Nach Protesten: Eurovision Song Contest zur Stellungnahme gezwungen – Ukraine als Sieger bestätigt

Als die ukrainische Sängerin Jamala mit ihrem Lied „1944“ zur Siegerin des diesjährigen Eurovision Song Contest gekürt wurde, gab es auch einige Proteste. Ein Arthur Hovhannisyan aus Armenien stellte eine Online-Petition ins Netz, um der Ukrainerin den Gewinn abzuerkennen.

Sein Stein des Anstoßes war das neue Abstimmungs-System, das schon im Vorfeld für viel Unruhe sorgte. So schreibt Hovhannisyan in seiner Petition, dass der Sieg der Ukraine nicht gerechtfertigt sei, da Russland die Publikumsabstimmung gewonnen und Australien die Jury-Abstimmung gewonnen hat. Mehr als 325.000 Unterstützer erhielt die Online-Petition, aus diesem Grund sah sich die Europäische Rundfunkunion („European Broadcasting Union“, EBU), der Veranstalter des Eurovision Song Contest, dazu gezwungen, am Dienstag, den 17. Mai 2016, noch mal die Ukraine als Siegerland zu bestätigen.

In einer Stellungnahme kannte die EBU die „Emotionen des Eurovision Song Contest“ an, bestätigte aber auch, dass der Sieger „von Profis aus der Musikindustrie sowie den Zuschauern zu Hause zu einem Anteil von 50 Prozent entschieden wird“. Demzufolge bleibt es also dabei: Jamala hat hochoffiziell mit ihrem Song „1944“ gewonnen, obgleich die einzelnen Abstimmungsergebnisse anders aussehen.

Die von Arthur Hovhannisyan ins Leben gerufene Online-Petition war übrigens nicht der einzige Protest gegen das Siegerland: Russische Politiker bestanden am Abend des ESC-Finales darauf, dass „1944“ ein politischer Song und kein persönliches Lied sei, da es „von der Abschiebung der Krimtataren durch Stalin im Jahr 1944 handelt und als Affront gegenüber Russland entstanden sei, um die Einverleibung der ukrainischen Krim-Region vor über zwei Jahren zu feiern“.


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