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Moby Porcelain

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Foto: Piper

Wie ein dermaßen uncooler Typ wie Moby Anfang der 90er- Jahre zu einem der ersten Posterboys der Rave-Generation aufsteigen konnte, bleibt ein Rätsel, das auch seine Autobiografie nicht recht zu erklären vermag: Ein heterosexueller weißer DJ, der sich in der schwarzen und schwulen Danceszene New Yorks rumtreibt und für Geld auch mal auf schäbigen Swingerpartys auflegt. Ein autodidaktischer Schlafzimmerproduzent mit Haarausfall, der eben noch in einem Kellerloch an obskurem Elektro werkelt und im nächsten Moment mit dem unbeabsichtigten One-Hit-Wonder „Go“ über die großen Bühnen der Welt karriolt. Ein idealistischer Christ, der in seiner Freizeit auf Besinnungswochenenden fährt, Drogen ablehnt und sich, lange bevor es irgendwie zum hippen Wertekanon gehört, von Tofu, Sojamilch und Karottensaft ernährt. Die vielen Widersprüche und Unwahrscheinlichkeiten der ersten Phase seiner Karriere bis zur Veröffentlichung des Bestsellers „Play“ beschreibt der 50-Jährige ohne viel Selbstbespiegelung oder das Bedürfnis nach der großen philosophischen Lebensbilanz, dafür mit trockenem Humor und einer Liebe für das Anekdotenhafte. So kreuzen immer wieder andere Stars in spe, wie Madonna oder Jeff Buckley, den Weg des jungen DJs, ohne dass es der Handlung seiner Memoiren irgendwas hinzufügen würde. Bis zur Hälfte des Buches meint man auch, es zur Abwechslung mal mit Musiker-Erinnerungen ohne Abstürze und Eskapaden zu tun zu haben, doch dann treiben seine Exfreundin und der Tod seiner Mutter Moby doch noch dem Alkohol in die Arme. Dass ein Typ wie er dann jahrelang nur noch Stripperinnen und Prostituierte zur Freundin hatte, fügt sich wiederum hervorragend in das an unwahrscheinlichen Widersprüchen reiche Künstlerleben. (Piper, 24 Euro)

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