Diese besondere Rolle hatte Andy Fletcher bei Depeche Mode


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Andrew Fletcher galt als vielleicht berühmtester Ein-Hand-Tastenspieler der Welt; einer, über den Fans sich gerne amüsiert fragen, ob seine Töne selbst dann noch aus dem Synthesizer erschallen könnten, wenn er vor Publikum beide Hände hebt und zum Mitklatschen animiert.

Nervenzusammenbruch bei der „Songs of Faith and Devotion“-Tour

Ohne ihn würde es Depeche Mode aber wahrscheinlich gar nicht mehr geben. Anfang der Neunziger wurden die Spannungen innerhalb der Band, vor allem zwischen Sänger Dave Gahan und Komponist Martin Gore, so groß, dass eine Trennung drohte. Gahan griff zu Heroin, Gore zur Flasche.

Als zynischer Betrachter könnte man sagen: Mit dem Nervenzusammenbruch, den Fletcher bei der „Songs of Faith and Devotion Tour“ 1993 erlitt, und der ihn zur Pause zwang, war er im Vergleich zu den anderen beiden noch gut bedient.

Fletcher kümmert sich um das Geschäft

Nach der Krise Mitte der Neunziger und dem Ausscheiden des Band-Arrangeurs Alan Wilder war es Fletcher, der zur Neuordnung von Depeche Mode beitrug. Die Gewaltenteilung innerhalb des Trios gilt bis heute: Martin schreibt die meisten Songs, Dave liefert die Performance, Fletch kümmert sich ums Wirtschaftliche. Keiner der drei würde behaupten, sie seien sich einander so nah wie Freunde. Aber mit ihrer Geschäftsbeziehung sicherten sie sich bis zum heutigen Tag ihren Weltruhm.

„Spirit“, das letzte Studioalbum des Trios, erschien im Jahr 2017. Am Donnerstag (26. Mai 2022) gaben Depeche Mode bekannt, dass Andy Fletcher im Alter von 60 Jahren verstorben sei. Nach ersten Angaben handelte es sich um einen natürlichen Tod.

Auf Twitter schrieb die Band zum Tod ihres Freundes und Kollegen: „Fletch hatte ein echtes Herz aus Gold und war immer da, wenn man Unterstützung, ein gutes Gespräch, ein schönes Lachen oder ein kühles Bier brauchte. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und wir bitten Euch, in dieser schwierigen Zeit an sie zu denken und ihre Privatsphäre zu respektieren.“