Fleet Foxes: Robin Pecknold spricht hochemotional über seinen Kampf mit Suizid-Gedanken

Fleet Foxes: Robin Pecknold spricht hochemotional über seinen Kampf mit Suizid-Gedanken

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Seit Jahren steigen in der westlichen Welt Fälle der zu behandelnden depressiven Erkrankungen stark an. Damit einher geht auch eine statistisch messbare Erhöhung der Suizidrate. Die Welt der Popkultur wurde in der jüngeren Vergangenheit von gleich mehreren Selbsttötungen erschüttert. Vor allem der selbst herbeigeführte Tod von Chris Cornell, Chester Bennington und Avicii steckt vielen Fans noch im Kreuz. Erst vor wenigen Tagen nahmen sich die Modedesignerin Kate Spade und der US-Autor und Koch Anthony Bourdain das Leben.

Am Samstagabend nahm Robin Pecknold, der Frontmann der Fleet Foxes, an einer Diskussion auf Instagram teil, um seine eigenen Erfahrungen im Umgang mit Selbstmordgedanken zu teilen und frühere Kommentare aufzuklären, die einige seiner Anhänger im Zusammenhang mit dem Suiziden von Spade und Bourdain für reichlich unsensibel hielten.

Robin Pecknolds Gedanken über Suizid im Wortlaut

„Ich versuche es noch einmal: Als ich über den Tod von Bourdain und Spade nachdachte, schrieb ich heute einen Beitrag über Selbstmord und psychische Gesundheit. Einige User meinten, ich sei mitleidlos gegenüber psychisch Kranken oder Suizidanten, also möchte ich das, was ich zu sagen versuchte, umformulieren und verdeutlichen.

Vor einigen Jahren, als ich stark selbstmordgefährdet war, war meine Verbindung zu meinen Lieben und mein Wissen um den Schmerz, den ich ihnen zufügen würde, wirklich und ohne Übertreibung der einzige wirksame Gedanke, der mir zur Verfügung stand, um mich daran zu hindern, mein Leben zu beenden.

Robin Pecknold mit den Fleet Foxes, im Mai 2017, hier in Seattle.
Robin Pecknold mit den Fleet Foxes, im Mai 2017, hier in Seattle.

Ich habe nicht gesagt, dass Suizid aus meiner Sicht etwas Egoistisches ist. Das glaube ich nicht. Ich weiß einfach nicht, wie es in anderen Menschen aussieht, und ich habe auch nie persönliche Erfahrungen mit einem Freund oder einem geliebten Menschen gemacht, der an einer wirklich lähmenden psychischen Störung leidet. Ich habe deshalb nicht im Namen aller gesprochen, die mit ihrer erkrankten Psyche zu kämpfen haben, sondern nur meine eigenen Lektionen und Schlussfolgerungen nach Jahren unerwünschter zerstörerischer psychischer Krankheit, konsequenter Therapie, Medikation und aktiver, konzentrierter Bemühungen um Selbstkenntnis und Reflexion geschildert.

Der Grund, warum es mir unangenehm ist, Selbsttötung glorifiziert zu sehen, besteht darin, dass er einmal ein täglicher Teil meines Leberns war, sogar noch immer ist. Das verfolgt mich. Wenn Künstler durch Suizid zu Legenden werden, weiß ich, dass ein Teil der beeinflussbaren Bevölkerung dies als Rechtfertigung für den Selbsttötungsakt verinnerlicht. Ich weiß das, weil ich genau diese Wahnvorstellung überwunden habe.

Es ist mir unangenehm, expliziter zu werden, aber einige der Kommentare hier haben es nötig gemacht. Ich bin definitiv nicht geeignet, über die psychische Gesundheit anderer zu diskutieren, aber es ist eben auch so, dass auch jeder andere nicht in der Lage sein kann, meine erkrankte Psyche zu beurteilen und anzunehmen, dass dies nicht Teil meines Leben war und eben mit viel Einsatz und Mühe bekämpft wurde.

Ich kann nun endlich sagen, dass es nicht die ganze Wahrheit wahr, als ich in Interviews sagte, dass ich eine Pause zwischen den Alben (der Fleet Foxes, Anm. d. Red.) machen wolle, um „wieder zur Universität zu gehen“.

Ich habe sehr viel Empathie für jeden übrig, der kämpft, und ich hoffe wirklich, dass die Menschen die Hilfe bekommen, die sie brauchen, und dass wir uns all unseren Lieben sofort widmen können, wenn sie uns brauchen.“

Mat Hayward Getty Images
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