Meister der politischen Debatten. In einem korrupten Land, kreierte Aaron Sorkin beinahe das Idealbild eines US-amerikanischen Präsidenten. „West Wing“ zeigt den Amerikanern, wie eine Zukunft aussehen könnte, wenn die Demokraten mehr Mut hätten und die Republikaner Prinzipien.

14. The Larry Sanders Show (1992-98)

Der Komiker Garry Shandling machte es anders: Als er 1992 zum ersten Mal die HBO-Bühne betrat, verzichtete auf falsches Gelächter und ließ sich und seine Gäste nur von einer Kamera filmen. Dabei war er brutal komisch und gemein, wie kein anderer. Als das Showbiz-Monster Larry Sanders machte er sich in seiner eigenen Albtraum-Version der „Tonight Show“ einen Namen. Prominente Gäste wie Robbie Williams, Sharon Stone oder Roseanne Barr waren Teil Larrys Satire und spielten übertriebene Versionen von sich selbst.

13. Late Night with David Letterman (1982-2015)

David Letterman, der erfolglose Indiana-Wettermoderator, rüttelte in „Late Night with David Letterman“ die Gesellschaft der Achtzigerjahre auf. Mit exzentrischen Gästen und absurder Komik brachte er Amerika dazu, ein wenig über sich selbst zu lachen. Als talentierter Interviewer konnte er sein Gegenüber mit unangenehmen Fragen schonmal ins Schwitzen bringen. Dabei kassierte er auch selbst ein. Obwohl der TV-Host 1993 zu CBS wechselte und seine Show in „Late Show with David Letterman“ umbenannte, blieb ihm der Erfolg treu. Am Ende resümierte er: „33 Jahre, 6.028 Shows, acht Minuten Gelächter.“

 12. Game of Thrones (2011-heute)

Die HBO-Serie, die sich selbst als „die Sopranos der mittleren Erde“ bezeichnet, wurde schnell zu Kult. Sex, Gewalt und Drachen lautet die magische Formel dieses realistisch dargestellten Fantasy-Dramas. Die Serie beruht auf der gleichnamigen Buchreihe. Dessen Autor ließ sich vom westeuropäischen Mittelalter inspirieren: „Geschichte wurde in Blut geschrieben, das ist eine Goldmiene – Die Könige, die Prinzen, die Generäle und die Huren sowie all die Betrügereien, Kriege und die fortwährende Zuversicht. Das ist besser als 90 Prozent der erfundenen Fantasy-Geschichten.“

11. Freaks and Geeks (1999-2000)

Teenager, die einfach nicht dazu passen wollen und sich nach einem Ort sehnen, an dem sie sich wohlfühlen. In „Freaks and Geeks“ suchen die Freaks Lindsay, Daniel, Ken, Nick und Kim sowie die Nerds Sam, Neal und Bill nach ihrer Bestimmung. Die einen glauben diese in einem einem „Dungeons & Dragons“-Spiel zu finden, die anderen in einem Van auf Verfolgungsjagd der Grateful Dead. Obwohl die Comedy-Serie nur aus einer Staffel bestand, zeigten ihre 18 Folgen ein realistisches Bild von Teenagern an einer amerikanischen High School der 1980er Jahre.

Die 100 besten Serien aller Zeiten: Plätze 10-06

10. The Daily Show (1996-heute)

„Es ist eine Comic-Box gefüttert mit Trauer“, erzählte der beliebte „Daily Show“-Host Jon Stewart einst dem amerikanischen ROLLING STONE. Als er die Satire-Sendung 1999 übernahm, erreichte sie ihre Höchstwerte. In der post-Clinton-Ära drückte der TV-Präsentator seine Abneigung gegen die amerikanische Politik mit scharfsinnigem Humor aus. Mit zunehmender Verschlechterung der Lage innerhalb seines Landes, nahm die Aggression des Comedians gegen das System zu. Seitdem Stewart die Sendung 2015 verließ und Trevor Noah übernahm, sinken die Quoten allerdings.

09. All in the Family (1971-79)

„All in the Family“ war die Show der 1970er Jahre. Erstmals ausgestrahlt im Jahr 1971, brach sie alle herkömmlichen Tabus, die damals im Fernsehen herrschten. Darin wurden Themen wie Rassismus, Homophobie, Abtreibung, das Waffengesetz, vorehelichen Sex und Religion behandelt. Das geschah im Haushalt einer ganz gewöhnlichen amerikanischen Familie in Queens. Dort lebten das Großmaul Archie Bunker, seine Frau Edith sowie ihre feministische Tochter und deren Hippie-Ehemann Mike. Diese Konstellation gab reichlich Stoff für hitzige Diskussionen. Die Serie erreichte jahrelang die Nummer Eins in den amerikanischen Fernseh-Bewertungen, weil sie familiäre Auseinandersetzungen realistisch darstellte.

 08. Saturday Night Live (1975-heute)

Seit 1975 läuft „Saturday Night Live“ non-stop. In der Hochzeit des Rock ’n‘ Roll, nahmen sich Lorne Michaels und Dick Ebersol der Comedy an und mischten diese ebenso auf, wie die Beatles die Popmusik. Damals dachte man, die klassische 1970er-Jahre-Crew mit John Belushi, Gilda Radner, Bill Murray und Dan Aykroyd ließe sich niemals ersetzen. Doch das Netzwerk antwortete mit Eddie Murphy, Mike Myers, Chris Rock, Will Ferrell oder Kate McKinnon und Aidy Bryant. Keine andere Show hat je so viele gute Performer hervorgebracht.

07. The Twilight Zone (1959-64)

„Dies ist die Dimension der Vorstellungskraft. Es ist ein Gebiet, das wir die Twilight Zone nennen.“ Rod Serlings Science-Fiction-Anthologie war seiner Zeit voraus. Futuristisch und bizarr zugleicht schafft es die Serie auch heute noch, Zuseher mit übernatürlichen Geschichten in Staunen zu versetzen. Die Show hob das Seltsame im Alltag hervor und machten ihn spannend. In der „Twilight Zone“ werden Motorrad-Freaks zu außerirdischen Eindringlingen, eine ganze Vorstadt verfällt dem Wahn und Puppen erwachen zum Leben. Bis heute gibt es zahlreiche Nachahmungen und Weiterführungen der Mystery-Serie.

06. The Simpsons (1989-heute)

Die Simpsons werden einfach nicht alt. Homer bleibt für immer der dämliche, saufende und dennoch auf seine Weise liebenswerte Dad, während seine Familie an ihm verzweifelt. Bart und Lisa genießen ihre ewige Jugend, vereint in geschwisterlicher Hass-Liebe. Während Bart dumme Streiche spielt, träumt seine Schwester davon, aus dem Familienwahn auszubrechen, um dann doch bei (fast) jedem Schabernack mitzumachen. Und natürlich gibt es noch all die anderen witzigen Spinner, die Springfield  zu dem machen, was es ist: Die pechschwarze Parodie einer typischen amerikanischen Kleinstadt.

Die 100 besten Serien aller Zeiten: Plätze 05-01

05. Seinfeld (1989-98)

Eigentlich geht es um nicht viel in „Seinfeld“. Jerry, George, Elaine und Kramer sind vier Freunde und im Grunde schreckliche Menschen. In ihrem skurrilen New-Yorker-Alltag finden Nazis ebenso einen thematischen Platz wie Schaumbäder, Astronautenkugelschreiber oder Hummer-Biskuits. Die Sitcom ist witzig, weil ihre Charaktere so seltsam sind. Die vier unliebsamen Freunde tun sich schreckliche Dinge an und bleiben trotzdem irgendwie sympathisch.

04. Mad Men (2007-15)

Es sind die Sechzigerjahre und Sales-Hustler Don Draper ist auf dem Gipfel seines Erfolges. In New York City hat er dabei alle Möglichkeiten diesen zu feiern. Auch bei seinem Arbeitgeber Sterling Cooper stehen Sex, Geld, Alkohol und Zigaretten an erster Stelle. Don ist ein Genie, wenn es darum geht, anderen Menschen ihre Träume zu verkaufen. Dabei ist er selbst ein einsamer Verlierer, der sich erst der Identität eines Toten bedienen musste, um sich sein Leben auf einem Gerüst aus Lügen zu erbauen. „Mad Men“ ist so verführerische wie Don Draper selbst.

03. Breaking Bad (2008-13)

Mit Walter White, dem verbitterten High-School-Lehrer, der zu einem der größten Crystal-Meth-Dealer seiner Zeit wird, hat Vince Gilligan den Antihelden des 21. Jahrhunderts erschaffen. Bryan Cranston legte dabei eine meisterhafte Darstellung eines Mannes hin, der stets das Gute wollte und dennoch das Böse regelrecht erschuf: Eigentlich hat der trübselige Familienvater nur die Absicht für seine Familie zu sorgen, nachdem er von seinem tödlichen Lungenkrebs erfährt.

Als Chemieprofessor scheint ihm deshalb die Herstellung und der Verkauf von Crystal Meth als das logische Mittel. Doch das Böse nimmt überhand und sein teuflisches alter Ego Heisenberg wird zur Manifestation der menschlichen Abgründe. Wir sehen zu, wie ein gewöhnlicher Loser seine Machtfantasien auslebt und dabei durchdreht. Whites steigendem Einfluss und Vermögen, folgt eine Grausamkeit, die uns die dunkelste Seite des Amerikanischen Traums – „vom Tellerwäschers zum Millionär“ – offenbart.

02. The Wire (2002-08)

Korrupte Politiker, Kriminelle, Polizisten und natürlich Drogen: Komponenten, die sogar den aktivsten Outdoor-Menschen auf die Couch zwingen. Die Show über das Drogenspiel in einer der zehn gefährlichsten Städte Amerikas machte einige Zuseher so süchtig, wie die Substanzen, um die es darin geht. In Baltimore passieren so viele Verbrechen, dass jede der insgesamt fünf Staffeln eine andere Geschichte erzählt. Aufregend, brutal und gefühlvoll vermittelt „The Wire“ ein trauriges Bild von Amerika: Am Ende verlieren immer alle.

01. Sopranos (1999-2007)

Ursprünglich hatte es David Chase nicht leicht ein Netzwerk zu finden, das seine Geschichte über den reumütigen Gangster Tony Soprano verbreiten wollte. Heute wissen wir: Die Story von dem New-Jersey-Mob-Boss, der sich beim Psychiater über seine Übeltaten ausheult, während die Mama sein Ende plant, ist Gold wert. Mit den „Sopranos“ schaffte es erstmals der vermeintliche Bösewicht in die Hauptrolle einer TV-Serie.

Darin brach Chase alle Tabus, indem er Kriminelle als einfache Menschen dargestellte. Tony Soprano lügt, um das Leben zu meistern – wie alle anderen auch. Die Serie bereitete den Weg für weitere sympathische Antihelden und Drogenbosse wie Walter White oder die liebliche Nancy Botwin aus „Weeds“. Die Soprano-Gang, bestehend aus kaputten Ehemännern und Vätern, hielt sich dann auch ganze sechseinhalb Staffeln (Staffel sechs wurde in zwei Teilen ausgestrahlt und hatte 21 anstelle der sonstigen 13 Episoden).

Weitere Highlights


Liebe „Game of Thrones“-Fans, George R.R. Martin hat Bad News für Euch

„Game of Thrones“ ist zu allererst eine der aufregendsten und besten Fantasy-Reihen der modernen Literatur. Sicher, sie hat eine der komplexesten und aufwendigsten Fernsehumsetzungen spendiert bekommen, die sich vorstellen lässt. Doch die Sehnsucht nach einem neuen (abschließenden) Band der Erzählung ist bei vielen Anhängern der ersten Stunde noch wesentlich größer als der Wunsch, die HBO-Serie zu schauen. Wenn Sie das nicht glauben, dann wird Ihnen die folgende Meldung wahrscheinlich keine Bauchschmerzen bereiten: George R.R. Martin, der Autor von „Das Lied von Eis und Feuer“(dessen erster Band „Game of Thrones“ ist), hat angekündigt, sich zum Erscheinen des nächsten Buches einfach nicht…
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