Maxim Biller Biografie



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Der Schriftsteller Solomon Karubiner wird nach einer sexuellen Erregung in einer Berliner Sauna vom Objekt der Begierde angezeigt und von einem deutschen Zeugen, der dummerweise selbst Autor ist, erpresst. Sein bester Freund ist der von einem schlechten Gewissen geplagte Millionärssohn Noah Forlani, der mit seinem Geld eigentümliche Kunstprojekte finanziert. Am Beispiel dieser zwei tragikomischen Figuren erzählt Maxim Biller davon, dass das (gebrochene) Herz Europas ein jüdisches ist. Für eine solche Geschichte, in der das ganze 20. Jahrhundert seinen Platz hat, sind 900 Seiten natürlich eigentlich viel zu wenig, auch wenn das Feuilleton in den vergangenen Wochen oft das Gegenteil behauptet hat. „Biografie“ ist Farce und Kaddisch in einem, ein Roman zwischen Erektion und Depression, todtraurig und von großer luzider Komik. (Kiepenheuer & Witsch, 29,99 Euro)


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