„Game of Thrones“: Tyrion droht, brutales, tragisches Ende
George R. R. Martin verrät, warum Tyrion Lannister in den Büchern kein Happy End erwartet und das Finale viel düsterer wird.
George R. R. Martin deutet ein deutlich düstereres Ende für seine Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ an als jenes, das Zuschauer aus der HBO-Serie „Game of Thrones“ kennen. Während die TV-Adaption vielen Hauptfiguren letztlich vergleichsweise milde Abschiede gewährte, macht der Autor nun klar: In den Büchern sollte ursprünglich weit mehr Blut fließen. Und manche beliebten Figuren stehen vor einem tragischen Schicksal.
In einem Interview mit „The Hollywood Reporte“r sprach Martin anlässlich der kommenden HBO-Serie „A Knight of the Seven Kingdoms“ über den noch immer ausstehenden Abschluss seines literarischen Mammutwerks. Obwohl das sechste Buch „The Winds of Winter“ seit 2011 auf sich warten lässt und das finale Ende noch nicht vollständig feststeht, weiß Martin genau, worin sich seine Vision von der TV-Serie unterscheidet. „Game of Thrones“, entwickelt von David Benioff und D. B. Weiss, hatte die Romanvorlage bereits ab Staffel fünf überholt.
Dabei formuliert Martin seine Abgrenzung unmissverständlich: „Ich wollte mehr Figuren töten“, sagte er. „Nicht unbedingt die, die in der Serie gestorben sind. Dort wurde das Ende deutlich glücklicher angelegt.“ Für den Autor sei diese Versöhnlichkeit jedoch nie das Ziel seiner Geschichte gewesen.
Kein Happy End für Tyrion Lannister
Ein besonders markantes Beispiel ist Tyrion Lannister. In der Serie, gespielt von Peter Dinklage, steigt der beliebte Charakter am Ende zum Hand des Königs von Bran Stark auf. Für viele Zuschauer war das eine Art späte Gerechtigkeit. Doch Martin widerspricht dieser Lesart deutlich. Für den literarischen Tyrion sieht er keinen vergleichbaren Ausgang.
„Ich sehe kein glückliches Ende für Tyrion“, erklärte Martin. „Sein gesamter Handlungsbogen ist von Anfang an tragisch.“ Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Tyrion in den Romanen sterben muss. Ebenso denkbar seien Gefangenschaft, Folter oder andere grausame Wendungen. Sicher ist nur: Hoffnung gehört nicht zu den zentralen Motiven seiner Zukunft, sofern Martin die Bücher überhaupt noch vollendet.
Die Serie könnte jedoch eine andere Figur vor einem ähnlich düsteren Los bewahrt haben. Auch hierzu äußerte sich der Autor überraschend offen.
Sansa Stark als Ausnahme vom ursprünglichen Plan
Sansa Stark war laut Martin ursprünglich für ein deutlich grausameres Ende vorgesehen. „Ich wollte Sansa sterben lassen“, sagte er. Doch die Darstellung von Sophie Turner in der Serie habe ihn ins Grübeln gebracht. „Sie war so überzeugend, dass ich vielleicht doch zulasse, dass sie überlebt.“ In „Game of Thrones“ endet Sansas Weg bekanntlich mit ihrer Krönung zur Königin des Nordens. Ein radikaler Gegensatz zu Martins ursprünglicher Idee.
Ob diese Neubewertung tatsächlich Eingang in die Bücher findet, bleibt offen. Angesichts der jahrelangen Verzögerungen bei „The Winds of Winter“ könnte es noch lange dauern, bis Leser erfahren, welches Schicksal Martin seinen Figuren letztlich zugedacht hat. Ebenso realistisch ist allerdings die Möglichkeit, dass das literarische Ende von „A Song of Ice and Fire“ nie erscheinen wird. Und die düsteren Pläne des Autors für immer Theorie bleiben.