Keith Richards: Volle Power für Bruce Willis
Keith Richards, Norah Jones und Mavis Staples ehren Bruce Willis bei den Soho Sessions in New York zugunsten der AFTD
In einem Veranstaltungsraum, der eher wie ein weitläufiges Wohnzimmer als ein Club wirkte, blickte Keith Richards ins Publikum und grinste verschmitzt. „Also muss ich Mavis Staples folgen“, sagte er über seine undankbare Position. Doch wie Staples, Norah Jones und Warren Haynes rockte auch er die jüngste Ausgabe der New Yorker Soho Sessions mit Bravour.
Diese privaten Livekonzerte zählen längst zu den begehrtesten Events der Stadt. Nur etwa 150 Glückliche ergattern Tickets für eine der rund zehn Shows pro Jahr.
Das Loft im fünften Stock hat eine legendäre Geschichte: Früher befanden sich hier die Chung King Studios, wo Hip-Hop-Klassiker von Public Enemy, Beastie Boys, LL Cool J und Run-DMC aufgenommen wurden.
Legenden und neue Stimmen auf einer Bühne
Seit dem Start 2021 bieten die Soho Sessions intime Auftritte von Größen wie Paul Simon, Elvis Costello, Nile Rodgers, Taj Mahal, Steve Earle sowie jüngeren Künstlern wie Marcus King, Yola oder Maren Morris. Jede Show unterstützt zudem eine wohltätige Initiative. Etwa das Stanford-Projekt zur Heilung von Hörverlust.
Die gestrige Ausgabe stand im Zeichen von Bruce Willis, der seit zwei Jahren an frontotemporaler Demenz leidet. Ziel war es, Spenden und Aufmerksamkeit für die Association for Frontotemporal Degeneration (AFTD) zu sammeln. Unter den Gästen: Kevin Bacon, Michael J. Fox, Kyra Sedgwick, Steve Guttenberg und Willis’ Ex-Frau Demi Moore. Seine Ehefrau Emma erklärte, ihr Mann sei „im Geiste hier“ und übermittelte eines seiner Lieblingszitate: „Können wir bitte etwas Spaß haben?“
Norah Jones, Mavis Staples und Keith Richards rocken für den guten Zweck
Norah Jones griff zur Gitarre und spielte „Come Away with Me“ sowie ihre Version von Tom Waits’ „Long Way Home“. Mavis Staples brachte mit „City in the Sky“ und „I’ll Take You There“ das Publikum zum Mitsingen. „Norah, wo bist du?“, rief sie – und holte Jones für das Duett „You Are Not Alone“ auf die Bühne.
„Bruce und ich sind seit Jahren Nachbarn – Strandtypen“, sagte Richards später lachend. Begleitet von Larry Campbell, Steve Jordan, Joey Spampinato und Ivan Neville spielte er drei Songs: den Bluesklassiker „Key to the Highway“, die Stones-Nummer „You Got the Silver“ und zum Finale Chuck Berrys „Run Rudolph Run“. Locker, humorvoll – und ganz im Sinne des Abends.
Warren Haynes schließt die Nacht mit Blues ab
Zum Abschluss trat Warren Haynes auf: „Keith musste Mavis folgen, und ich muss Keith folgen“, scherzte er. Mit B.B. Kings „The Thrill Is Gone“, „Soul Shine“ und „Statesboro Blues“ bewies er, dass Musik Trost spenden kann – wenn sie schon keine Heilung bringt. Der Abend wurde zu einer liebevollen Hommage an Bruce Willis und die verbindende Kraft der Musik.