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Archiv-Fundstück

Rammstein: Exklusives Interview mit Till Lindemann und Flake

Haben Sie Grenzen überschritten, die Sie heute nicht mehr überschreiten würden?

Lorenz: Wir wollten nie für die Öffentlichkeit mitdenken. Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir haben das gemacht, was wir wollten. Und das war auch gut so.

Ist Grenzüberschreitung ein Teil des Konzepts?

Lorenz: Wir haben überhaupt kein Konzept.

Okay, nach mehreren von anderen als Grenzüberschreitung wahrgenommenen Liedern liegt die Vermutung nahe, dahinter stecke Methode.

Lorenz: Nein, so einfach ist es nicht. Weil man vorher nicht weiß, was die Leute stören könnte. Die Öffentlichkeit sucht sich oft Stellen heraus, an die wir nie gedacht haben, und ignoriert andere, wo wir mit Problemen gerechnet hätten. Auch wenn es anders wirken mag, wir können das gar nicht kalkulieren.

Welcher Ärger kam denn überraschend?

Lorenz: Bei „Pussy“ habe ich mich schon gewundert, wie man das indizieren kann. Das finde ich völlig schwachsinnig.

Das Album „Liebe ist für alle da“ wurde 2009 indiziert. Haben Sie sich über die Aufmerksamkeit gefreut und über die Begründung gelacht?

Lorenz: Die Begründung empfanden wir als absurd, aber zum Lachen war uns nicht. Wenn eine Platte indiziert wird, bedeutet das nur Ärger. Die Alben mussten eingestampft werden. Wir wurden immer darauf angesprochen, dabei wollten wir nur in aller Ruhe unsere Tour durchspielen. „Pussy“  sollte ein lustiges Partylied sein, keine Provokation.

Für Ihr Video zu „Stripped“ wurden Ausschnitte von Leni Riefenstahls Film über die Olympischen Sommerspiele von 1936 verwendet. Das führte zu Nazi-Vorwürfen und Diskussionen. Haben Sie das damals billigend in Kauf genommen?

Lorenz: Die Heftigkeit der Reaktionen hat uns sehr überrascht. Wir dachten damals aber tatsächlich, das klärt sich schon alles von selbst.

Lindemann: Wir kommen aus dem Osten und sind als Sozialisten aufgewachsen. Wir waren früher entweder Punks oder Gruftis – wir hassen Nazis! Und dann kommt auf einmal so ein an den Haaren herbeigezogener Vorwurf. Wir machen heute noch genau das Gleiche, und niemand in Amerika oder Mexiko würde auf die Idee kommen, uns so ein Zeug anzudichten. Das passiert nur hier in Deutschland. Unsere Antwort auf diese Anfeindungen war „Links 2 3 4“, damit haben wir klargestellt, wo wir politisch einzuordnen sind.



Rammstein: Tour-Verschiebung laut Medienberichten angeblich „so gut wie fix“

Weltweit müssen durch die grassierende COVID-19-Pandemie Konzerte und Tourneen abgesagt beziehungsweise verschoben werden. Nach den Informationen der österreichischen Tageszeitung „Kleine Zeitung“ könnte dies auch die kommende Europa-Tournee von Rammstein betreffen. Eigentlich hätte die Band um Frontmann Till Lindemann am 25. Mai 2020 ihren Tourneeauftakt im Klagenfurter Wörthersee-Stadion spielen sollen. Absage noch nicht bestätigt Offiziell wurde das Event, das nach wenigen Stunden ausverkauft war, noch nicht verschoben. Jedoch soll es „so gut wie fix“ sein, dass die Show nicht wie geplant stattfinden kann. Laut dem Geschäftsführer des Sportparks Klagenfurt (zu dem das Stadion gehört), Gert Unterköfler, wird bereits über Ersatztermine diskutiert.…
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