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David Bowie Five Years 1969-1973

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Die Jahre 1969 bis 1973 waren musikalisch nicht zweifellos Bowies beste, sicher aber die mit den kühnsten Visionen. Der Sänger zeigte sie mit der Single „Space Oddity“ auf, kurz vor der Mondlandung 1969 erschienen, später verknüpfte er auf „Hunky Dory“ die Geschichte von Nietzsches Übermensch mit Gedanken an Pop Art, erschuf dann mit dem außerirdischen Ziggy Stardust die bisexuelle Ikone des Glam-Rock. Diese Box, erhältlich als 12-CD- und 13-LP-Edition, umfasst alle acht Alben jener Zeit, sechs Studio- und zwei Liveplatten, als – teilweise neue – Remaster. „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ sogar zweimal, darunter die behutsame Politur von Produzent Ken Scott (2002).

Kaufgrund müssten natürlich auch die zwei Bonus-CDs sein, mit ihren 24 Alternativ-Versionen, Raritäten und B-Seiten. Alles aber wurde schon auf anderen Editionen veröffentlicht, mit zwei Ausnahmen: Die Single „Holy Holy“, 1971 erschienen und zuletzt vergriffen, und die Bowie damals der LP „The Man Who Sold The World“ hinterherschob, weil aus dessen epischer Songsammlung keine Auskopplung zu gewinnen war. Sowie der zweite ausgegrabene Track, wieder im Rampenlicht von „The Man …“, ein Mix von „All The Madmen“ in Mono. Gut, aber nicht essentiell, eine hauptsächlich nur verkürzte Fassung des Originals.

Auf die Bonus-CD hätte auch Bowies wundersamstes Outtake gehören können, jenes „Ziggy“-Lied, an dessen Aufnahme sich keiner erinnern konnte, im Handel erstmals 1990: „Sweet Head“. „Pin Ups“, das etwas biedere Coveralbum mit Rock-Klassikern – von Bowie erwartete man 1973 nicht unbedingt, dass er zurückblickt –, ist in der Outtakes-Sektion nicht vertreten, okay; leider aber auch nicht „Aladdin Sane“, der tragikomische Abgesang auf Ziggy, in dem Bowie sich dem Theater annäherte.

Aber warum der Boxset-Titel „Five Years“? Natürlich wegen des gleichnamigen Stücks aus „Ziggy“. Dennoch schade, dass die Edition nicht als „Seven Years“ erscheint: Das Solodebüt, „David Bowie“ von 1967, wurde unterschlagen. Diese Platte zeigte den damals 20-Jährigen vielleicht nicht als Revolutionär – dafür als zynischen Betrachter der Swinging Sixties sowie Geschichtenerzähler von allein gelassenen britischen Weltkriegs-Veteranen. Ganz sicher ist das Werk kein biografischer Makel.

Übrigens: Es lohnt sich, die Box über davidbowie.com zu erwerben, nur dort gibt es zusätzlich die EP „The David Bowie Pin Ups Radio Show 10’’“, auf der er die Songauswahl der Cover-Platte kommentiert.

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