Eric Ambler Die Maske des Dimitrios



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Ein windiger hochrangiger türkischer Geheimdienstler, der an einem sogenannten roman policier herumschreibt und seinen angefangenen Plot einem mittelmäßigen amerikanischen Krimischreiber andient, damit der ihn vollendet: Das kann nicht gut gehen. Tut es auch nicht in Eric Amblers berühmtem, erstmals 1950 auf Deutsch erschienenem Roman „Die Maske des Dimitrios“, dem Buch, das der Filmer und Drehbuchautor Hans C. Blumenberg einst als „den elegantesten Kriminalroman des 20. Jahrhunderts“ pries. Denn Charles Latimer, den es bei seinen ziellosen Recherchen für ein neues Buch in das schwüle Istanbul der 30er-Jahre verschlägt, wo er mit dem Tod des Drogenhändlers Dimitrios Makropoulos unversehens höchst konkretes, weil eben noch lebendig gewesenes Anschauungsmaterial erhält, landet in einer undurchsichtigen Spionagegeschichte, wie er sie selbst kaum besser hätte ersinnen können. Der 1998 verstorbene Ambler erschrieb sich mit Büchern wie diesem den Ruf eines Meisters des wohltemperierten Thrills. Seine wunderbar lakonischen Dialoge sind nach wie vor ihr Geld wert. (Hoffmann und Campe, 22 Euro)


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