Kate Tempest: Worauf du dich verlassen kannst (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Kate Tempest Worauf du dich verlassen kannst



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Vor zwei Jahren erzählte die britische Rapperin Kate Tempest auf ihrem Album „Everybody Down“ von einer Gruppe junger Menschen aus dem Südosten Londons, von denen drei am Ende mit einem Koffer voll Geld die Stadt verlassen. In ihrem Roman „Worauf du dich verlassen kannst“ erfahren wir nun mehr über diese Clique und ihre Herkunft: die studierte Tänzerin Becky, die ihr Geld mit erotischen Massagen und als Bedienung verdienen muss, sowie die Geschwister Harry, eine tomboyhafte Dealerin, und ihren arbeitslosen Bruder Pete, die sich beide in Becky verlieben. Während ihre Eltern noch Ideale und Ambitionen hatten, die sie irgendwann aufgaben, lastet die Perspektivlosigkeit auf den dreien wie eine Bleiweste. Die stärksten Passagen dieses furiosen Romans haben die poetische Kraft von Tempests Lyrics und Gedichten (der zweisprachige Lyrikband „Hold Your Own“ ist gerade bei Suhrkamp erschienen). Stellenweise liest sich „Worauf du dich verlassen kannst“ wie eine Fortschreibung von „Zähne zeigen“, Zadie Smiths Porträt der multikulturellen Metropole London. (Rowohlt, 14,99 Euro)


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Auch sein neues Album mit Pop-Vignetten hat Josh Rouse in Spanien aufgenommen.


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