Kurt Cobains „Smells Like Teen Spirit”-Gitarre versteigert


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Die Gitarre, mit der Kurt Cobain in dem Musikvideo zum Nirvana-Hit „Smells Like Teen Spirit zu sehen ist, wurde bei einer Aktion versteigert. Und das für ganze 4,5 Millionen US-Dollar! Ein Teil des Erlöses wird an Aufklärungskampagnen zum Thema mentale Gesundheit gespendet. Der Käufer der Gitarre ist kein Unbekannter, sondern Jim Irsay, dem das Football-Team Indianapolis Colts gehört. Sein Vermögen wurde 2015 auf rund 1,75 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zu dem Kauf der Gitarre sagte der Sportfunktionär:

 „Ich bin begeistert eine weiteres Stück amerikanischer Kultur zu erhalten, das den Blick der Welt auf das Land verändert hat. Der Umstand, dass ein Teil des Geldes dazu genutzt wird, das Stigma rund rum das Thema mentale Gesundheit zu brechen, macht diesen Kauf für mich noch besonderer.“

„Smells Like Teen Spirit” war die erste Singleauskoppelung aus Nirvanas legendären Album „Nevermind“, das am 24. September 1991 erschien. In dem Video, dass damals auf MTV seine Premiere feierte, spielen Nirvana ihren Song in einem leicht dystopischen High-School-Setting vor zunehmend euphorisierten und enthemmten Jugendlichen.


Die Gitarre ist nicht der erste Gegenstand von Kurt Cobain, der von seiner Familie versteigert wurde. So wurde unter anderem bereits ein Auto, eine Akustik-Gitarre, eine Strickjacke und ein Selbstportät des Künstlers veräußert. So viel Geld wie die Gitarre aus „Smells Like Teen Spirit” brachte aber keines der anderen Auktionsgüter ein. Ursprünglich rechnete das Aktionshaus mit einem Erlös von rund 600.000 US-Dollar. Der nun erzielte Preis übertraf diese Summe um ein vielfaches.

Konfliktbeladener Videodreh: Kurt Cobain war sichtlich genervt

Der Dreh für das Musikvideo zu „Smells Like Teen Spirit” war übrigens alles andere als entspannt und konfliktfrei. Die Band suchte mit einem Flyer nach Komparsen für den Dreh:

„Nirvana braucht euch für einen Auftritt in ihrem kommenden Musikvideo, Smells Like Teen Spirit‘. Ihr solltet zwischen 18 und 25 Jahre alt sein und eine Highschool-Persona adaptieren, zum Beispiel Preppy, Punk, Nerd, Jock… Keine Kleidung mit Markenlogos bitte! Ihr müsst am Samstag, dem 17. August, um 8:30 bei den GMT Studios, Stage 6 sein. Seid darauf vorbereitet, mehrere Stunden zu bleiben. Unterstützt Nirvana und habt eine großartige Zeit!“

Allerdings nahmen wohl nicht alle der Nirvana-Fans, die zum Dreh kamen, den Hinweis, dass der Dreh länger dauern könnte, so richtig ernst. Als sie dann nach zwölf Stunden immer noch am Set bleiben mussten, machte sich eine zunehmende Frustration unter ihnen breit. Und auch Kurt Cobain war wohl schon sichtlich genervt. Er animierte die Komparsen angeblich dazu, ihre Aggressionen bei der Perfomance richtig rauszulassen, sodass jene Aufnahmen entstanden, für die das Video heute berühmt ist. Dennoch war Cobain mit dem Musikvideo zunächst nicht zufrieden und ließ mehrere Szenen streichen, unter anderem eine, in der ein Schuleiter gequält neben einem Lautsprecher sitzt und mit Konfetti beworfen wird. Im Internet kursiert ein Director’s Cut des Videos mit zusätzlichen Szenen.